Das Paradoxon der "sicheren" Liquidität: Ab wann wird Cash zum Klumpenrisiko?
Moin zusammen,
ich habe mich neulich mit diesem Inflationsrechner beschäftigt. Die nackten Zahlen sind ja bekannt: Bei einer moderaten Inflation von 2,1 % verliert man über 25 Jahre fast die Hälfte seiner Kaufkraft (aus 10.000 € werden real ca. 5.800 €).
Das bringt mich zu einer Frage, die über das übliche „Kauf Gold gegen die Entwertung“ hinausgeht:
Betrachten wir Bargeld und Sichteinlagen in unserer Portfoliostruktur falsch?
In der klassischen Lehre gilt Cash als die "risikofreie Assetklasse". Wenn wir uns aber die historische Kaufkraftentwicklung (HVPI-Daten 2000–2025) ansehen, ist Cash eigentlich das einzige Asset mit einer garantierten negativen Rendite.
Meine Fragestellung an euch:
Ab welchem Punkt kippt die Sicherheit von hoher Liquidität in ein systemisches Risiko um?
Wenn wir Edelmetalle als "Versicherung" beimischen, um den Kaufkraftverlust auszugleichen:
Müssten wir physische Sachwerte (Gold/Silber) nicht konsequenterweise als den eigentlichen Kern des Portfolios sehen und Cash nur noch als kurzfristiges "Transaktions-Tool" abwerten?
Wie berechnet ihr eure persönliche "Inflations-Schwelle", ab der ihr Liquidität bewusst in harte Assets umschichtet, ohne die Handlungsfähigkeit zu verlieren?
Ich habe das Gefühl, dass ich psychologisch immer noch am Nominalwert hänge, während der Realwert unsichtbar wegbricht. Mich würde interessieren, wie ihr diesen mentalen Shift vollzogen habt.
AW: Das Paradoxon der "sicheren" Liquidität: Ab wann wird Cash zum Klumpenrisiko?
Habe nie so ganz verstanden, warum man abgesehen von einem gewissen Sicherheitspuffer (mit dem allfällige Ausgaben einige Monate lang gedeckt werden können) einen hohen Cash-Anteil behalten sollte. Vor kurzem hab ich aber auch mal meine zukünftige erwartete Rendite in meinem Excel um Inflation und Steuern erweitert, statt nur den nominalen Wert zu berechnen. Dabei habe ich festgestellt: Ich brauche mehr Risiko um meine finanziellen Ziele zu erreichen. Denke eine klare Sicht kann helfen das für einen richtige Mindset und die richtige Asset-Allocation zu finden.
AW: Das Paradoxon der "sicheren" Liquidität: Ab wann wird Cash zum Klumpenrisiko?
Cash heißt ja Bargeld, das unverzinst herum liegt. Mit Tagesgeldkonten etc. kann man die Inflation aber oft zumindest etwas abfedern. Große Bardgeldbeträge Zuhause zu horten ist natürlich völliger Quatsch, die heute 70+ Generation macht das ja noch sehr gerne.
Ich hab max. 10.000€ auf dem Trade Republic Konto liegen. Mit 2% Zinsen gleicht man die Inflation ja fast aus. Alles darüber geht in ETF oder Geldmarkt.