Riester-Rente kündigen?

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  1. Avatar von Olaf90
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    Standard Riester-Rente kündigen?

    Hallo,

    ich hätte da mal eine Frage zur Riester Rente. Bitte nicht gleich kategorisch niederschreien

    Hintergrund:

    Ich habe vor Jahren eine RiesterRente vom Berater empfohlen bekommen -"brauchst du!".

    Als dann die Zinsen kontinuierlich runter gingen und ich auch damit angefangen habe mir mal anzugucken was ich da alles abgeschlossen hatte, habe ich mir das Riester Ding mal genauer anguckt und war entsetzt was ich da abgeschlossen hatte. Die rosigen Ausschüttungen waren freilich mit angenommener Verzinsung von 4% und höher, also völlig unrealistisch. Ich habe mir dann alles durchgerechnet, was ich ohne Zulage mit Kindern bis zum Renteneintritt zusammen hätte, laut Tabelle mit 1% Verzinsung. Ist schon etwas her, lasst mich nicht lügen, ich glaube 10.000€ mehr als wenn ich das Geld einfach mit 1% Verzinsung selber bewirtschaftet hätte. Die 10k€ müsste ich dann aber wieder versteuern. Dazu muss ich sagen, dass ich seit langem (nicht im großen Umfang) am Aktienmarkt tätig bin und meinen Sparer-Freibetrag von 1602€ (verheiratet) ausgeschöpft bekomme. Mein Geld liegt also nicht nur bei 0,2% auf dem Giro rum. Ich habe vor mittlerweile 3 Jahren oder so die Riester stillgelegt.

    So jetzt zur eigentlichen Frage:

    Gibt es Sinn, auch wenn ja immer davon abgeraten wird, die Riester komplett zu kündigen?

    Hintergrund ist der, dass der Auszahlungsbetrag bei irgendwas um die 2500€ liegt. In der Annahme, dass die Zinsen sich nie wieder so stark erholen werden und der Tatsache, dass ich eine sehr gute Spar-Moral habe und erfolgreich mit Aktien Geld mache, halte ich es für sinniger die Riester abzustoßen, die Provision abzuschreiben und mich über die 1500€ zu freuen und nicht mehr zurückzublicken.

    Behalte ich die Riester kriege ich als Renter dann irgendwann mal 20,50€, die ich aber auch noch versteuern muss.

    Ich hoffe meine Überlegungen sind nicht zu sprunghaft niedergeschrieben.


    Irgendwie hätte ich jetzt lieber 2500€ in der Hand als in 35 Jahren 20€ pro Monat vor Steuern.

    Meinungen?

    Erholt sich das Riester-System irgendwann wieder?

    Danke für euren Beiträge, können gerne auch subjektiv sein. Ich möchte einfach andere Stimmen dazu hören.

  2. Avatar von EasyD
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Ihre Gedankengänge sind grundsätzlich erstmal nachvollziehbar.

    Jedoch macht es aus meiner Sicht absolut keinen Sinn einen Riester-Vertrag ohne Wirkung der Zulagen und möglichen Steuervorteile zu betrachten. Ohne diese ist es in der Tat einfach nur eine teure Rentenversicherung.

    Wenn sie fragen, ob sich das Riester-System wieder erholt, dann wüsste ich nicht, an welcher Stelle es sich erholen müsste? Zulagen und Steuervorteil sind die wesentlichen Elemente vom Riester-System und das funktioniert aus meiner Sicht gut!

    Dennoch kann ich natürlich nicht aus der Ferne und ohne das Gesamtbild von ihnen beurteilen, ob auch ein Riester-Vertrag speziell zu ihrem Bedarf passt. Aber wenn sie einen Vergleich anstellen, dann bitte mit allen Vor- und auch Nachteilen.

  3. Avatar von Olaf90
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Hallo und danke für die Antwort.

    Das stimmt natürlich, man sollte das ganzheitlich betrachten.

    Ich bin nach wie vor unschlüssig. Durch einen beamten-ähnlichen Status habe ich ein verhältnismäßig geringes Jahresbrutto. Um die volle Förderung mitzunehmen, müsste ich mittlerweile ungefähr 1400€ Eigenleistung im Jahr erbringen. Dafür kriege ich in etwa 350€ Steuervorteil (nach Abzug der Zulage).

    Bleibt ne Eigenleistung von rund 1050€ im Jahr.

    Ich zahle also 1050€ im Jahr und kriege dafür 175€ vom Staat obendrauf/geschenkt, allerdings bei aktuell skandalöser Verzinsung (meine Meinung).

    Man könnte noch einwerfen, dass die Provision die ersten Jahre der Zulage vollständig auffrisst bzw aufgefressen hat und die Summe am Ende auch noch versteuert werden muss.

    Jetzt wo ich mich damit beschäftige, wird mir klar, wieso die Riester in den Medien schlecht geredet wurde. Ganz unbegründet ist es ja nicht.

    Ich werde noch mal reiflich darüber nachdenken, aber vermutlich ist meine Spar-Moral und die Gewinne aus den Aktien für mich die bessere Strategie zur Altersabsicherung (Eigenheim).

    Danke für die Denkanstoß.

  4. Avatar von florianmeier
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Am Ende muß die Versicherungsgesellschaft die eingezahlten Beiträge garantieren. Wenn man beitragsfrei stellt, müssen die eine Lücke irgendwann wieder auffüllen.

    Die Rente wird übrigens abgefunden, wenn da keine anständige Monatsrente rauskommt.

  5. Avatar von Olaf90
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Zitat Zitat von florianmeier
    Am Ende muß die Versicherungsgesellschaft die eingezahlten Beiträge garantieren. Wenn man beitragsfrei stellt, müssen die eine Lücke irgendwann wieder auffüllen.

    Die Rente wird übrigens abgefunden, wenn da keine anständige Monatsrente rauskommt.
    Ich verstehe den ersten Satz nicht im Kontext nicht. Die Gesellschaft garantiert MIR, dass ich mindestens das rauskriege, das ich auch eingezahlt habe. Zahle ich nix mehr ein, braucht die Gesellschaft mir auch nicht besonders viel garantieren

    Soweit so gut, was wollen Sie mir jetzt sagen?

    "Abgefunden" heißt?

  6. Avatar von EasyD
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Zitat Zitat von Olaf90
    Hallo und danke für die Antwort.

    Das stimmt natürlich, man sollte das ganzheitlich betrachten.

    Ich bin nach wie vor unschlüssig. Durch einen beamten-ähnlichen Status habe ich ein verhältnismäßig geringes Jahresbrutto. Um die volle Förderung mitzunehmen, müsste ich mittlerweile ungefähr 1400€ Eigenleistung im Jahr erbringen. Dafür kriege ich in etwa 350€ Steuervorteil (nach Abzug der Zulage).

    Bleibt ne Eigenleistung von rund 1050€ im Jahr.

    Ich zahle also 1050€ im Jahr und kriege dafür 175€ vom Staat obendrauf/geschenkt, allerdings bei aktuell skandalöser Verzinsung (meine Meinung).

    Man könnte noch einwerfen, dass die Provision die ersten Jahre der Zulage vollständig auffrisst bzw aufgefressen hat und die Summe am Ende auch noch versteuert werden muss.

    Jetzt wo ich mich damit beschäftige, wird mir klar, wieso die Riester in den Medien schlecht geredet wurde. Ganz unbegründet ist es ja nicht.

    Ich werde noch mal reiflich darüber nachdenken, aber vermutlich ist meine Spar-Moral und die Gewinne aus den Aktien für mich die bessere Strategie zur Altersabsicherung (Eigenheim).

    Danke für die Denkanstoß.
    Die Hauptkritik, die aus den Medien kommt, ist ja meistens die, dass man x Jahre alt werden muss, um überhaupt seine eingezahlten Beiträge als Rente zurück zu bekommen. Was ja durchaus berechtigt ist, aber insgesamt der Vor- oder auch Nachteil aller Rentenversicherungen ist. Mit einer Versicherung werden stets Risiken abgedeckt. In dem Fall das Risiko der Langlebigkeit. Das kann man nun gut finden, weil man mit der lebenslangen Rente Planungssicherheit hat oder sich darüber ärgern, weil man vielleicht mit einer Kapitalauszahlung an einem Stück mehr bewegen könnte. Geschmackssache aus meiner Sicht.

    Bei ihrer Rechnung fehlen mir die oben erwähnten Kinder.

  7. Avatar von Olaf90
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Zitat Zitat von Olaf90
    Ich habe mir dann alles durchgerechnet, was ich ohne Zulage mit Kindern bis zum Renteneintritt zusammen hätte [...]
    Sorry, das sollte heißen: ... was ich ohne Kinder-Zulage bis zur Rente ...

    Ich habe also keine Kinder. Ich habe bewusst ohne gerechnet.

  8. Avatar von Hanomag
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Zitat Zitat von Olaf90
    Ist schon etwas her, lasst mich nicht lügen, ich glaube 10.000€ mehr als wenn ich das Geld einfach mit 1% Verzinsung selber bewirtschaftet hätte. Die 10k€ müsste ich dann aber wieder versteuern.
    Du musst nicht nur das Mehr von 10.000 € versteuern, sondern die gesamte zur Auszahlung kommende Rente. Die beinhaltet natürlich auch Deine Einzahlungen.
    Zitat Zitat von Olaf90
    Hintergrund ist der, dass der Auszahlungsbetrag bei irgendwas um die 2500€ liegt.
    Wie hoch ist denn jetzt der Auszahlungsbetrag im Fall der Kündigung, 2.500 € oder 1.500 €.
    halte ich es für sinniger die Riester abzustoßen, die Provision abzuschreiben und mich über die 1500€ zu freuen und nicht mehr zurückzublicken.
    Im Fall der Kündigung bekommst Du das, was im Vertrag ist, abzüglich der Förderung (Zulage und Steuern).
    Behalte ich die Riester kriege ich als Renter dann irgendwann mal 20,50€, die ich aber auch noch versteuern muss.
    Wie schon geschrieben werden nach heutigem Stand ca. 10.000 € am Stück als Kleinbetragsrente abgefunden. Diese können mit der steuerlichen Fünftelregelung vergünstigt verteuert werden.
    Erholt sich das Riester-System irgendwann wieder?
    Die Zinskrise schadet allen privaten Rentensystemen. Ist also kein spezielles Riester-Problem. Außerdem kann man kann auch mit Aktien riestern.

    Der Riester wird schlechter geredet als er ist. Schlecht ist er hauptsächlich für diejenigen, die ihn nicht verstehen. Die Kritiker verteufeln hauptsächlich die mangelnde Flexibilität. Ich finde, dass der Riester das flexibelste Rentensystem ist.

    Folgende Möglichkeiten bietet eine Riesterrente:


    • Angespartes Kapital kann zur Baufinanzierung verwendet werden.
    • Umzug mit dem angesparten Kapital zu einem neuen Anbieter.
    • Möglichkeit der sukzessiven Kapitalentnahme im Zuge eine Baufinanzierung mit der
    • Möglichkeit einen Restbetrag in Höhe der abfindbaren Kleinbetragsrente im Vertrag zu belassen und das wichtigste ist die
    • Möglichkeit zur vollständigen förderunschädlichen Auszahlung (zur Baufinanzierung) bei Egalisierung des Langlebigkeitsrisikos.

  9. Avatar von Olaf90
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Ahoi,
    hier sind mittlerweile ein paar Sachen ziemlich durcheinander gewürfelt worden.

    Was ich sagen wollte war:

    - dass mir die Riester-Rente bis zur Rente durch die staatliche Zulage bei Niedrigstverzinsung nur rund 10.000€ mehr bringen würde, also wenn ich das Geld einfach 0-verzinst auf dem Giro liegen lasse. Der Abstand schmilzt deutlich, wenn ich die gleichen Zinsen auf dem Giro/Aktien/Fond-Sparplan selber bekomme.
    In Zahlen, (beispielsweise) 60k aufm Giro, 70k aufm Riester-Konto. Oder sogar mehr als 60k, da eine 0%-Verzinsung unrealistisch ist.

    Das ich dann die gesamten 70k€ versteuern muss, ist mir bewusst. Das war der ursprüngliche Stein des Anstoßes. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass 70k€ vor Steuer am Ende bedeutend mehr sind, als die 60k € die ich hätte, wenn ich es einfach selber spare. Meine Vermutung ist, dass die staatliche Zulage am Ende vollkommen von den Steuern aufgefressen werden und dann war die gesamte Riester für den A****.

    Werde ich nicht sehr alt, war es doppelt für die Tonne.

    Verantwortlich sind natürlich die geringen Zinsen, die es aktuell gibt, das ist mir auch klar.

    Aber der Gedanke, dass ich dank Versteuerung am Ende weniger raus kriegen könnte, als ich eingezahlt habe, ist für mich absolter Horror.

    ~~~~~~~

    Und mit Auszahlungsbetrag von 2500€ meinte ich: Wenn ich die aktuell beitragsfreigestellte Riester kündige, kriege ich von der Versicherung 2500€ zurück und alles ist gegessen. Das Geld das für die Provision draufgegangen ist, kann ich dann natürlich abschreiben. Saurer Apfel und so.
    Es sind 2500€, nicht 1500€, da hatte ich mich 1x vertippt.

    ~~~~~

    Ansonsten gut gesprochen Buschi.

    Allerdings bin ich bei der Bruttorendite und den anderen Fachbegriffen raus, das habe ich jetzt nicht kapiert
    Ich glaube aber du hast da mit den 2500 und den 1500€ auch was in den falschen Hals gekriegt.

    ~~~


    Ich überlege immer noch, ob ich die Riester einfach kündige. Was bringen mir 16€ / Monat im Alter, sofern ich die Versicherung nicht wieder beleben sollte. Dann lieber jetzt ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Sollten wir mal Kinder kriegen, würde die 300€ Zulage sowieso meine Frau übernehmen, da ihr Brutto geringer ist.

    Danke für eure Meinungen,

    guten Rutsch ins neue Jahr.

  10. Avatar von utopus
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Wieviele Jahre hast du denn geriestert - und wieviele Eigeneinzahlung/Zulagen/Steuerersparnis/Wertzuwachs/Provisionen gab es dadurch?

    Verstehe den Übergang von 2500€ zu 60.000/70.000€ nicht - ist das rein fiktiv?

    Wenn du z.B. 2100€ incl. 175€ Zulagen einzahlst und dann 400€ Steuervorteil bei der Steuererstattung zurück bekommst,
    hast du effektiv 1525€ selber gezahlt - aber 2100€ im Riestervertrag. Bei Auflösung/Kündigung musst du natürlich die 400€+175€ zurück zahlen - und evtl. noch anteilige Abschlußgebühren.

  11. Avatar von Olaf90
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Das mit den 60 und 70k ist rein fiktiv und sollte nur den Unterschied der beiden Salden auf Giro- und Riester-Konto bildhaft machen, am Ende der Einsparphase. Da könnte auch 220k und 230k stehen.

    Wie dem auch sei, du hast natürlich Recht und ich bin ein Trottel, ich habe gar nicht an den Steuervorteil gedacht, den ich jedes Jahr wieder kriege. Ich war eben dämlicherweise davon ausgegangen, dass ich vom Staat ja "nur" die 175€ kriege, aber das ist nicht der Fall. Den Steuervorteil kriege ich ja auch noch geschenkt.

    Trotzdem noch mal: Das was ich bisher eingezahlt habe, abzüglich Provision, abzüglich Zulage sind 2500€, die ich wieder kriege, wenn ich den Vertrag jetzt kündige (nennt sich Leistung bei Kündigung).
    Ich kapier nicht wieso ständig alle die 2500€ ansprechen :-D

  12. Avatar von Hanomag
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Zitat Zitat von Olaf90
    Was ich sagen wollte war:
    - dass mir die Riester-Rente bis zur Rente durch die staatliche Zulage bei Niedrigstverzinsung nur rund 10.000€ mehr bringen würde, also wenn ich das Geld einfach 0-verzinst auf dem Giro liegen lasse.
    Hierbei vergisst Du relativ hohe Steuererstattungen bei gut Verdienenden.
    Zitat Zitat von Olaf90
    Das ich dann die gesamten 70k€ versteuern muss, ist mir bewusst. Das war der ursprüngliche Stein des Anstoßes. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass 70k€ vor Steuer am Ende bedeutend mehr sind, als die 60k € die ich hätte, wenn ich es einfach selber spare. Meine Vermutung ist, dass die staatliche Zulage am Ende vollkommen von den Steuern aufgefressen werden und dann war die gesamte Riester für den A****.
    Berücksichtige bitte auch die erhaltenen Steuererstattungen. Denn interessant ist es nur, wenn Du einen hohen Grenzsteuersatz hast und ein kostengünstiges Produkt nutzt.
    Zitat Zitat von Olaf90
    Werde ich nicht sehr alt, war es doppelt für die Tonne.
    Aus diesem Grund habe ich Anfang des Jahres das Kapital meines 10 Jahre lang gelaufenen Riestervertrages zur Schuldentilgung meiner Immo eingesetzt und der hauptsächlich aus Zulagen mittelbar geförderte Vertrag meiner Frau wird hoffentlich am 01.01.2019 als Kleinbetragsrente ausgezahlt.
    Zitat Zitat von Olaf90
    Und mit Auszahlungsbetrag von 2500€ meinte ich: Wenn ich die aktuell beitragsfreigestellte Riester kündige, kriege ich von der Versicherung 2500€ zurück und alles ist gegessen.
    Dabei hast Du hoffentlich den Abzug der Förderung (Zulagen und Steuererstattung) berücksichtigt.
    Zitat Zitat von Olaf90
    Ich überlege immer noch, ob ich die Riester einfach kündige. Was bringen mir 16€ / Monat im Alter, sofern ich die Versicherung nicht wieder beleben sollte.
    Wenn Du nicht wiederbelebst, bekommst Du im Alter alles eingezahlte plus die Zulage als Kleinbetragsrente ausgezahlt. Daneben kannst Du eventuelle Steuererstattungen behalten.

    Zitat Zitat von Olaf90
    guten Rutsch ins neue Jahr.
    Wünsche ich auch Dir und allen anderen Lesern.

    Edit: Entschuldigt, ich war mal wieder zu langsam.

  13. Avatar von Verunsicherter
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    [/QUOTE]
    Der Riester wird schlechter geredet als er ist. Schlecht ist er hauptsächlich für diejenigen, die ihn nicht verstehen. Die Kritiker verteufeln hauptsächlich die mangelnde Flexibilität. Ich finde, dass der Riester das flexibelste Rentensystem ist.

    Folgende Möglichkeiten bietet eine Riesterrente:


    • Angespartes Kapital kann zur Baufinanzierung verwendet werden.
    • Umzug mit dem angesparten Kapital zu einem neuen Anbieter.
    • Möglichkeit der sukzessiven Kapitalentnahme im Zuge eine Baufinanzierung mit der
    • Möglichkeit einen Restbetrag in Höhe der abfindbaren Kleinbetragsrente im Vertrag zu belassen und das wichtigste ist die
    • Möglichkeit zur vollständigen förderunschädlichen Auszahlung (zur Baufinanzierung) bei Egalisierung des Langlebigkeitsrisikos.

    [/QUOTE]

    Sie zeigen nur die Vorteile auf. Haben Sie das Wohnförderkonto im Blick, dass sich füllt und mit 2% verzinst. Wenn die Produkte nicht mal 2% Rendite bringen, spare ich mir doch für das Alter nur einen riesen Schuldenberg an, der im worst-case sogar von Nachkommen gestemmt werden muss. Sorry, aber bei heutiger Lage kaufe ich lieber flexibel eine Wohnung und arbeite mich vielleicht langsam zu einem Haus vor, dass ich im Alter notfalls einfach verkaufen könnte. Klar weiß man nie, was sich die nächsten Jahre tut, aber ich vertraue mein Geld leider keinem Produkt mehr an, was mich an Auflagen bindet. Vor allem wenn man jung ist, ist Flexibilität wichtig. Wenn ich dann mit 18 schon nen Riester an der Backe habe und vllt. mit 28 in die USA auswandern will, habe ich wieder den Schrott an der Backe, dass ich mich nicht nur um den Umzug sondern auch um die Auflösung der Verträge kümmern muss. Und die Rückzahlung der Förderung, die ich eigentlich für das Ausreisen benötigen würde. Nur ein Beispiel am Rande.

  14. Avatar von utopus
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Das Wohnförderkonto wird nur mit 2% verzinst, wenn es zur Tilgung verwendet wurde - nicht in der Sparphase -
    wenn man die Tilgung nun knapp vor der Rente vornimmt, hat das Wohnförderkonto (fast) keine Verzinsung.

    Wenn viele Immobilien (wie in den letzen Jahren) pro Jahr zum Teil über 10% p.a. teurer werden
    und man den Kredit für unter 2% bekommt, tun auch die 2% für das Wohnförderkonto nicht weh.
    (Wenn die Inflation bei 2% liegt, ist das also inflationsneutral.)

    Man kann also seine Immobilie mit Staatszuschuß abbezahlen und im Ausgleich muss man im Rentenalter einen Teil der Förderung zurückzahlen.

    Ob man die Riester-infizierung seiner Immobilie dafür in Kauf nimmt, muss jeder selber entscheiden.

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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Genau darum geht es ja. 0,0 Flexibilität. Wer das nicht verstanden hat oder besser nicht richtig erklärt bekommen hat (wie ich vor 10 Jahren), steht bei Renteneintritt vor nem Schuldenberg. Das is eben das. Die meisten entwickeln das finanzielle Verständnis erst, wenn sie mehr auf der Kante haben und auch laufende Kosten haben. Mit 18 braucht so ein Klotz am Bein niemamd. Ehrlich nicht.

  16. Avatar von utopus
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Was man natürlich bei den richtigen Voraussetzungen machen kann: 60€ Mindestbeitrag im Jahr und dafür 175€ Zulagen (+x mal 300€ für die evtl. vorhandenen Kinder) z.B. in einen (ETF)Fondsparplan im Riesterversicherungsmantel ansparen und dafür im Alter eine kleine Zusatzriesterrente haben.
    Wenn abzusehen ist, dass man über der Grundrente liegt aber trotzdem als Rentner nicht den Spitzensteuersatz erreicht, eine Überlegung wert - vor allem, wenn man mit den Steuervorteilen und Zulagen Rendite und Zinseszins erarbeiten kann - aber natürlich weiß man nie, wie sich die Zukunft entwickelt - ob einem morgen der Himmel auf den Kopf fällt oder der Euro platzt.

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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Guter Hinweis. Wird auf die Grundsicherung angerechnet!

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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Zitat Zitat von Verunsicherter
    Genau darum geht es ja. 0,0 Flexibilität. Wer das nicht verstanden hat oder besser nicht richtig erklärt bekommen hat (wie ich vor 10 Jahren), steht bei Renteneintritt vor nem Schuldenberg. Das is eben das. Die meisten entwickeln das finanzielle Verständnis erst, wenn sie mehr auf der Kante haben und auch laufende Kosten haben. Mit 18 braucht so ein Klotz am Bein niemamd. Ehrlich nicht.
    Ich bleibe dabei, die Riesterrente ist aus meiner Sicht das flexibelste auf dem deutschen Markt angebotene Rentensystem. Nachfolgend möchte ich meiner o. g. Aufzählung - mit dem letzten - noch einen wichtigen Punkt hinzufügen:


    • Angespartes Kapital kann zur Baufinanzierung verwendet werden,
    • Umzug mit dem angesparten Kapital zu einem neuen Anbieter möglich,
    • Möglichkeit der sukzessiven Kapitalentnahme im Zuge eine Baufinanzierung mit der
    • Möglichkeit einen Restbetrag in Höhe der abfindbaren Kleinbetragsrente im Vertrag zu belassen und das wichtigste ist die
    • Möglichkeit zur vollständigen förderunschädlichen Auszahlung (zur Baufinanzierung) bei Egalisierung des Langlebigkeitsrisikos oder
    • zur Vermeidung einer späteren 100%-Versteuerung die Möglichkeit zur vollständigen förderschädlichen Auszahlung bei Egalisierung des Langlebigkeitsrisikos


    Vergleicht man nämlich die Riesterrente mit einer Rente der 3. Schicht, dann schneidet die Riesterrente um ein vielfaches besser ab. Zu den bereits genannten Punkten der flexiblen Verwertung kann sie auch in eine vollständig kapitalisierte Rente der 3. Schicht gewandelt werden, bei der dann nach der 12/62er-Regelung nur die Hälfte des Gewinns versteuert werden muss. Natürlich muss dann auch die Förderung zurückgezahlt werden, aber die Gewinne, die mit der Förderung erzielt werden bleiben und stellen sie bei gleichem Kapitalaufwand besser als eine KLV oder Rente der 3. Schicht.

    Alle, die die Riesterrente als unflexibel darstellen, haben sie nicht verstanden.

  19. Avatar von Verunsicherter
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Sie sind sehr optimistisch, glückwunsch. Fragen Sie mal alle, die eine Änderung an Ihrer Lebenssituation vornehmen. Es ist ein unsichtbarar Käfig. Da muss man nur mal Selbstständig werden und muss alles wieder zurückzahlen. Mit Zinsen vermutlich!!!!!!

    das sollte meiner Meinung verboten werden. Lieber ein höherer RV-Satz!

  20. Avatar von Hanomag
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    Standard AW: Riester-Rente kündigen?

    Zitat Zitat von Verunsicherter
    Lieber ein höherer RV-Satz!
    Dem stimme ich zu, dann aber unter Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze.

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