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  1. Avatar von Erich
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    Standard Pkv

    Hallo,

    ich bin ein Neuling in diesem Forum und hoffe auf Eure Hilfe.

    Ich bin 45 J, Angestellter, verheiratet, Frau jedoch selbstständig- somit selbst versichert, keine Kinder, und überlege mir in die PKV zu wechseln. Mein Jahresgehalt liegt bei ca. 63000 EUR.

    Ich habe mich ein bisschen eingelesen und am stärksten schreckt mich ab, dass sich die Beiträge in den nächsten 30 Jahren mind. verdreifachen.
    ( Stand so m. E. bei Stiftung Warentest ).

    Das heisst für mich, dass wenn ich nun beim Beitrag spare, diese Sparsumme als Rücklage zur Seite legen muß.

    Somit reicht meines Erachtens die Sparrücklage von 10% die in den Beiträgen enthalten ist aus ?

    Was passiert wenn ich dann in Rente gehe ?
    Derzeit bezahlt mein Arbeitgeber ja ca. 50% - was ist im Rentenalter ?
    Wie setzt sich dann der Beitrag zusammen ?

    Kann die PKV in meinem Tarif die Leistungen jederzeit kürzen ?

    Was passiert wenn keiner mehr in meinen Tarif wechselt ?

    Können die Versicherer den SB jederzeit erhöhen ?

    Viele Fragen, jedoch noch keine Antworten - bitte hilft mir.

    Viele Grüsse
    Erich

  2. Avatar von Peter Wolnitza
    Peter Wolnitza ist offline

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    Standard AW: Pkv

    Hallo,

    dann versuche ich mal in aller Kürze Ihre Fragen zu beantworten:

    Ich habe mich ein bisschen eingelesen und am stärksten schreckt mich ab, dass sich die Beiträge in den nächsten 30 Jahren mind. verdreifachen.
    ( Stand so m. E. bei Stiftung Warentest ).
    Woher wissen die das? Die Glaskugel hätte ich auch gerne - kann definitv KEINER voraus sagen, da stecken soviele Variablen drin (Inflation, medizinischer Fortschritt, Zinsentwicklung etc..etc...) - aber klar..diese Jungs wissen alles


    Das heisst für mich, dass wenn ich nun beim Beitrag spare, diese Sparsumme als Rücklage zur Seite legen muß.
    Somit reicht meines Erachtens die Sparrücklage von 10% die in den Beiträgen enthalten ist aus ?
    Absolut vernünftiger Entschluss! Beitragsersparnis im Vergleich zur GKV gehört in einen Sparvorgang - egal ob extern oder intern!

    Was passiert wenn ich dann in Rente gehe ?
    Derzeit bezahlt mein Arbeitgeber ja ca. 50% - was ist im Rentenalter ?
    Wie setzt sich dann der Beitrag zusammen ?
    Arbeitgeberanteil fällt weg, Sie zahlen 100% alleine, bekommen vom Rentenversicherungsträger einen Zuschuss, wenn Sie Leistungen aus der BfA/LVA beziehen. Dieser beträgt 50 Prozent des Beitragssatzes aus der Krankenversicherung der Rentner (KVdR), maximal aber die Hälfte des PKV-Beitrages.

    Kann die PKV in meinem Tarif die Leistungen jederzeit kürzen ?
    Nein, im Gegensatz zur gesetzlichen geht das eben nicht. Vertragliche Leistungen sind garantiert. Betonung liegt auf "vertragliche"

    Was passiert wenn keiner mehr in meinen Tarif wechselt ?
    Wenn Sie den richtigen Versicherer gewählt haben und der Tarif sauber und auskömmlich kalkuliert war: NICHTS
    Wenn Sie den falschen Versicherer erwischt haben und auf einen Tarif reingefallen sind, der "Spitz auf Knopf" kalkuliert war: Es wird heftig teurer!

    Können die Versicherer den SB jederzeit erhöhen ?
    Jederzeit nicht, aber wenn ein unabhängiger Treuhänder geprüft hat und zwecks Beitragsstabilisierung zustimmt: JA

    Hoffe, ich konnte ein paar Unklarheiten beseitigen und ein paar Denkanstösse geben.

    Abendliche Grüße aus Hessen

  3. Avatar von Erich
    Erich ist offline
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    Standard AW: Pkv

    Hallo Herr Wolnitza,

    recht herzlichen Dank für Ihre rasche Antwort / Denkanstösse.

    Da auch ich keine Glaskugel habe, noch eine Frage.

    Gibt es irgendwo eine Quelle wo nachzulesen wäre, wie die Beiträge zur PKV in den letzten Jahren gestiegen sind ? Gibt es diese Werte Firmenabhängig z.B. Gothar, Central, ....

    Absolut vernünftiger Entschluss! Beitragsersparnis im Vergleich zur GKV gehört in einen Sparvorgang - egal ob extern oder intern!
    Welcher Sparvorgang ist den sinnvoller - extern oder intern ?

    Viele Grüsse
    Erich

  4. Avatar von neutraler Tippgeber
    neutraler Tippgeber

    Cool AW: Pkv

    Zitat Zitat von Erich

    Gibt es irgendwo eine Quelle wo nachzulesen wäre, wie die Beiträge zur PKV in den letzten Jahren gestiegen sind ? Gibt es diese Werte Firmenabhängig z.B. Gothar, Central, ....
    Hallo,

    ein seriöser Berater hat immer eine Übersicht für den Interessenten dabei, wie sich die Beiträge zur PKV über die letzten Jahre im Durchschnitt entwickelt haben. Auch über die einzelnen Gesellschaften mittels Vergleichssoftware etablierter Ratinghäuser.

    Im Durchschnitt aller PKVs müsste es eine Steigerung von ca. 7% pro Jahr gewesen sein. Vom Beitrag, nicht Bruttolohn!

    Ein PKV-Tarif mit einer jährlichen Steigerungsrate von ca. 2,5% gilt als beitragsstabil.

    Zitat Zitat von Erich
    Welcher Sparvorgang ist den sinnvoller - extern oder intern ?
    Viele Grüsse
    Erich
    Als Angestellter, auf jeden Fall erstmal "intern". Da der Arbeitgeber sich ja zur Hälfte am PKV-Gesamtbeitrag mitbeteiligt. Vorausgestetzt sein Pflichtanteil liegt noch nicht über den Arbeitgeberhöchstbeitrag.

    Danach: extern.

    Grüße

  5. Avatar von Peter Wolnitza
    Peter Wolnitza ist offline

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    Standard AW: Pkv

    Hallo,

    Gibt es irgendwo eine Quelle wo nachzulesen wäre, wie die Beiträge zur PKV in den letzten Jahren gestiegen sind ? Gibt es diese Werte Firmenabhängig z.B. Gothar, Central, ....
    Natürlich gibt es solche "Zahlenfriedhöfe", die sind jedoch aus meiner Sicht absolut ungeeignet als Entscheidungskriterium für oder gegen eine bestimmte PKV, sondern führen geradewegs auf den berühmten Holzweg:

    1. hilft es Ihnen gar nichts, wenn bei der Gesllschaft X imTarif Y die Beiträge im Schnitt um 5% gestiegen sind - wenn nämlich gerade in Ihrer Altersgruppe eine abweichende Entwicklung vorlag.
    2. werden in diesen tollen Tabellen immer nur die Entwicklungen der Neugeschäftsbeiträge dargestellt. Die eigentlich relevante Zahl (=Wie haben sich die Beiträge für Bestandskunden entwickelt) erfahren Sie dort nicht.
    (Rücken die Gesellschaften auch sehr ungerne heraus!) Gerade der Vergleich der beiden Zahlen Entwicklung Altkunde/Neukunde ist aber von Bedeutung, denn hier erkennen Sie, wieviel Geld die Versicherung aufwendet, um für die Altkunden die BAP abzufedern.
    3. Muss eine solche Tabelle zwingend in Relation zum Leistungsumfang gesehen werden. Mal einfach ausgedrückt: Wenn ich nichts versichert habe, brauche ich mir um Anpassungsbedarf bei meinen Prämien wegen gestiegener Leistungsausgaben keine Gedanken machen.
    4. Ist bei diesen Prozentualen Betrachtungen immer zu prüfen, von welchem Niveau die Reise beginnt. Ein Tarif der vor 10 Jahren bei etwa gleichem Leistungsumfang deutlich teurer war als ein Vergleichstarif, wird in den letzten 10 Jahren logischerweise weniger mit Beitragsanpassungen zu kämpfen haben.
    5. Damit stellt sich die nächste Frage:
    Was sagt es über die Beitragsentwicklung der nächsten 10, 20, 30 Jahre aus, wenn der Tarif die letzten 5 Jahre relativ stabil war????
    Mögliche Interpretationen sind z.B.:
    - da ist mächtig Druck auf dem Anpassungskessel, Nachholbedarf
    - der wird auch weiterhin stabil bleiben, weil der Versicherer von Anfang an auskömmlich kalkuliert hat?
    - der Versicherer hat in seinen Vertragsbedingungen genügend Hintertürchen, um bei zu grossem "Anpassungsdruck" Leistungen zu verweigern (Ist bei etlichen Versicherern gängige Praxis!)
    - daneben spielen noch gewisse Sondereinflüsse eine Rolle (überproportionales Wachstum, Entmischung etc.) würde den Rahmen jetzt sprengen.

    Das entscheidende Kriterium bei der Auswahl eine privaten KV (immerhin ein Produkt, dass Sie im Idealfall den Rest Ihres Lebens begleiten wird!) sind die Vertragsbedingungen. Dort müssen Sie das geschrieben finden, was Ihnen nach eingehender Beratung als wichtig erscheint.
    Eine private KV ist ein Dauerschuldverhältnis mit einer einzigen Variablen: Dem Beitrag

    Welcher Sparvorgang ist den sinnvoller - extern oder intern ?
    Diese Frage lässt sich keinesfalls pauschal beantworten. Hier gilt es, die diversen, relevanten Kriterien zu besprechen und gegeneinander abzuwägen:
    - wie wichtig sind steuerliche Vorteile/Nachteile
    - kann ich damit leben, dass ein interner Sparvorgang verfällt, wenn ich sterbe oder die Gesellschaft nochmal wechsle, oder in die GKV zurück muss?
    - kann ich damit leben, dass ich für einen "externen" Sparvorgang höhere Steuern zu zahlen habe, dafür aber notfalls mein angespartes Geld verfügbar habe...?
    - ist mir bewusst, dass ich bei einem internen Sparvorgang auch nach Leistungsbeginn noch Beitrag zahlen muss (dann OHNE Arbeitgeberantel)?
    ..um nur modellhaft ein paar Gedanken anzusprechen.

    Jeder Fall ist dabei individuell zu betrachten.

    Viel Erfolg beim "Grübeln", hoffe, daß da wieder ein paar Denkanstösse für Sie dabei waren.

    Viele Grüße aus Hessen!