Goldkurs und Leitzins

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  1. Avatar von Dante
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    Standard Goldkurs und Leitzins

    Warum leidet der Goldkurs unter der Leitzinserhöhung?
    Das er schwächelt wegen dem starken Dollar erschließt sich mir ja noch, da Gold in Dollar gehandelt wird.
    Aber was hat der Leitzins in den USA damit zu tun?



    Und wo wir schon beim Thema Leitzins sind.
    Die Aussage ist, der Leitzins wird weiter erhöht, weil die Inflation noch nicht zurückgegangen ist. Auch das erschließt sich mir nicht. Die Inflation berechnet sich doch aus den gestiegenen Verbraucherpreisen. Wie sollen die denn von gestern auf morgen wieder sinken, wenn der Leitzins erhöht wird? Die Unternehmen denken sich doch nicht: "Oh, der Leitzins wurde erhöht, na dann senke ich die Preise meiner Güter wieder". Das ist doch Unsinn. Wie kommen solche Aussagen zustande?

  2. Avatar von utopus
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    Standard AW: Goldkurs und Leitzins

    Gold zahlt keine Zinsen ... und wenn es auf dem Kapitalmarkt wieder mehr Zinsen gibt, dann wird tendenziell mehr Gold verkauft und in Zinsprodukte angelegt.

    Der erhöhte Leitzins sorgt dafür, dass Kredite/Geld teurer wird - also ist weniger Geld verfügbar, es kann also nicht mehr soviel gekauft/ausgegeben werden und die Nachfrage sinkt - bei einem Nachfragerückgang müssen die Preise gesenkt werden um wieder mehr zu verkaufen ... so die Theorie.
    (Angebot und Nachfrage regeln den Preis ...)

  3. Avatar von Dante
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    Standard AW: Goldkurs und Leitzins

    bei einem Nachfragerückgang müssen die Preise gesenkt
    Aber niemand senkt die Preise.

  4. Avatar von utopus
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    Standard AW: Goldkurs und Leitzins

    Wenn man hier im Forum ließt, ist z.B. Betongold teilweise schon sehr viel günstiger geworden ...
    auch einige Rohstoffe sind wieder günstiger zu haben - dadurch, dass sich viele eine inzwischen teurere Immobilienfinanzierung nicht mehr leisten können.

    An der Börse sind auch einige Unternehmen günstiger zu bekommen ...

  5. Avatar von ZehWeh
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    Standard AW: Goldkurs und Leitzins

    Zitat Zitat von Dante
    Aber niemand senkt die Preise.
    Die Nachfrage bestimmt den Preis. Mit der Leitzinserhöhung haben vermutlich einige Investoren angefangen ihre Goldbestände zu reduzieren und in Anleihen etc. umzuschichten, eben wo es jetzt wieder Zinsen gibt. Dadurch gibt es mehr Angebot als Nachfrage und das drückt den Preis nach unten !

    Zum Thema Leitzins : Durch eine Erhöhung des Leitzinses wird dem Geldmarkt kapital entzogen, da Banken dann nicht mehr günstig an Kredite kommen. Das im Umlauf befindliche Geld wird also weniger und wenn etwas weniger wird, wird es in der Regel wertvoller und wirkt damit der Inflation entgegen. Es wird weniger investiert, dafür mehr gespart, weil der Kapitalmarkt wieder Zinsen abwirft !

  6. Avatar von Dante
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    Standard AW: Goldkurs und Leitzins

    Zitat Zitat von utopus
    Wenn man hier im Forum ließt, ist z.B. Betongold teilweise schon sehr viel günstiger geworden ...
    auch einige Rohstoffe sind wieder günstiger zu haben - dadurch, dass sich viele eine inzwischen teurere Immobilienfinanzierung nicht mehr leisten können.

    An der Börse sind auch einige Unternehmen günstiger zu bekommen ...
    Aber an der Börse gelistete Unternehmen wirken sich nicht auf die Inflation aus, wenn ich sie als Anlager günstiger bekommen kann.
    Und Immobilien können auch nicht viel an der Höhe der Inflation ausmachen, ansonsten hätten wir in den vergangenen Jahren als die Immobilienpreise so abartig gestiegen sind eine höhere Inflation haben müssen.

  7. Avatar von StGe1973
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    Standard AW: Goldkurs und Leitzins

    Gold schwächelt nicht bei einem stärkeren Dollar, weil es in Dollar gehandelt wird. Dollar ist die Weltleitwährung und Gold die "Weltersatzwährung". Wenn Dollar stärker wird, dann verzichtet man auf Ersatzwährung. Wenn Dollar schwächelt, so schichten Investoren tendenziel in die Ersatzwährung um.

    Eine Leitinserhöhung wirkt nicht von heute auf morgen. Deshalb ist ja der Vorwurf an die EZB, dass sie viel zu lange gewartet hat. Zinserhöhungen wirken 6 bis 9 Monate nach der Erhöhung in der Realwirtschaft. Der theoretische Mechanismus wurde ja bereits dargestellt. Höherer Zins = geringere Kreditvergabe = verringerte Geldmenge = sinkende Preise bzw. geringer steigende Preise = geringere Inflation.

  8. Avatar von bruno68
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    Standard AW: Goldkurs und Leitzins

    Es stimmt nicht mehr, das mit dem Gold!

    Früher gab es gegenläufige Bewegungen, stiegt der Zins der Leitwährung ($) so sank der Goldpreis! Aber wenn man umrechnete von Gold zu $ und DM, dann war dies schon recht interessant zu sehen, dass der Goldpreis in Dm fast gleich bliebt.

    Denn stieg der $ wegen den Zinsen, senkte sich der Goldpreis, im Ergebnis nivellierte sich der Wert, in dem Vermögensdreieck!

    Kostet das 1 Kilo Gold heute 55.000 €, bei einem Fed Zinssatz von 2,25 bis 2,25 %. So wird sich der Goldpreis wegen der Zinserhöhung um 0,75 %, vielleicht um bis zu 1.000 € mindern. Aber der $ wird evtl. auch der Wechselkurs von 1 $ zu 1 € ändern.

    Es wäre nicht verwunderlich, wenn dieser auf 0,8 $ zu 1 € steigt

    Demnach würde vor der Zinserhöhung

    1 Kilo Gold 55.000 $ oder 55.000 € kosten

    nach der Zinserhöhung

    1 Kilo Gold 54.000 $, aber wegen dem Wechselkurs (0,8 zu 1,0) 54.000 $ durch 0,80 = 67.500 € kosten.

    Hoppla, zwar sank der Goldpreis in $, aber durch die Währungsaufwertung des $ zur x beliebigen Währung, stieg für den Rest der Welt der Kaufpreis für Gold.

    Zudem wird heute das reale Gold, eher verbrieft, und verbrieft gegen Zins als Sicherheit verliehen! Ein Aval Kredit, bis zu 3 % Zins p.a.

    Oder durch Gold-Optionsscheine mit Verfalldatum am Markt angeboten! Oder als Gold-Anleihe mit unbedingter Bargeldandienung, Gold-Knockout Scheine mit begrenzter Laufzeit,

    Gold-Hamsteroptionsscheine, auch als Turboquadartoptionsschein bekannt. Laufzeit 400 Tage, Gutschrift je Tag 0,05 ct, max. Betrag 20 €, Kosten bis zu 8 €, möglicher max. Gewinn 12 €, sind 150 % Rendite.

    Es gibt heute sehr viele Möglichkeiten. Man muss nichts mehr verkaufen, denn durch Verleih oder Verbreifen kann man heute eine ansehnliche Rendite erzielen. Ohne die Gefahr des Handessobjektverkaufes.

    bruno68

  9. Avatar von bruno68
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    Standard AW: Goldkurs und Leitzins

    Mit man versteht, was es bedeutet und wie berechnet wird.
    Wertpapierkäufe der EZB: Hat sich die Zentralbank verzockt?
    Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main
    Die EZB besitzt aktuell Anleihen im Wert von gut 5 Billionen Euro. Die Kurs- und Ausfallrisiken tragen maßgeblich die deutschen Bürger
    Seit 2014 kauft die EZB im großen Stil an der Börse notierte Anleihen von im Euro-Raum ansässigen Staaten und Unternehmen auf. Der Bestand der im Eurosystem gekauften Anleihen beläuft sich gegenwärtig auf etwa 5 Billionen Euro, die zum größten Teil durch die Schöpfung von Zentralbankgeld in gleicher Höhe bezahlt wurden. Die Absicht der Zentralbank war, die langfristigen Marktzinsen zu senken und die Inflation kontrolliert zu befeuern. Diese Politik hat versagt: Die Inflation erreicht unbekannte Höhen und im Wertpapierbestand der EZB türmen sich nun enorme Kurs- und Ausfallrisiken auf.
    Den meisten Menschen im Euroraum dürfte nicht klar sein: Die EZB zockt mit dem Geld ihrer Bürger! Das Grundkapital der EZB wird von den nationalen Zentralbanken gehalten. Die nationalen Gewichte am Grundkapital bzw. der Kapitalschlüssel richten sich danach, wie groß ein Mitgliedstaat im Verhältnis zu den anderen Ländern ist, gemessen jeweils zur Hälfte an der Bevölkerung und am Bruttoinlandsprodukt. So hält die Deutsche Bundesbank aktuell einen Anteil am voll eingezahlten Kapital der EZB von 25,72 Prozent. Verzeichnet die EZB in einem Jahr Gewinne oder Verluste, werden diese entsprechend des Kapitalschlüssels an die nationalen Notenbanken weitergereicht. Ein etwaiger Gewinn der Deutschen Bundesbank fließt dann in den Bundeshaushalt ein. Die deutschen Bürger haben keine Wahl: Die EZB spekuliert auf ihre Rechnung mit Wertpapieren in einem Gesamtwert von circa 1,25 Billionen Euro.
    Das umfangreiche Wertpapierportfolio der EZB unterliegt den gleichen Risiken, die auch andere institutionelle und private Anleger von Anleihen tragen müssen. Die größten Risiken schlummern in einem möglichen Kursverfall der Anleihen. Bei steigenden Marktzinsen sinken die Kurse von festverzinslichen Anleihen, nur so können auch bei schon bestehenden Anleihen die höheren Marktzinsen erzielt werden. Das Risiko beschreiben Ökonomen – wie üblich – durch Elastizitäten, hier durch die Zinselastizität (Modified Duration). Die Zinselastizität gibt an, um wie viel Prozent die Kurse von Anleihen sinken, wenn der Marktzins um ein Prozent steigt.
    Hunderte Milliarden stehen auf dem Spiel
    Die Zinselastizität lässt sich aus den Angaben der EZB nur grob schätzen. Die gewichteten Laufzeiten aller Anlagen der EZB betragen etwa 7,5 Jahre. Die Modified Duration dürfte etwas geringer ausfallen. Es ist plausibel, mit einer Zinselastizität von etwa sieben zu kalkulieren, das heißt, steigt der Marktzins um ein Prozent, so werden die Kurse im Mittel um etwa sieben Prozent sinken. In diesem Jahr sind die Zinsen von AAA-gerateten Bundesanleihen bei einer Laufzeit von 7,5 Jahren von etwa minus 0,35 Prozent auf aktuell 1,8 Prozent gestiegen. Die EZB muss deshalb seit Jahresbeginn mit Kursverlusten in ihrem Portfolio von etwa 14 Prozent rechnen, das entspricht etwa 700 Mrd. Euro (davon entfallen ca. 175 Mrd. Euro auf die deutschen Bürger). Man mag kaum aufschreiben, welche Verluste bei einem möglichen Anstieg der risikolosen Marktzinsen auf drei bis vier Prozent entstehen würden.
    Die EZB – und damit auch die deutschen Bürger – müssen aber nicht nur Kursrisiken, sondern auch die Ausfallrisiken im Portfolio tragen. Es besteht die Gefahr, dass einige Länder in der Eurozone ihre Anleihen nur teilweise oder gar nicht zurückzahlen werden. Dieses Risiko wird anhand von Ratings gemessen. Das durchschnittliche Rating aller Anleihen im EZB-Portfolio kann ebenfalls nur grob kalkuliert werden. Konservativ geschätzt könnten in den nächsten zehn Jahren circa zwei Prozent aller Zahlungen ausfallen, das entspräche einem Verlust in Höhe von etwa 100 Mrd. Euro.
    Die ökonomischen Verluste und Risiken in EZB-Portfolio können nicht wegdiskutiert werden. Es stellt sich aber die große Frage, inwieweit die Zentralbank bereit ist, die aktuellen Verluste und Risiken offenzulegen. Die EZB kann nämlich nicht nur die Kurse von Anleihen, sondern auch deren Bilanzierung manipulieren. Der EZB-Rat hat eigenhändig die (2016 aufgestellten und 2021 erneuerten) „Bewertungsvorschriften“ festgelegt. Die zu geldpolitischen Zwecken gehaltenen Wertpapiere müssen demnach nur zu „fortgeführten Anschaffungskosten“ bilanziert werden.
    Die Wertpapiere werden demnach im Erwerbszeitpunkt mit den Anschaffungskosten aktiviert. In der Folgezeit reduziert sich der Ansatz der Wertpapiere jährlich um den Saldo aus tatsächlich erhaltenen Kupons (Zinsertrag der EZB) und fiktiven Effektivzinsen (Zinsaufwand der EZB). In der Folge nähert sich die Bilanzierung der Wertpapiere nur sukzessive dem Rückzahlungsbetrag an (siehe Abbildung). Kursverluste werden demnach nicht ergebniswirksam erfasst. Für etwaige Ausfallrisiken muss die EZB dagegen jährlich Vorsorge in Form von Rückstellungen treffen.
    Vertrauensverlust der EZB
    Die EZB kann es nun drehen und wenden, wie sie will – ein Gesichtsverlust ist unausweichlich. Angesichts galoppierender Inflation müsste sie nun eigentlich die Wertpapiere verkaufen, um die Marktzinsen auf ein angemessenes Niveau zurückzuführen. Die massiven Verluste würden offengelegt und Politiker und Bürger erheblich irritieren. Die erheblichen Verluste der Anleihen würden die mickrigen Rücklagen der Notenbanken (aktuell konsolidiert etwa 113 Mrd. Euro) schnell aufzehren, es entstehen riesige Verlustvorträge und das Eurosystem wäre formal überschuldet. Die Bürger müssten auf Jahre hinaus auf Gewinne der EZB und Staatseinnahmen verzichten: Zukünftige Gewinne müssten zunächst mit den riesigen Verlustvorträgen verrechnet werden.
    Es ist deshalb stark zu vermuten, dass die EZB alle Wertpapiere bis zur Fälligkeit halten wird. Aber auch in diesem Falle verspielt die EZB weiteres Vertrauen. Ihrer ureigensten Aufgabe – der Sicherung der Geldwertstabilität – kommt sie nur noch mit angezogener Handbremse nach. Für die Inflation und den Euro sind das keine guten Vorzeichen. Die Fehler dieser Politik müssen dann ebenfalls die Bürger ausbaden. Die Kaufkraft von Einkünften und Geldvermögen schwinden bei historisch niedrigen Realzinsen wie Schnee in der Sonne.
    Damit spielt Gold eher eine geringere Rolle gegenüber der Anleihen zum Leitzins!

    bruno68

  10. Avatar von tneub
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    Standard AW: Goldkurs und Leitzins

    Zitat Zitat von bruno68
    Mit man versteht, was es bedeutet und wie berechnet wird.


    Damit spielt Gold eher eine geringere Rolle gegenüber der Anleihen zum Leitzins!
    Aus einer Kolumne in der es nicht um Gold geht, das herauszulesen, finde ich stark. Respekt wer so zwischen den Zeilen lesen kann.
    Jetzt weiß ich auch, warum deine Beiträge nie einen Bezug zu den Texten der Fragestellenden haben. Das steht scheinbar alles zwischen den Zeilen.

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