Neuerdings gibt es schlechte Nachrichten für Anleger hier eine Nachricht, aus China.
Lebenslange Haft für Evergrande-Gründer Von Deutsche Presse-Agentur
Der Zusammenbruch von Evergrande wurde zum Symbol für Chinas Immobilienkrise. Nun verurteilt ein Gericht Gründer Xu Jiayin zu lebenslanger Haft. Auch sein gesamtes Vermögen wird eingezogen.
Shenzhen - Der Gründer des zusammengebrochenen chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Mittlere Volksgericht der Stadt Shenzhen sprach Xu Jiayin, der international auch unter dem kantonesischen Namen Hui Ka Yan bekannt ist, wegen acht Wirtschaftsdelikten schuldig, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.
Dazu zählen unter anderem Betrug bei der Kapitalbeschaffung, die betrügerische Ausgabe von Wertpapieren, Veruntreuung sowie Bestechung. Das Gericht entzog Xu auf Lebenszeit die politischen Rechte und ordnete die Einziehung seines gesamten persönlichen Vermögens an. Bei seinem Prozess im April hatte sich Xu schuldig bekannt und Reue gezeigt.
Milliardenstrafen für Evergrande-Gesellschaften
Das Gericht verhängte zudem getrennte Geldstrafen gegen zwei Gesellschaften des Konzerns. Die Evergrande Group muss 8,82 Milliarden Yuan zahlen, umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro. Gegen die Immobiliengesellschaft Evergrande Real Estate wurde eine weitere Geldstrafe von 7 Milliarden Yuan verhängt, umgerechnet rund 900 Millionen Euro.
Nach den Feststellungen des Gerichts fälschten Xu und die Unternehmen zwischen 2016 und 2021 fortgesetzt und in großem Umfang Finanzdaten. Sie blähten Vermögenswerte auf und verschleierten Verbindlichkeiten. Evergrande und Xu verschafften sich demnach durch Bestechung Kontrolle über Finanzinstitute und beschafften dem Konzern rechtswidrig Kredit- und Versicherungsgelder.
In weiteren Verfahren verurteilten Gerichte in Shenzhen am selben Tag 56 Menschen aus dem Umfeld des Konzerns zu Haftstrafen von einem Jahr und zehn Monaten bis zu 18 Jahren.
Vom Immobilienriesen zum Krisensymbol
Evergrande war während des chinesischen Immobilienbooms mit geliehenem Geld rasant gewachsen und zeitweise einer der größten Immobilienentwickler des Landes. Als Peking im Jahr 2020 die Kreditaufnahme hoch verschuldeter Bauträger begrenzte, verschärften sich die finanziellen Probleme des Unternehmens. Ende 2021 kam Evergrande bei internationalen Anleihen in Zahlungsverzug.
In seinem bislang letzten Halbjahresbericht wies der Konzern zum 30. Juni 2023 Verbindlichkeiten von 2,39 Billionen Yuan aus, umgerechnet rund 305 Milliarden Euro. Sein Zusammenbruch wurde zum Symbol für die bis heute andauernde Immobilienkrise in China.
Ein Gericht in Hongkong ordnete im Januar 2024 die Abwicklung der dort börsennotierten Konzernholding an, nachdem keine tragfähige Umschuldung gelungen war. Im August 2025 wurde die Evergrande-Aktie von der Hongkonger Börse genommen.
Nun zur Frage, wie ist der Totalverlust zustande kam,

A) die Evergrande ist eine Holding, auf deren Namen die Schulden aufgenommen wurden, demnach sind die Schulden nur an die Holding gebunden. Trotz der Weitergabe der Gelder an die Tochterunternehmen!

Geht die Firma in die Insolvenz, so gehen die Schulden auch in die Insolvenz und die Resteverwertung erfolgt nur auf die Holding, denn die Tochterunternehmen fungieren als rechtlich selbstständig als Ltd. weiter, der Verkauf läuft noch bevor die Insolvenz der Muttergesellschaft eintritt ab.

B) Das Gericht beraubt das letzte Geld aus Evergrande, um vorrangig die heimischen Schulden bezahlen, was für Gläubiger letztendlich bei einer Restverwertung zu einem Totalschaden hinausläuft.
(Aussichten für Gläubiger: Nach Einschätzung von Experten wird die Insolvenzmasse auf dem Festland nur einen Bruchteil (geschätzt unter 4 %) der offenen Forderungen ungesicherter ausländischer Gläubiger decken.)

C) Die Schuldensumme von 305 Mrd. € zeigt bei einer Arbeitnehmeranzahl von 1.000.000 AN, die Absurdität des Verschuldungsgrades an. Jeder AN war bei Evergrande mit 305.000 € verschuldet! Und das beim EK
Das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt städtischer Arbeitnehmer in China lag zuletzt bei rund 10.343 RMB (ca. 1.438 US-Dollar). Große Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie den verschiedenen Branchen prägen den Arbeitsmarkt, wobei IT- und Finanzberufe deutlich über dem Schnitt liegen
Ergebnis: Evergrande war schon bei einer Mrd. € Schulden pleite, denn die Zins- und Tilgungslast überstieg die Rentabilität der chinesischen AN ab dieser Höhe!

Noch Fragen, wie gefährlich es ist in ein 3. Welt zu investieren, und zwar mit mindestens 96 % Vermögensverlust

bruno68