Thema: Wertpapieranfänger: ETFs oder Fonds?

Ergebnis 1 bis 11 von 11
  1. Wertpapieranfänger: ETFs oder Fonds? # 1
    RheinPirat
    RheinPirat ist offline

    Beiträge
    91
    seit
    18.03.2012
    Hallo liebe Community,

    meine Lebensgefährtin und ich würden gerne anfangen regelmäßig etwas Geld auf Seite zu legen. Bisher finanzieren wir unser Eigenheim und zahlen beide in eine Betriebsrente ein (noch ca. 33 Jahre). Betongold + Betriebsrente + staatliche Rente, so bilde ich mir ein, dürfte im Alter ausreichen um nicht zu verarmen. Trotzdem wollen wir gerne etwas mehr auf Seite legen, was mehr Gewinn verspricht als ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto. Wir sind auch bereit Risiken in Kauf zu nehmen. Eine überteuerte Versicherung kommt für uns nicht infrage, zumal wir das Geld gerne flexibel nutzen wollen und nicht zweckgebunden (Riester u.ä.).

    Wir haben Fonds oder ETFs ins Auge gefasst (Wertpapier-Sparplan, ca. 150 bis 200 Euro/Monat). Wir lesen und seit einiger Zeit intensiv ein und wir beide wissen, dass wir sicherlich auch Fehlentscheidungen treffen und ggf. auch Geld verbrennen werden. Aber learning by doing!

    Als Anfänger, so denke ich mir, wären Fonds die sichere Alternative, da aktiv verwaltet. Aber gerade der Reiz liegt auch in den ETFs. Doch hierbei weiß ich wirklich nicht, was auf uns zu kommt, wenn wir diese selbst verwalten.

    Für Antworten wären wir dankbar.

  2. AW: Wertpapieranfänger: ETFs oder Fonds? # 2
    Cici
    Cici ist offline

    Beiträge
    619
    seit
    01.11.2013
    Zitat Zitat von RheinPirat
    Als Anfänger, so denke ich mir, wären Fonds die sichere Alternative, da aktiv verwaltet. Aber gerade der Reiz liegt auch in den ETFs. Doch hierbei weiß ich wirklich nicht, was auf uns zu kommt, wenn wir diese selbst verwalten.
    Aktive Fonds werden immer als sicherer verkauft, da ja "Experten" als Manager dahinter stehen, die im Notfall die Kursverluste begrenzen oder unterbewertete Aktien ins Depot nehmen können. Die Praxis zeigt aber, dass die überwiegende Mehrheit der Fondsmanager diese Theorie aber nicht in die Praxis umsetzen kann und eben nicht besser als Markt performt.

    Meines Erachtens wissen die über die zukünftige Kursentwicklung auch nicht mehr als jeder normale Kleinanleger. Wegen der hohen Verwaltungskosten müssen sie aber schon eine Outperformance erzielen, um überhaupt mit dem Markt gleichziehen zu können. Für eine Outperformance nach Kosten müssten sie den Markt dann nochmals übertreffen, was langfristig gesehen für die Mehrheit der Fonds rein statistisch schon nicht möglich ist. Passive Fonds dagegen haben minimale Mehrkosten und bringen langfristig gesehen mehr Rendite.

    Ich würde deshalb keine aktiven Fonds kaufen, da die Performance langfristig im Schnitt schlechter sein muss als bei passiven Fonds. Einzelne Manager können natürlich trotzdem eine bessere Performance erzielen, welche das sind, weiß man allerdings immer erst hinterher. Aktive Fonds kämen für mich ggf. bei Spekulationen auf bestimmte Regionen oder Sektoren in Frage, in die man sonst nicht passiv investieren kann oder für die tatsächlich Fachwissen erforderlich ist. Bei den großen Märkten wie Europa, USA, Japan etc. ist das m.E. nicht der Fall, da würde ich passive Fonds immer vorziehen.

    Passiv in Aktien zu investieren ist auch keine große Kunst, ihr sucht euch einfach ein paar kostengünstige, breit gestreute ETFs auf die größten Märkte (z.B. MSCI USA/S&P 500, MSCI Europe/STOXX Europe 600 etc. oder MSCI World + Emerging Markets) und zahlt auf diese regelmäßig per Sparplan ein. Die Ausschüttungen werden einfach wieder reinvestiert, z.B. durch Anpassung der Sparraten. Langfristig gesehen kann da eigentlich nicht viel schief gehen, zwischenzeitlich sind natürlich deutliche Kursverluste möglich. Die größte Schwierigkeit ist hier vermutlich, das ganze wirklich jahre- oder jahrezehntelang stur durchzuhalten.

  3. AW: Wertpapieranfänger: ETFs oder Fonds? # 3
    RheinPirat
    RheinPirat ist offline

    Beiträge
    91
    seit
    18.03.2012
    Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

    Wo du schon einmal bestimmte ETFs ansprichst und empfiehlst, was für eine Streuung würdest du, oder wer anders, denn favorisieren? Da man in einen ETF häufig schon ab 50 Euro/Monat investieren kann, empfiehlt sich da eine Streuung, bei beispielsweise 150/Monat insgesamt, von 3x 50 oder eher 1x50 und 100 in einen anderen ETF oder 70 und 80 o.a.?

  4. AW: Wertpapieranfänger: ETFs oder Fonds? # 4
    Cici
    Cici ist offline

    Beiträge
    619
    seit
    01.11.2013
    Zitat Zitat von RheinPirat
    Wo du schon einmal bestimmte ETFs ansprichst und empfiehlst, was für eine Streuung würdest du, oder wer anders, denn favorisieren?
    Empfehlen möchte ich lieber nichts konkretes, eher Anregungen liefern, in welche Richtung ihr euch erkundigen könntet.

    Je breiter gestreut, desto besser natürlich, d.h. idealweise setzt man auf einen ETF, der die Aktienmärkte der Industrieländer (DM) und Schwellenländer (EM) abbildet. Ich bin grad nicht sicher, ob es so einen ETF für alle Märkte gibt, auf jeden Fall kann man sich das durch zwei selbst zusammenstellen. Die EM sind bspw. etwas volatiler als die DM, das Renditepotential ist aber auch größer. Entsprechend sollte man das seinem persönlichen Risikoprofil anpassen. In den DM sind die USA als größer Markt auch übergewichtet, die US-Kurse stehen relativ zu anderen großen Märkten aktuell aber auch schon recht hoch. Man könnte also auch noch feiner aufteilen und den DM-ETF auch noch durch ETFs auf die Einzelkomponenten abbilden und dort bspw. die USA untergewichten. Möglicherweise verschenkt man dann aber zukünftig Rendite. Du siehst, da ist viel Raum für persönliche Spielerei.

    Dazu kommt, dass einige ETFs nur als ausländische Fonds erhältlich sind, was sich auf die steuerliche Behandlung auswirken kann. Inländische ETFs sind steuerlich unkompliziert, bei einigen ausländischen muss man regelmäßig eine Anlage in der Steuererklärung ausfüllen. Das kann bei der Auswahl der ETFs also eine zusätzliche Einschränkung sein, wenn man sich die Arbeit nicht machen möchte.

    Der klassische passive Ansatz ist, glaube ich, eine Aufteilung der ETF-Komponenten entsprechend dem Bruttoinlandsprodukt der abgebildeten Länder. Aktuell wäre das etwa 60% DM und 40% EM, wenn ich das richtig sehe. Aber wie gesagt, die Gewichtung sollte man seinem persönlichen Risikoprofil anpassen. Bei der comdirect kann man auch schon ab 25 Euro je Monat in ETFs sparen, damit wären theoretisch 6 ETFs möglich. Ich finde, man sollte es sich da aber so einfach wie möglich machen, also minimale Anzahl mit möglichst großer Marktabdeckung.

  5. AW: Wertpapieranfänger: ETFs oder Fonds? # 5
    RheinPirat
    RheinPirat ist offline

    Beiträge
    91
    seit
    18.03.2012
    Da wir unser Depot bei der ING-Diba eröffnet haben, bleibt uns zunächst auch nur die Auswahl, welche dort angeboten wird. Welche zwei ETFs würdest du da im Speziellen anregen? Ich würde mich dann weitergehend erkundigen.

    https://www.ing-diba.de/wertpapiere/wertpapier-sparen/

  6. AW: Wertpapieranfänger: ETFs oder Fonds? # 6
    titan1981
    titan1981 ist offline

    Beiträge
    1.259
    seit
    03.07.2013
    ich würde mir je nach deiner situation erst einmal schauen ob ich noch den Freibetrag ausschöpfen kann, wenn ja dann würde ich ausschüttende Fonds wählen und wenn nein einen thesaurierenden am besten mit deutschen Domizil wegen der steuereinfachheit. Also erst einmal das abklären in welche Richtung es gehen soll.

  7. AW: Wertpapieranfänger: ETFs oder Fonds? # 7
    Trader60
    Trader60 ist offline

    Beiträge
    44
    seit
    29.11.2012
    aktiv gemanagte Fonds, z.b. Control Portfolios gehen raus aus Aktien wenn die Kurse fallen und steigen wieder ein, wenn es nach oben geht, das bildet ein ETF niemals nach.

  8. AW: Wertpapieranfänger: ETFs oder Fonds? # 8
    Daukind
    Daukind ist offline

    Beiträge
    1.356
    seit
    08.04.2014
    Zitat Zitat von Trader60
    aktiv gemanagte Fonds, z.b. Control Portfolios gehen raus aus Aktien wenn die Kurse fallen und steigen wieder ein, wenn es nach oben geht, das bildet ein ETF niemals nach.
    Aha. Deswegen schlagen ja auch so unglaublich viele Fondsmanager den Markt, gell?
    Wer die Ausstiegs- und Einstiegspunkte vorhersagen kann muss keinen Fonds mehr managen, der druckt das Geld sowieso...

  9. AW: Wertpapieranfänger: ETFs oder Fonds? # 9
    Trader60
    Trader60 ist offline

    Beiträge
    44
    seit
    29.11.2012
    Daukind, es ist ja nachgewiesen, dass es einfach so ist, bleib also sachlich

  10. AW: Wertpapieranfänger: ETFs oder Fonds? # 10
    Daukind
    Daukind ist offline

    Beiträge
    1.356
    seit
    08.04.2014
    Zitat Zitat von Trader60
    Daukind, es ist ja nachgewiesen, dass es einfach so ist, bleib also sachlich
    Dann ist es ja ein einfaches den Nachweis zu verlinken, oder?

  11. AW: Wertpapieranfänger: ETFs oder Fonds? # 11
    Matthew Pryor
    Matthew Pryor ist offline

    Beiträge
    1.476
    seit
    10.12.2012
    Nachgewiesen ist ja zumindest,dass es derartige Strategien zuhauf gibt.Der Nachweis,dass diese Strategien einem durchdachten ETF-Portfolio dauerhaft überlegen sind,dürfte Trader 60 hingegen schwer fallen...

Ähnliche Themen

  1. Geldanlage in Fonds/ ETFs/ Aktien/ oder ?
    Von Solymar im Forum Geldanlagen: Fest-, Tagesgeld & Investmentfonds
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 25.02.2015, 15:35
  2. ETF , Aktien oder Fonds ?
    Von xtragrisu im Forum Geldanlagen: Fest-, Tagesgeld & Investmentfonds
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 01.01.2015, 14:39
  3. Besteuerung von ausländischen Fonds (ETFs) in Österreich
    Von finanz_forum im Forum Steuerliche Aspekte
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 10.11.2014, 08:35
  4. Fonds/ETFs suchen nach Ausschüttungs-Intervall
    Von ulfcihak im Forum Geldanlagen: Fest-, Tagesgeld & Investmentfonds
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 11.02.2013, 18:15
  5. ETF Fondssparpläne oder normale Fonds?
    Von rafi911 im Forum Geldanlagen: Fest-, Tagesgeld & Investmentfonds
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 20.12.2010, 09:46