ich stehe kurz davor, das größte Darlehen meines Lebens aufzunehmen. Wir möchten im ländlichen Niedersachsen ein Haus für unsere Familie bauen. Um einschätzen zu können, welche monatliche Kreditrate wir uns dauerhaft leisten können, ist eine realistische Planung unserer Haushaltsausgaben natürlich besonders wichtig.
Deshalb möchte ich euch gerne unsere Kalkulation vorstellen: Haltet ihr die angesetzten Beträge für realistisch? Haben wir wichtige Ausgaben vergessen oder einzelne Positionen zu knapp kalkuliert?
Wir planen mit zwei Kindern und einem sehr energieeffizienten Haus mit 140 m² Wohnfläche auf einem 560 m² großen Grundstück mit Garten.
Alle folgenden Beträge sind monatliche Beträge. Die Kreditrate kommt zusätzlich hinzu. Ausgaben für Urlaub, Anschaffungen usw. sind auf den Monat umgerechnet.
Lebensmittel & Drogerie
780 € – Lebensmittel für die wöchentlichen Einkäufe
120 € – Drogerie & Hygiene
100 € – Schulverpflegung / Kantine
Summe: 1.000 €
Freizeit, Kultur & Gastronomie
300 € – Brasilienreise
200 € – Gastronomie & Kultur
180 € – Ostseeurlaub
120 € – Freizeit & Ausflüge
100 € – Tennis für die Erwachsenen
70 € – Sport für das erste Kind
70 € – Sport für das zweite Kind
Summe: 1.040 €
Mobilität & Auto
230 € – Kraftstoff für den Erstwagen (80 km Pendelstrecke)
150 € – Fixkosten Erstwagen, z. B. Versicherung und TÜV
170 € – Rücklage für Wertverlust und Verschleiß des Erstwagens
Damit würden unsere Ausgaben im Notfall auf 3.000 € monatlich zuzüglich Kreditrate sinken. Dass insbesondere die Kürzung der Rücklagen keine dauerhafte Lösung ist, ist uns bewusst.
Wie schätzt ihr die Kalkulation ein – sowohl für den normalen Alltag als auch für den Notfall? Über eure Erfahrungen, gerade als Familie mit zwei Kindern und eigenem Haus, würde ich mich freuen.
Falls ja, wirst du deine Kosten besser im Überblick haben als andere.
Falls nein, dann Respekt, denn ich finde deine Aufstellung gar nicht mal so unrealistisch.
Ich führe seit gut 15 Jahren eine monatliche Excel-Planung, welche mit den Ist-Zahlen vervollständigt wird, allerdings nicht so detailliert, wie bei dir.
An 3 Stellen glaube ich nicht, dass ihr hinkommt, einige kann man schwer einschätzen.
1.Lebensmittel & Drogerie
Bei Schulverpflegung braucht den Betrag von 100€ allein mein Kind bei ca. 5€ pro Tag und 20 Schultagen.
1000€ für Lebensmittel und Drogerie kommen wir zu 3. gut hin. (meist haben wir zwischen 900 und 950€ im Durchschnitt)
Wären wir 4 Personen oder würden wir in die Kantine gehen/regelmäßig Lieferservice nutzen würde es nicht reichen.
Das ist aber sehr individuell. Wer z.B. nur Leitungswasser trinkt, ist z.B. deutlich günstiger dabei.
2. Freizeit, Kultur & Gastronomie
Das ist sehr individuell, da kann ich nichts sagen.
3. Mobilität & Auto
170 € – Rücklage für Wertverlust und Verschleiß des Erstwagens wird meiner Meinung nach definitiv nicht reichen.
Man muss sich nur mal die aktuellen Autopreise anschauen. Da ist man mittlerweile schnell bei 40-50T€. Nimmt man mal 40T€ und 10 Jahre Nutzungsdauer an, sind das 333€. Bei 15 Jahren sind das 222€. Neben der Ersatzbeschaffung scheinen bei dir die Reparaturkosten drin zu sein. 170€x 12 Monate= 2040€ können auch schnell mal eine Reparatur sein oder paar neue Räder. Da bleibt nix für den Ausgleich des Wertverlust für die Ersatzbeschaffung übrig.
Beim Zweitwagen unterschlägst du die Kosten komplett und nimmst nur Fixkosten und Benzin.
4. Hausnebenkosten & Energie
Alles nicht unrealistisch geplant. Könnte passen.
Wenn es ein sehr Energieeffizientes Haus ist, sollte da eher Potenzial nach unten sein.
5. Telekommunikation & Post
Festnetz und Internet für 20€ hätte ich auch gern. Wir zahlen einen 10er mehr. Sollten wir irgendwann mal Glasfaser bekommen (sollte schon vor 3 Jahren installiert werden) wäre der Preis noch höher.
Der Rest ist wieder sehr individuell, das hab ich bei mir auch nicht einzeln aufgedröselt um da Vergleiche anstellen zu können.
Plane fürs Erstjahr im Haus nochmal deutlich höhere Kosten für Gartengeräte/Pflanzen/Werkzeug etc. ein. Ich war wöchentlich im Baumarkt und hätte eigentlich schon per Handschlag begrüßt werden müssen.
Ein Funfact ist mir aufgefallen:
Ihr macht eine Haushaltsplanung für die nächsten Jahre, da muss natürlich auch ein Budget für Urlaub rein.
Das aber aufs konkrete Urlaubsziel zu benennen fand ich lustig.
Ich weiß nicht wie alt die Kinder sind. Mit Kleinkindern außerhalb der Ferien kann man sehr günstig Urlaub machen. Ist man auf die Ferien angewiesen, wird es deutlich teurer.