Wie geht es weiter mit dem Dollar? Heute wurden kurz die 1.28 angetastet ( vergleich zum €/$ auf fast 1.2 runter). Die frage ist auch, was die aktuelle Dollar Rally überhaupt stoppen könnte, weil auch EU grosse probleme hat.
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Wie geht es weiter mit dem Dollar? Heute wurden kurz die 1.28 angetastet ( vergleich zum €/$ auf fast 1.2 runter). Die frage ist auch, was die aktuelle Dollar Rally überhaupt stoppen könnte, weil auch EU grosse probleme hat.
Hallo Pascal
Wohin der Doller geht möchte ich auch gerne wissen. Warten wir mal bis Marcus F. von seiner Geschäftsreise zurück ist. Er weiss ja warum der
US-$ eigentlich nach unten sollte! Darauf warten auch meine Puts.
Karat
Schön, Pascal, dass Du einen eigenen Thread für Dollar-Diskussionen eröffnet hast.
Ich zügle zunächst mal mein Posting vom 17.6. hierher:
https://www.strobeli.ch/fabian/Charts...6_Cots_CHF.png
Wenn die Commercials (blaue Kurve) mit 20000 Kontrakten oder mehr im CHF long gingen, kam kurz darauf ein massiver Anstieg des CHF gg. USD.
Derzeit sind sie so long, wie nie in den letzten zwei Jahren. Die Chancen stehen also gut, mit Dollar-Puts und Laufzeit 3-6 Monate gute Gewinne zu machen.
Doch ist jetzt der richtige Einstiegspunkt???
https://www.strobeli.ch/fabian/Charts/2005_06_16_xsf.png
Charttechnisch steht der Ausbruch unmittelbar bevor.
Aktuell steht der CHF bei $0.7855 oder der Dollar bei Fr. 1.2727
Morgen also USD-Puts in CHF kaufen?
Nein, denn noch kommt die Logik ins Spiel (die Edi so gerne abstreitet): Morgen gibt's evtl Entscheid über Zinserhöhung in den USA. Werden die Zinsen erhöht, wird der CHF noch etwas an Wert gg. dem USD verlieren.
Abgesehen davon ist morgen Hexensabbat. Da handelt man am besten gar nicht.
Also: über's Wochenende einen schönen Put mit LZ Dezember aussuchen und CHFUSD auf die Watchlist nehmen.
Nach jetzigem Kenntnisstand könnte man bei etwa 1.2850 Stop-Loss setzen.
Wer auf Nummer Sicher gehen will (so Sicher man bei Börsen überhaupt sein kann) wartet, bis Parabolic SAR (das sind die Grünen Pünktchen über und unter dem Kursverlauf) auf Buy gedreht haben.
Kursziel für den Trade sind die 1.15. Dort ist eine grosse Widerstandszone.
Werden die 1.15 erreicht, zieht man Stop-Loss einfach um jeweils 1-2 Rappen nach bis man von einer Gegenbewegung ausgestoppt wird.
Gucken wir mal heute, am 1. Juli, was daraus geworden ist.
Zunächst der aktuelle Chart mit den Notizen von vor zwei Wochen:
https://www.strobeli.ch/fabian/Charts/2005_07_01_XSF.png
Wie wir sehen, gab es nur am darauffolgenden Tag, dem Hexensabbat ein kurzes Buy. Aber das war's auch schon. Wer am 20. Juni auf die Long-Signale geachtet hat und ein Dollar-Puts eingestiegen ist, wurde letzte Woche bei 1.2850 mit kleinem Verlust ausgestoppt.
Wie sieht's heute aus?
MACD ist immer noch ganz unten, aber im Moment wieder auf Sell. Slow gurkt auch noch unbeständig umher und wechselt praktisch täglich die Signarrichtung.
Das heisst: Erst mal weiterhin abwarten. die Dollar-Puts laufen uns nicht davon. ;)
Von der Saisonalität her hätte es mich ohnehin erstaunt, eine Franken-Rally vor Mitte Juli / Anfang August zu sehen. Aber das nur nebenbei.
Zu den COT-Daten (diesmal ohne Grafik): Die comms sind weiter im Franken long gegangen und stehen per 28.6. auf 63541 Kontrakten.
Was bedeutet das nun alles?
Während die Welt weiterhin in Dollar-Euphorie schwelgt, kaufen die Big-Player seelenruhig weiter Long-Kontrakte auf den CHF.
Sie decken sich jetzt bis unters Dach mit Long-Positionen auf den Franken und Shorts auf den Dollar ein. Im Wissen, dass die Trendwende im nächsten Monat beginnt.
Prognose für die nächsten Tage und Wochen:
Die Zinserhöhung gibt dem Dollar neuen Auftrieb. Wir werden in den nächsten Tagen vielleicht noch Übertreibungen bis 1.30 sehen.
Spätestens dann dürfte sich der Dollar todgelaufen haben und das Big-Money der Big-Boys wird zum tragen kommen.
Wir kaufen aber unsere Dollar-Shorts nicht bei 1.30 oder gar 1.31 sondern warten, bis sich eine Gegentrend im Verhältnis CHF/USD ausgebildet hat. Das dürfte auf dem Rückweg bei vielleicht 1.29 der Fall sein.
Wer in Dollar puts schon investiert ist und sich bei 1.2850 nicht ausstoppen liess, bleibt am besten drin und kauft nach, wenn der Kurs die Trendwende bestätigt hat.
Also schön geduldig beliben und nichts überstürzen. Es kann August werden, bis der Trend sich definitiv wendet. ;)
Danke Marcus
Gestern haben wir ein Kaufsignal für CHF erhalten. MACD uns SlowStoch haben nach oben gedreht und das bei recht starkem Momentum.
https://www.strobeli.ch/fabian/Charts/2005_07_12_xsf.png
Gut möglich, dass dieser Anstieg nochmals heute kurz konsolidiert (schliesslich wurde gestern ein Gap eröffnet) aber der Einstiegspunkt für Dollar-Shorts sieht lecker aus ;)
Stop-Loss beim bisherigen Low um 76.50
Marcus
Der US$ macht z.Zt leicht Sprünge nach oben und nach unten.
Grundtendenz wird wohl nach oben sein. Noch liegen 3 Zinserhöhungen in der Luft. Das wird dem $ weiter Auftrieb geben.
Die 1.33 werden wohl bald geknackt.
Gruss Rich
Evtl. doch keine nächste Zinserhöhung? Kaum wird dies in Fragegestellt, und schon fällt der $
Gruss Rich
https://quote.bloomberg.com/apps/news?pid=10000006&sid=a593BNG4m3Vk&refer=home
Cash schreibt unter Berufung aud "Die Welt" irgendwas von Stagflation.....ich musste zuerst nachschauen was das Wort bedeutet:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stagflation
Zum Abschluss meiner morgentlichen Surfübungen hab ich dann diesen lesenswerten Bericht gefunden:
https://www.welt.de/data/2005/11/24/807977.html
Gruss
Hallo Beta,
Denke wohl, wenn niemand weiss wohin die Reise geht, Inflation oder Deflation, dann spricht man von Stagflation. Etwas "Zwüschedure" :lol:
Trichet sprach noch vor kurzem über eine Zinserhlöhung um die Inflation
zu bekämpfen, und heute dies....
https://quote.bloomberg.com/apps/news?pid=10000006&sid=a.ka6.J2D.lc&refer=home
Denke es ist schwierig abzuschätzen wohin die Reise geht für Europa.
Gruss Rich
Heute fällt der $.
Morgen wird er wohl wieder steigen? Zinsererhlöhung von 0.25Pkte... :lol:
Gruss Rich
Marcusfabian schreibt:
"Was den Dollar noch stärker belasten wird, ist - sofern sie zustande kommt - die Eröffnung der Öl-Börse in Teheran im März 2006. Diese Öl-Börse wird Öl nämlich in Euro handeln und nicht mehr in Dollar. Je mehr Golf-Staaten sich dieser Börse anschliessen umso stärker der Druck auf den Dollar. Denn nun können die Europäer ihren Erdölbedarf direkt in Euro decken und müssen keine Dollars mehr als Zwischenwährung kaufen. Die Nachfrage nach Dollars dürfte entsprechend abnehmen und der Wert des Dollars sinken."
Von dieser neuen Börse habe ich noch nie gehört.
Ist sie während meiner Sommerpause entstanden?
Lancelot
Sie ist noch gar nicht entstanden sondern noch in Planung: Per März 2006.Zitat:
Zitat von Lancelot
Wie Syracus so eloquent festgestellt hat, ist dies auch der Zeitpunkt für den sich Israel auf einen Militärschlag gegen den Iran vorbereitet.
Ein Schelm, der schlechtes dabei denkt ;)
$ scheint leichte Schwächephase überwunden zu haben. Die 1.30 Marke wurde übersprungen. Wirtschaft läuft gut, Inflation scheint im Griff.
Gruss Rich
Du musst nicht alles glauben, was Dubya so von sich gibt ;) Was soll er als Präsident auch anders sagen als Friede Freude Eierkuchen zu verkünden? Im Irak läuft ja auch alles nach Plan und die Iraker sind absolut happy über die Besatzung. Vor allem wohl jene, die mit einem der 80'000 getöteten Irakern verwandt sind.Zitat:
Zitat von richard100
Ok, zurück zur Sache:
Der Dollar hat 2005 eine Rally erlebt. Der Trend zeigt nun nach oben. Es stellt sich nun die Frage, ob dieser Aufwärtstrend weitergehen wird oder ob es nur eine einjährige Bärenmarktrally war im langfristigen (seit 2001) Abwärtstrend.
Dies führt zu einer anderen Frage, die da lautet: Was hat dem Dollar 2005 eine Rally beschert?
Die meiner Ansicht nach wichtigste Antwort lautet: Die Zinserhöhungen in diesem Jahr, die zu höheren Renditen in den USA geführt haben als in Europa.
Wird die Zinsrunde nun weitergehen? Wohl kaum. Schon sind die US-Hypotheken vom Tief von 5.15% auf etwas über 8% gestiegen. Mehr kann man dem US-Konsumenten nicht zumuten, der bereits unter den hohen Energie- und Lebensmittelpreisen leidet.
Wenn nun diese wichtigste Stütze der Dollar-Rally wegfällt, was stützt den Dollar dann noch???
Dass man vorläufig noch Dollars braucht, um Erdöl zu kaufen, mag die Nachfrage nach Dollars stabil halten. Sicherlich nicht steigern. Führt der Iran im März eine Euro-basierte Ölbörse ein, wird der Bedarf an Dollars sinken.
Als der Irak im November 2000 seine Erdölfakturierung von Dollar auf Euro umgestellt hat, hat dies dem Euro zur Trendwende verholfen. Damals kostete ein Euro $0.82. Heute rund 50% mehr.
Die US-Wirtschaft läuft gut? Nun ja, Ansichtssache: Die US-Wirtschaft benötigt im Schnitt Kredite von $7-$8, um Waren im Wert von $1 zu produzieren. Ob das eine gesunde Entwicklung ist?
Solange die Kredite aus dem Rest der Welt (jenen Ländern, die mehr produzieren als sie verbrauchen) in die USA fliessen, wird es weitergehen. Aber mit steigenden Schulden - sprich: Haushalts- und Leistungsbilanzdefizit - wird sich das Unbehagen der Geldgeber verschärfen, die Zinsen steigen.
Die Inflation im Griff? Wohl kaum. Im Schnitt vielleicht, wenn man die billiger gewordene Elektronik aus China mit den gestiegenen Preisen für Lebensmittel (+13%) und Energie (+22%) verrechnet. Aber wer braucht schon Lebensmittel und Energie!
Die Zahlen des Core-CPI sind ebenfalls mit Vorsicht zu geniessen. Dort werden "housing costs" mit nur 13% gewichtet. Viel zuwenig, wie Kritiker meinen, denn die Kosten für's Wohnen - inklusive Heizkosten - liegen bei etwa 40% in den USA.
Genug der Zahlenreigen. Nur noch soviel: Ein kleiner Wal-Mart Angestellter musste vor 10 Jahren 15 Minuten arbeiten, um eine Gallone Benzin kaufen zu können. Heute sind es 30 Minuten.
Amerika verbraucht mehr als es produziert. Die Differenz ist das Leistungsbilanzdefizit. Wäre die USA eine Bananenrepublik (oder würde als solche erkannt) und hätte ihre Schulden nicht in einer Währung, die sie selbst drucken kann, wäre der IMF bereits vorstellig geworden und hätte eine wirtschaftliche Radikalkur angeordnet.
Währungen sind - wie jede Ware - dem System von Angebot und Nachfrage unterworfen. Gibt es eine Knappheit an Dollars, die einen Kursanstieg rechtfertigen würde? Wohl kaum. Die Welt ersäuft förmlich in Dollars.
Gibt es demgegenüber eine Knappheit in Gold? Doch wohl eher, denn zur Zeit sind nur 3% der Anleger in Gold investiert. Zu Zeiten der Hausse von 1982 waren es über 30%.
Weshalb Du bullisch für die massenhaften grün bedruckten Papierscheinchen aber bärisch gegenüber Gold bist, ist mir nach wie vor schleierhaft.
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Weshalb Du bullisch für die massenhaften grün bedruckten Papierscheinchen aber bärisch gegenüber Gold bist, ist mir nach wie vor schleierhaft.
Ich glaube einfach an Amerika, an das Land, an das Volk an dessen politischen Institutionen. Im Vergleich haben da noch viele Länder einen riesen Nachholbedarf. Und ich invstiere nur dort wo ich Zukunft sehe. :wink: Auch in Demokratischer Hinsicht. China ist für mich deshalb kein Thema.
Gold ist für mich durchwegs ein Anlageinstrument. Für den worst case.
5-max.10% des Kapitals kann investiert werden. Vreneli oder Krüger Rand, muss sich aber bewusst sein, dass da totes Kapital liegt. Kein Zins, Depotgebühren, Risiko von Diebstahl.
Gruss Rich
Richard schreibt: "Gold ist für mich durchwegs ein Anlageinstrument. Für den worst case."
Im Worst-Case hast Du kein Geld um Gold zu kaufen.
Ich kann mich einfach nicht bringen Metal zu kaufen.
Es ist ein "Anlageinstrument" aber kein Investieren.
Lancelot
Hallo Lancelot
Mit Worse Case meine ich einfach, wenn das Geld nicht mehr zu gebrachen ist, so kann man wenigstens noch ein Schüssel Reis kaufen mit einem Goldvreneli. Aber soweit wirds kaum kommen, :lol:
Bin auch keine Freund von Gold, aber ein paar Vreneli im Safe kann beruhigen.
Gruss Rich
Habe vor einem Jahr meine Frau beraten, ihre Vreneli zu verkaufen.
Sie hat's nicht gemacht - die Mutter war dagegen.
Die Vreneli wurden ursprünglich als Sicherheit vor möglichem Krieg gekauft.
Jetzt diskutieren wir Gold nicht mehr.
Aber sie fragt mich immer noch wegen Aktien. Bei diesen habe ich noch die Nase vorne.
Lancelot
... wenn das Geld nicht mehr zu gebrachen ist ...
Genau das ist der springende Punkt. Geld ist sicher mal ein Zahlungsmittel, ein Werkzeug, das den Tauschhandel ersetzt.
Geld ist aber auch - vor allem jetzt, in Zeiten niedriger Inflation - ein Mittel, den erschaffenen Wert zu erhalten.
Dazu muss aber sichergestellt sein, dass sich das Verhältnis der Geldmenge zur Wirtschaftsleistung einigermassen die Waage hält. Genau hier herrscht aber - nicht nur in den USA - ein Missverhältnis. Wird einfach Papiergeld gedruckt und mit der grossen Kelle verteilt, fühlen sich die Menschen reicher aber nach einiger Zeit stellen sie fest, dass sie sich mit Geld nicht mehr so viel leisten können. Sie müssen immer mehr bedruckte Papierscheinchen aufwenden, um denselben Liter Benzin oder ein kg Kartoffeln zu kaufen. Das nennt man dann "Teuerung" oder fälschlicher Weise auch "Inflation" und schimpft über die bösen Erdöl- oder Kartoffelproduzenten.
Dabei übersieht man allerdings, dass es nicht die bösen Produzenten sind, die mehr Geld für ihre Waren verlangen sondern einfach, dass das Geld in bezug auf die Waren an Wert verloren hat. Schliesslich ist die Gütermenge gleich geblieben. Nur die Geldmenge hat sich vermehrt.
Am besten kann man das am Extrembeispiel der Hyperinflation um 1923 in Deutschland erklären: EIn Brot kostete vielleicht eine Milliarde Reichsmark. War Brot teuer? Nein, man hätte jederzeit 6 Eier gegen ein kg Brot eintauschen können. Vor, während und nach der Hyperinflation.
Du, Rich, hättest vor der Inflation Dein Haus für 100'000 RM verkaufen und in 10% Bonds anlegen können. Dann hättest Du nach Ablauf der 10 Jahre mit Zins und Zinseszins über 250'000 RM erhalten. Du nennst das Werterhalt.
Fein. Nominal sicherlich richtig. Aber was hättest Du Dir für 250'000 RM dann noch kaufen können, wenn ein Brot eine Milliarde kostet?
Hättest Du vor der Inflation Gold gekauft, hättest Du den Wert des Vermögens zumindest halten, wahrscheinlich sogar steigern können.
Man sagte schon vor über 100 Jahren: Der Anzug eines feinen Herren kostet eine Unze Gold. Das stimmt eigentlich heute noch, denn für $500 kriegt man einen schönen Anzug.
Der Anzug kostete damals also $20.- War der Anzug billig? Nein, denn er kostete eine Unze Gold.
Heute kostet ein Anzug $500.-, also 25 mal mehr. Ist ein Anzug heute teuer? Nein, denn er kostet immer noch genau gleich viel nämlich eine Unze Gold.
Nicht der Anzug ist im Preis gestiegen und ebensowenig das Gold. Nur die Währung, in der wir die Dinge bemessen, ist um Faktor 25 gesunken.
In den letzten 100 Jahren hat der Dollar 95% seiner Kaufkraft verloren. Die letzten 5% schaffen wir auch noch. :twisted:
Dass ich Deinen Glauben an Amerika nicht mehr teile (auch ich war mal Amerika-Fan) ist wohl bekannt. Amerika war nach dem 2. Wk. ein hochproduktives Land, das einen enormen Überschuss produzierte und damit sogar den Wiederaufbau Westeuropas finanzieren konnte.
Heute ist aus dem grössten Gläubiger der grösste Schuldner geworden. Amerika blickt herab auf die Araber und Chinesen, ist aber auf deren Geld angewiesen, um zu überleben.
Amerika war ein Land, das noch bis vor ein paar Jahren Demokratie und Freiheit nicht nur predigte sondern auch vorlebte. Und jetzt? Die Predigten sind geblieben aber die moralische Glaubwürdigkeit ist seit Guantanamo, Abu Ghraib und den CIA-Gefangenentransporten zu ausländischen Folter-Camps im besten Fall "angekratzt".
Amerika ist kein gefallener Riese. Noch nicht. Aber die Situation erinnert an das Spanische Weltreich kurz vor seinem Verfall. Spanien ist durch die Kolonien reich geworden, hat dann über seine Verhältnisse gelebt, sich im Ausland (bei den Fuggern in Augsburg) hoch verschuldet und hat in der Endphase seine militärische Überlegenheit dazu eingesetzt, sich natürliche Ressourcen (damals Gold) zu erobern.
Statt des gelben ist heute das schwarze Gold das Objekt der Begierde. Ansonsten sind die Parallelen zu Spanien frappant. Was Amerika heute noch zur Supermacht macht ist nicht mehr die wirtschaftliche Stärke, denn die Wirtschaft überlebt nur dank Gelddruckerei und Schuldenaufbau. Es mag sein, dass Amerika seine militärische Überlegenheit noch 10 oder 20 Jahre lang erfolgreich im "Endkampf ums Öl" ausspielen kann und die Chinesen weiterhin den wachsenden Schuldenberg der USA finanzieren. Aber darauf wetten möchte ich lieber nicht!
Mit wachsenden Schulden gerät Amerika mehr und mehr in Abhängigkeit des derzeit grössten Konkurrenten China. Die Amis mögen mit ihren 7 Flugzeugträgern vor der Küste Taiwans mit dem Säbel rasseln. Die Chinesen müssen als Antwort nicht einen einzigen Schuss abfeuern. Es genügt, einfach keine Schuldscheine (T-Bonds) mehr zu kaufen und den Amis fehlen pro Tag $2 Mrd. an dringend benötigten Krediten.
Der Gedanke ist irgendwie ****: Die Chinesen können mit einer einzigen Unterschrift die Amis in die Knie zwingen und denen nützen all ihre Bomben nichts mehr.
Die Feder ist stärker als das Schwert
Ja, das mit dem fallenden Dollar und dadurch für Amerika teueres Öl und Benzin ist schon ein wichtiger Punkt. Aber ein tieferer Dollar bringt auch Vorteile für Amerika.
Für mich ist nicht die Frage, was für solche wirtschaftliche Katastrophe passieren könnten, sondern wann sie passieren werden bzw. mit welcher Wahrscheinlichkeit. Im Moment sehe ich mich nicht veranlasst meine Dollar-abhängige Aktien zu verkaufen. Ich denke, ich habe noch Zeit.
Aber es ist schon richtig, nicht gerade jetzt in Amerika zu viel zu investieren, sondern abzuwarten, bis er sich wieder abschwächt. Mittlerweile kann man auch ein wenig traden, oder?
Im Portfolio ist alles ein Kompromis.
Lancelot
Und Mao hat mal gesagt: "Das beste Argument kommt aus der Kanone.". :lol:Zitat:
Zitat von mfabian
Hat auch was für sich, je nach Situation. :wink:
Gruss Rich
Auch ich bin kein US-Fan. Wohl ist dies (noch) die mächtigste Wirtschaftsmacht, und deren Entscheide sind von weit tragender Wirkung. Was mir nicht gefällt, ist dieser unehrliche Moralismus. Sie wollen die Demokratie in die weite Welt tragen, töten aber Gefangene des Rechtes wegen. Stellen den Glauben an erster Stelle, aber für die "Händel" hinter den Kulissen hätte man sie schon lange aus dem Tempel schmeissen sollen.
Das Land wird nicht mehr mit Weitblick regiert, sondern nur noch parteipolitisch verwaltet. Entscheide in Washington richten sich immer mehr nach den zahlenden Wählenden, und nicht mehr zum Wohle des Volkes. (Kleine Klammer: Gibt es überhaupt Regierungen, die dies tun ...)
Die Verschuldung ist enorm - und sie glauben, weil sie stark sind, man könne diese Schulden später problemlos zurück fahren. In dieser Beziehung, so befürchte ich, hat Marcus absolut Recht. Die Chinesen haben alle Zeit der Welt - und langsam ziehen sie die Schlinge immer mehr zu. China wird nie eine Demokratie sein, und als kommende Weltmacht wird es uns in wenigen Generationen das Fürchten lehren.
Als Gedankenstütze: Hoch zivilisierte Völker in Zentralamerika sind verschwunden, die Aegypter, die Griechen sind nicht mehr, und auch das Römische Reich degenerierte derart, dass es unterging. Wie steht es zur Zeit mit der westlichen Zivilisation?
Gut, unsere Generation wird dies kaum mehr treffen, vielleicht aber unsere Kinder und Enkel! So können wir kurzfristig mit den US-Börsen vielleicht doch noch Geld verdienen ...
Felice
Mag sein. Man muss den Chinesen aber zu gute halten, dass Sie sich in den letzten 60 Jahren kaum jemals in andere Länder eingemischt haben. Militärisch schon gar nicht. Die Amis sind es, die derzeit Maos Argument umzusetzen. Leider :(Zitat:
Zitat von richard100
Die Amis sollten sich dabei aber bemühen, die Chinesen nicht zu verärgern. Es ist nie gut, jene Leute zu verärgern, auf deren Geld und Goodwil man angewiesen ist. ;)
Das sehe ich auch so. Ich habe ja auch nie behauptet, Du müsstest morgen Deine US-Assets verkaufen. (Übermorgen reicht auch noch :wink: )Zitat:
Zitat von Lancelot
Aber, um das einmal festzuhalten: Ich halte es für wichtig, dass man Dollarkurs, Zinsen und Immobilien in den USA immer im Auge behält, wenn man im Land der unbegrenzten Druckerpresse investiert ist. Das tust Du offenbar und damit habe ich ein Ziel schon erreicht.
Wo ich ein grosses Fragezeichen setze ist die Geschwindigkeit, mit der ein allfälliger Crash über uns hereinbrechen könnte. Ich meine damit weder einen Wertverlust des Dollars noch einen Immo-Crash noch eine Zinserhöhung am langen Ende (weil keiner mehr US-T-Bonds kauft) sonder alles zusammen und zwar gleichzeitig!
Ich glaube, dass ich bewiesen habe, dass die Faktoren Dollar, Aktien, Zinsen und Immobilien in Zusammenhang stehen und dass es einige gewichtige Gefahrenmomente gibt, die nicht einmal Rich bestritten hat. Du musst Dir also die Frage stellen, ob Du die Warnsignale rechtzeitig richtig erkennen wirst und es noch gelingt, Deine US-Assets gesittet aufzulösen.
Ein Absturz kann recht schnell von statten gehen. Ähnlich wie im Kino in dem ein Feuer ausbricht und alle gleichzeitig zur selben Tür hinaus wollen. Auslöser gibt es dabei genügend. Schon die Eröffnung der Öl-Börse in Teheran kann dem Dollar über Nacht einen 10% Verlust bringen und die diversen Blasen zum Platzen bringen.
Hierzu übrigens noch ein interessantes Buch:
https://images.amazon.com/images/P/08...CLZZZZZZZ_.jpg
Link: https://www.world-wire.com/news/1215050002.html
Schon ists passiert, Dollar durchschlägt bereits wieder die Unterstützung CHF 1.27, das passt zu weiter freundlichen US-Märkten, Futures gut 0.5% im grünen Bereich. Kursgewinne in Dollar halten. Auf den SWX-Zertifkaten bleibt der Kurs flach, so wollens die USA.
So wird's auch unseren Aktien-Kursen freundlich ergehen und das ist gut so. :) Denke übrigens, dass der US$ steigen wird.-
Gruss,
Simona
Kann sein. Doch wie lange noch? Spätestens Ende Februar sollte man allfällige Gewinne in den "Schärme" bringen, denn im März dürfte es für den Dollar aus mehreren Gründen haarig werden:Zitat:
Zitat von Simona
* Iran stellt im März die Erdölfakturierung auf Euro um
* China lässt durchblicken, zukünftig vermehrt Reserven in Euros statt Dollars zu halten. (Derzeit sind 70% der Chin. Assets in Dollars)
* Das FED wird ab März die Geldmenge M3 nicht mehr publizieren. Warum nicht? Muss nichts bedeuten, ist aber verdächtig.
* Gemäss Britischen Medien bereitet sich Israel auf einen Militärschlag gegen den Iran im März vor. So ein Angriff geht nur mit Unterstützung der Amis denn die israelischen F-18 müssten auf dem Hin- und Rückflug jeweils über irakischem Gebiet aufgetankt werden.
All dies sind Faktoren, die darauf hindeuten, dass die Nachfrage nach Dollars nachlassen wird.
Im Gegenzug sehe ich keine Gründe, weshalb die Nachfrage nach Dollars steigen sollte. Aber da lasse ich mich gerne von Rich, cybercrash oder Simona belehren.
hallo fabian
ich bin zwar auch eher pessimistisch für die monate februar bis mai 2006 eingestellt, aber aus anderen gründen als du.
die punkte 1 und 4, die du nennst, kann ich nicht ganz nachvollziehen. hast du mir einen entsprechenden link, wo ich mein unwissen updaten kann?
Hallo Fabian,
Ja, Zu Punkt 1. Lese zwar viel Wirtschaftsnachrichten aus verschiedenen Quellen, aber diese Info habe ich noch nirgends gefunden. :cry:
Kann also, wenn überhaupt vorhanden nicht so wichtig sein. Zudem muss gesagt werden, die Iraner haben wohl z.Zt. mit Ihrer Atompolitik nicht allzuviele Freunde auf dieser Welt.
Zu Punkt 2: Wenn China so stark in den $ investiert ist, dann wird es wohl eher vermeiden den $ zu schwächen und sich selber zu schaden.
Zu Punkt 4. Muss erst noch erwiesen werden. Wenn dem so ist müsste man noch diskuttieren ob dies für die Zukunft gut oder schlecht ist für die
Welt. Also Beispiel wäre da Lybien zu erwähnen.
Hier eine Info zu Ptkt 4:
https://www.ftd.de/pw/in/38874.html
Gruss Rich
Ich denke, dass in der allergrössten Krise (worst case Szenario) mit einer bankrotten Schweiz, Hungersnot, extremer Armut, etc. die Menschen kaum anständig bleiben werden. Wer Nahrungsmittel braucht, wird sich das Essen auch ohne Geld/Gold/Silber schnappen, nämlich einfach stehlen. Ich glaube, dass in der tiefsten Krise (Krieg) auch keine Edelmetalle etwas nützen. Höchstens beim Wiederaufbau Jahre später (oder man halt Gold/Silber für die Flucht - nur wohin? Uns wird es wohl erst schlecht gehen, wenn es dem Rest der Welt schlecht geht)...
Marktinsider schreibt: "in der allergrössten Krise (worst case Szenario) mit einer bankrotten Schweiz, Hungersnot, extremer Armut, etc."
Es gibt kein Worst-Case. Wenn Du stirbst, gehst Du in den Himmel. Dort ist alles gratis, deshalb darfst Du dein Gold nicht mitnehmen.
Das Problem ist, es gibt unendlich viel mögliche schlechte Szenarien, wo man nicht stirbt. Ich weiss nicht, ob nächstmal ein paar Goldbarren hilflich sein werden. Dashalb kaufe ich keine. Es ist reine Spekulation.
Lancelot
Angst ist auch irgendwie ein Zeichen von Alter, oder Altwerden. Beide hangen irgendwie zusammen. Je älter man wird desto mehr sieht man Gefahren, überall Gefahren.. :cry:
Mein Vater ist jetzt 90Jahre alt. Er steigt nicht mehr in ein Flugzeug, es könnte ja abstürzen.... Logik.. :cry:
In Sachen Gefahren, Krisen, etc. bin ich zum Glück noch 20... :lol:
Wir leben doch in der besten aller Welten... :lol:
Gruss Rich :lol:
1) Teheraner Ölbörse: https://www.energybulletin.net/7707.html
2) War gestern in den Nachrichten: China hat natürlich das Problem, dass es einerseits den Dollar nicht schwächen, andererseits aber auch einsieht, dass es diese Dollars nie mehr loswerden kann. Vermutung: China wird - ähnlich wie Indien - das aktuelle Niveau an Dollar-Assets halten aber weniger neue US-Schulden aufkaufen.
Zu 4:) Isreal plant Angriff auf Iran: https://www.timesonline.co.uk/article/0,,2089-1920074,00.html
@Marktinsider, @Rich
Die Wahrheit liegt wohl zwischen Worst case Scenario und Beste aller Welten.
Vielleicht müsst ihr Euch mal abgewöhnen, Rohstoffe im allgemeinen (Edelmetalle im speziellen) als Krisen-Anlage zu verstehen, obschon sie dies unbestreitbar auch sind.
Ich behaupte lediglich, dass es Zeiten gibt, die gut für Aktien sind und Zeiten, die gut für Rohstoffe sind. Punkt!
Ich behaupte, die Zeit für Aktien ist vorbei und die Zeit der Rohstoffe hat 2001 begonnen. Natürlich wird es wieder mal drehen. Na und? Dann drehe ich ebenfalls meine Position.
Goldminen sind in den letzten 5 Jahren um etwa 550% gestiegen. Und dies trotz des schlechten Konsolidierungs-Jahres 2005.
Rohstoffe sind kurz über historischen Tiefs und fundamentale Daten deuten darauf hin, dass noch sehr viel Potential nach oben herrscht.
Handkehrum sind Aktien seit 23 Jahren im Schnitt gut gelaufen und heute (gemessen am realen KGV) teuer. Fundamentale Daten deuten hier darauf hin, dass die kommenden 10 Jahre schlecht sein werden.
Warum also mit dem Brecheisen ums Verrecken bei Aktien bleiben?
Ich würde mir da besonders von Dir, Rich, Argumente wünschen, die über allgemeine Floskeln und Mao-Zitate hinausgehen.
test
Warum denn gleich jemand angreifen, wenn er nicht gleicher Meinung ist.
Tse tse tse.. :lol:
Werde mich bemühen, in Zukunft mein geistiges Niveau dem Deinen anzupassen. :wink:
Wir wissen, dass Herr mfabian ein excellenter Kenner der Materie, Edelmetalle insbesondere Zertifikate ist, wenn auch das perfekte Bauchgefühl das Optimum oft nicht trifft. Umso interessanter sind seine Gedankengänge zu verfolgen, unglaublich auch sein Zugriff auf hervorragende Webseiten und fundierte Info, für diese Leistung möchte ich Herrn mfabian ein grosses Kompliment aussprechen. Es ist doch aber beim Wissen über Aktien eine teils katastrophale Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und Fehlinterpretation festzustellen. Ich verlass mich da also gerne auf die eigenen Recherchen und verzichte auf gutgemeinte Ratschläge des Herrn mfabian betreffend Aktien.
Warum den immer gleich so unterschwellige und völlig deplazierte
Seitenhiebe???
Ich finde die Beiträge von mfabian das Beste was man in den Foren lesen kann. Das will aber nicht heissen, dass ich immer mit allem einverstanden bin oder gar umsetze. Aber es sind Beiträge mit "Fleisch am Knochen"! Will heissen immer mit plausiblen Begründungen und Fakten auf denen man dann seine eigene Einschätzung aufbauen kann. Das schätze ich sehr.
Karat
Hallo Karat,
Wie sagt man doch : So wie man in den Wald ruft so tönt es zurück.
Damit muss man rechnen:
:lol:
Fabian hat geschrieben:
Ich würde mir da besonders von Dir, Rich, Argumente wünschen, die über allgemeine Floskeln und Mao-Zitate hinausgehen.
Aber lassen wir das jetzt sein, und widmen wir uns den Börsentatsachen. Wir wollen ja nicht zu einem Cashforum verkommen. :lol:
Gruss Rich