Thema: Kapitalanlage in einer Versicherung?

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  1. Kapitalanlage in einer Versicherung? # 1
    Berne77
    Berne77 ist offline

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    02.04.2014
    Hallo zusammen

    Ich bin neu hier im Forum und wollte mich bei den Experten erkundigen, was Ihr von meiner Idee haltet. Habe auch woanders schon mein Glück versucht, da blieb mein Post leider unbeantwortet...

    Es geht bei mir um eine Anlage von ca. 80.000 Euro. Diese möchte ich über die nächsten Monate in verschiedenen Stückelungen, hauptsächlich in Fonds und ETF gut verteilt und chancenreich anlegen. Das Geld benötige ich in den nächsten 10 Jahren sicher nicht. Ich möchte mein Geld selber verwalten und habe leider vor kurzem 10 t in einer schiffsbeteiligung verloren. Das war damals wohl die teuerste Beratung.

    Bisher handelte ich mit kleineren Beträgen über die comdirect und das klappt schon ganz gut seit ein paar Jahren. Störend fand ich immer die Ausgabeaufschläge und vor allem die Abgeltungssteuer, wenn auch der Betrag an Abgeltungssteuer recht überschaubar war bei mir bis jetzt.

    Meine Idee ist nun folgende. Die Anlage soll in eine Versicherung investiert werden. Dazu ausgesucht habe ich mir dieses Produkt der interrisk: honorar-police.de/gruende-die-fuer-die-myindex-satellite-nettotarif-von-der-interrisk-sprechen

    Die Vorteile sind vor allem keine Abgeltungssteuer bei Umschichtungen und kostenfreie Umschichtungen. Die Fondsauswahl macht mir einen sehr guten Eindruck. Verfügbar ist das Geld jeden Tag wie in einem Depot.

    Gibt es noch etwas zu bedenken oder seht Ihr Risiken, eine Anlage in einer Versicherung zu tätigen? Bitte alles posten, was Euch einfällt und evtl. berücksichtigt werden muss.

    Danke Euch
    Berne

  2. AW: Kapitalanlage in einer Versicherung? # 2
    Torsten Breitag
    Torsten Breitag ist offline

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    18.02.2014
    Besagter Tarif HFRV ist ein sehr attraktives Mantelprodukt. Allerdings fallen zu den Kosten für die "Beratung" auch noch Lizenzgebühren für den VDH an. Es gibt darüber hinaus noch den Tarif SFRV.

    Der SFRV hat diese Lizenzgebühren nicht, aber auch eine beschränktere Auswahl an Fonds. Man kann aber auch mit dem SFRV ein passives Weltportfolio darstellen. MSCI World, Stoxx600, MSCI EM ... alles vorhanden.

    Steuertechnisch relevant:
    Auszahlungen können bis zum 85. Lebensjahr verschoben werden, Teilauszahlungen sind möglich. In Kombination mit dem für Versicherungen bei Laufzeiten ab 12 Jahren und Entnahme ab 62 geltenden Halbeinkünfteverfahren steuerlich eine attraktive Regelung.

    Noch attraktiver ist allerdings der Lösungsansatz über die Todesfallleistung zu gehen. Sprich bspw. den Vater als versicherte Person mit aufzunehmen. Todesfallleistungen aus Fondspolicen sind vorbehaltlich Erbschaftssteuer steuerfrei.

    ---

    Die Entscheidung für oder gegen das Produkt hängt aus meiner Sicht von folgenden Fragen ab:

    - Welche Fonds sollen gewählt werden
    - Reichen Teilentnahmen bis 85 als steuerliche Gestaltung

    ---

    Ein Hinweis auf den größten Fallstrick. Fonds in Fondspolicen sind kein Sondervermögen im Besitz des Versicherungsnehmers. Sie sind zwar Sondervermögen, aber im Besitz der Versicherung. Sprich: Bei Konkurs der Gesellschaft nicht vollends geschützt.

    Bei der Auswahl einer Gesellschaft für Fondspolicen also immer auf deren Geschäftszahlen achten!

  3. AW: Kapitalanlage in einer Versicherung? # 3
    EuroPaule
    EuroPaule ist offline

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    24.09.2009
    Hallo,

    ich habe die Erfahrung gemacht, dass Anlageprodukte, die hauptsächlich zur Vermeidung von Steuern gewählt werden, meistens mehr Nach- als Vorteile mit sich bringen.

    Die beschriebene Strategie ist aus meiner Sich in erster Linie eine Spekulation auf die steuerliche Situation bei Ablauf des Versicherungsvertrages.
    Klar kannst Du während der Laufzeit ein paar Euro generieren, wenn Du Geld weiter anlegen kannst anstelle es gleich an den Fiskus abzuführen.
    Aber was, wenn zum Laufzeitende die Besteuerung wesentlich ungünstiger ist als heute?
    Dafür müssen nur die Linken in die Regierung einziehen und schon gehts den bösen Kapitalisten an den Kragen..... .
    Das politische Risiko ist aus meiner Sicht unkalkulierbar. Historisch gesehen ist die Abgeltungssteuer für viele Menschen eine relativ günstige Variante.

    Gruß Paule

  4. AW: Kapitalanlage in einer Versicherung? # 4
    Torsten Breitag
    Torsten Breitag ist offline

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    18.02.2014
    Zitat Zitat von EuroPaule
    Hallo,
    Historisch gesehen ist die Abgeltungssteuer für viele Menschen eine relativ günstige Variante.
    Du meinst sicherlich Zinserträge, wir redeten aber im Kontext von Wertpapieren. Und da hatten wir historisch gesehen 6 Monate Spekulationsfrist bis 1999, danach 12 Monate und seit 2009 Abgeltungssteuer.

    Im Policenmantel hatten wir früher die an Bedingungen gekoppelte pauschale Steuerfreiheit von Kapitalabfindungen, heute das Halbeinkünfteverfahren bei Kapitalabfindungen.

    Ist mir ein wenig schleierhaft, wie du in dem Kontext von historisch günstig sprechen kannst. Wobei historisch ja dehnbar ist ... keine Ahnung wie es im Kaiserreich aussah ... kleiner Scherz.

    ---

    Ansonsten sind deine Hinweise ja lobenswert. Bei den meisten Deutschen stellt im Kontext "Steuern sparen" und "Immobilien" alles oberhalb der Schultern den Dienst ein ...

    Wir haben hier aber keinen ominösen Steuerspartrick beleuchtet, oder irgendwelche Denkmalabschreibungen oder sonstige Graumarktdiskussionen geführt, keine Sorge.

    Wir reden von geltendem Recht, das bereits 2 grundlegende Änderungen im Rahmen der Bestandsschutzregelungen überstanden hat. Nämlich die von 2004/5 und 2008/9. Genau genommen war angesprochene Gestaltungsmöglichkeit vor 2004/5 völlig uninteressant, da generelle Usus. Für Altverträge auch immer noch der Fall.

    Nur die Reproduzierbarkeit für Neuverträge wurde eben eingeschränkt ...

    Wenn also besagte Linksradikale nicht anfangen unsere unabhängigen Gerichte im Sinne eines totalitären Regimes zu beschneiden, sowie am Grundgesetzt bezüglich Recht auf Eigentum herum zu schrauben ... ist das schon etwas weit hergeholt.

    Ich bin mir aber auch recht sicher, dass dir die entsprechenden prozentualen Hürden für Änderungen besagter Normen bekannt sind.

  5. AW: Kapitalanlage in einer Versicherung? # 5
    Torsten Breitag
    Torsten Breitag ist offline

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    18.02.2014
    Ein Knaller Post ist ja schon witzig genug, aber gleich 3 Mal den gleichen Schwachsinn?

    1) Es gibt keinen Versicherer mit einer Kostenquote von auch nur annähernd oder ansatzweise 20 %

    2) Die Inflation liegt aktuell bei 0,5 % in der Eurozone, im Jahresschnitt 2013 bei 1,49 %

    3) Lies du dir den §89 VAG auch mal durch, vielleicht besteht ja eine kleine Chance, dass du dann verstehst was dort steht. Allein mir fehlt der Glaube ...

    4) Erstmal haben Börsencrashs mit Inflation genau 0 zu tun. Zweitens behalten Sachwerte "EINEN" Wert, aber definitiv nicht "IHREN" Wert. Heißt im Falle einer Hyperinflation nichts anderes als: Bäcker bekommt den Diamantring, Kunde das Brot ... allein in der deutschen Geschichte finden sich dafür genügend Beispiele.

  6. AW: Kapitalanlage in einer Versicherung? # 6
    steuervorteil
    steuervorteil ist offline

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    11.04.2014
    Hallo,

    zu 1. es gibt diese Aufstellung..und die Kostenquoten liegen zwischen 20-40 %, das hab ich schwarz auf weiss...ähnliches auch hier nachzulesen:
    >>handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/nachrichten/lebensversicherungen-kostenquote-von-46-prozent/8708190-2.html

    oder auch:
    Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
    Ranglistentabelle/ausgewählte Kennzahlen der Lebensversicherungsunternehmen

    klar, das man das thema kostenquote gerne scheut und nach 30 jahren dann gerne den unwissenden spielt ;-)

    zu 2. die Inflation lag 2013 bei 1,5 % wobei für 2014 eine deutliche steigerung zu erwarten ist..und die "reale inflation" anhand des verbraucherpreisindexes dürfte mit sicherheit über 1,5% liegen...

    zu 3. schon oftmals durchgelesen, evtl für sie auch empfehlenswert ..oder einfach mal von einem fachjuristen aufklären lassen was das genau bedeutet..aber guthaben nicht auszahlen bei nichtgeänderter zahlungsverpflichtung ist eindeutig.



    zu 4. schon erstaunlich das sie den werterhalt von grund und boden in abrede stellen wollen. Ja, sicher, das die inflation nichts mit dem weltwirtschaftsystem zu tun hat welches an den börsen hängt...naja lassen wir das..sie wissen es ja eh besser ;-)


    machen sie doch einfach mal die probe aufs exempel mit ihren kunden..gesellschaft anfragen nach dem aktuellen rückkaufswert und diese dann von 2014-2016 mal auflisten lassen...ich empfehle die schnellen schuhe anzuziehen ;-)

    interessantes dossier zu diesem thema
    >>wohlstandsbildner.de/files/lv-versicherungscheck_konzentriert.pdf

  7. AW: Kapitalanlage in einer Versicherung? # 7
    Torsten Breitag
    Torsten Breitag ist offline

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    18.02.2014
    Der Begriff "Kostenquote" ist kein Fantasiebegriff in der Deutungshoheit von Journalisten oder Ökotest. Die Kostenquote findet sich in jedem Geschäftsbericht einer jeder Versicherung ganz transparent nachvollziehbar.

    In verlinktem Schmierblatt wurde Kostenbelastung, Abschlusskostenquote und Verwaltungskostenquote völlig durcheinander geworfen. Mehr ist von Journalisten regelmäßig auch nicht zu erwarten.

    Die Bafin hingegen weiß was sie veröffentlicht. Dort werden Sie Ihre reißerischen Aussagen nicht finden.

    Bafin ist ein gutes Stichwort, Ihre Seite und Ihre "Dienstleistung" sollte die Bafin mal prüfen.

    ---

    Eine reale Inflation gibt es nicht. Für 2014 ist keine Steigerung zu erwarten, es droht eher Deflationsgefahr. Der Verbraucherpreisindex sagt ... 1,5 % Veränderung in 2013. Lesen bildet.

    ---

    Vielleicht erst einmal verstehen, wer was wann nicht machen darf / kann, wer die Entscheidung dafür trifft und welche Voraussetzungen bestehen.

    Da sind sich die Juristen im Gegensatz zu völligen Laien wie Ihnen auch ziemlich einig.

    ---

    zu 4. schon erstaunlich das sie den werterhalt von grund und boden in abrede stellen wollen. Ja, sicher, das die inflation nichts mit dem weltwirtschaftsystem zu tun hat welches an den börsen hängt...naja lassen wir das..sie wissen es ja eh besser
    Im Gegensatz zu Ihnen habe ich meine Bildung nicht aus der Bild. Also ja, ich weiss es besser.

    Nehmen wir mal Gewerbeimmobilien, da diese ja dank indexierter Mietverträge besonders als Inflationsschutz angepriesen werden. Diese haben 2003-2013 im Schnitt Vorsteuer- und Vorkostenrenditen von 2 % erbracht ... siehe Studien von IPD etc. ...

    Also eines ist sicher: Einen Inflationsschutz konnten diese Objekte nach Managementkosten und Steuern nicht annähernd bieten.

    Klar, der durchschnittliche Deutsche schaltet bei den Begriffen Steuern sparen und Inflation das Hirn aus, ist ja bei Ihnen auch der Fall. Aber halten wir uns lieber an die Zahlen, statt an Ihre Phantasie.

    machen sie doch einfach mal die probe aufs exempel mit ihren kunden..gesellschaft anfragen nach dem aktuellen rückkaufswert und diese dann von 2014-2016 mal auflisten lassen...ich empfehle die schnellen schuhe anzuziehen
    Ich muss keine Gesellschaft nach einem "Rückkaufswert anfragen", den seh ich mit 2 Klicks.

    Ich sehe sogar die durchschnittlichen Abschluss- und Verwaltungskosten der jeweiligen Verträge auf einen Blick. 1,87 % / 4,15 % gerundet ... über alle kapitalbildenden Verträge im Bestand.

    Im Gegensatz zu "ich vertick mal denkmalgeschützte Immobilien als Abschreibungsobjekt" hafte ich für meine Dienstleistungen und benötige eine Qualifikation.

  8. AW: Kapitalanlage in einer Versicherung? # 8
    steuervorteil
    steuervorteil ist offline

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    11.04.2014
    Hm ja, das Handelsblatt als Schmierblatt zu bezeichnen...liegt das daran das zu wenig Bilder darin sind?

    Das die Inflation mit hoher Sicherheit steigen wird, sehen zumindest die Analysten momentan so, aber das wissen sie natürlich auch besser. Evt nochmal nachlesen was die Wirkungsfaktoren von Inflation und Deflation sind...dann sieht man schnell wohin es dieses Jahr gehen wird, denn da bildet Lesen auch ;-)

    Danke für die Darlegung Ihrer Rechenkünste...Gewerbimmobilien als Kapitalanlage für Privatanleger?? Schon die reine Tatsache das Sie aus den verschiedensten Möglichkeiten in Sachwerte zu investieren die schlechteste wählen, zeigt ja deutlich wie weit es da mit dem Wissen bestellt ist ;-)

    Der Fachvortrag wurde übrigens auf der Finanzmesse Invest gehalten, falls Sie die nicht kennen sollten..sehr empfehlenswert und eventuell auch mal für die ein oder andere "Auffrischung" ganz gut ;-)

    Da ich weder was mit Gewerbeimmobilien noch mit Denkmalimmobiien zu tun habe aber das offensichtlich alles ist aus Ihrem Repertoire, kann ich nur sagen: Respekt, das nenne ich wirklich Fachkompetenz :-D

    Schön zu sehen das sie sich auf Ihre "Qualifikation" verlassen...ich kann Ihnen nur viel Glück wünschen ;-)

  9. AW: Kapitalanlage in einer Versicherung? # 9
    Torsten Breitag
    Torsten Breitag ist offline

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    18.02.2014
    Welches Anlageinstrument favorisierten Privatanleger und favorisieren es nach Zahlen immernoch? Offene Immobilienfonds ... in was investieren diese, in Gewerbeimmobilien.

    Immobilien haben Sie selbst in Spiel gebracht, um Ihre ominöse Internetseite zu bewerben.

    Da Mietverträge für privat vermietete Immobilien nicht indexiert sind, besteht schon per Definition kein "Inflationsschutz". Zur Wertentwicklung gibt es hinreichend Statistiken, die einen Inflationsausgleich schon vor Instandhaltungskosten deutschlandweit unrealistisch erscheinen lassen. Blasen in Großstädten mal außen vor ...

    Grund und Boden erzielt keine Erträge, so er nicht bewirtschaftet wird. Und auch mit Agrarland im Ostblock sind nicht weniger Neunmalkluge auf die Nase gefallen, als mit den üblichen Milchmädchenrechnungen bei Abschreibungsobjekten.

    ---

    Die von der EZB befragten Experten gehen im Schnitt von etwa 1,6 % Inflation bis 2016, mittelfristig von 1,9 % aus. Das war, bevor die Zahlen für März draußen waren. Was selbsternannte Experten, die gern Sachwerte verkaufen möchten, so in schwachen Minuten prognostizieren, ist mir reichlich egal.

    ---

    Sie können von mir aus beliebig viel halbgewalktes Zeug nachquatschen - das sie nicht verstanden haben. Für eine seriöse Diskussion disqualifizieren Sie sich selbst. Viel Erfolg bei der Verbreitung Ihrer Stammtischweisheiten ...

  10. AW: Kapitalanlage in einer Versicherung? # 10
    klaus458
    klaus458 ist offline

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    27.04.2014
    Wirklich gute Antworten, sehr hilfreich!
    Lg

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