Thema: Ausweg aus der Krise

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Ergebnis 1 bis 6 von 6
  1. Ausweg aus der Krise # 1
    reno
    reno ist offline

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    29.11.2011
    Kontrollierte , gesteuerte Inflation, der einzige Ausweg aus der Krise.

    Alle wissen, selbst unsere Politiker, dass verschiedene Euroländer niemals ihre Schulden begleichen können und mentalitätsbedingt letztendlich auch nicht wollen. Bisher eingeleitete Maßnahmen wie vergrößerte Schutzschirme, führen immer tiefer in das Dilemma, und lassen solide gewirtschaftete Länder und deren Steuerzahler mit immer größeren Summen haften. Am Ende steht in immer kürzeren Abständen wechselnd, Rezession, Deflation, Inflation, unkontrollierte Hyperinflation und letztendlich Währungsreform, in welcher sich die verschuldeten Staaten zu Lasten der kleinen Leute entlasten ( so war es schon immer ).
    Bei einem dann zu erwartenden Neubeginn stehen die Reichen und Superreichen wieder in den Startlöchern, um die sich neu entwickelnden Vermögen frühzeitig zu sichern, der kleine Mann beginnt wieder von „0“.
    Es gibt also nur einen sauberen, fairen Weg aus der Krise, und der heißt, kontrollierte und gesteuerte Inflation von meinetwegen 5-10%, solange, bis sich alle dem Euro angebundenen Länder wieder selbst finanzieren können. Wenn dann für die Zukunft ein stärkeres Controlling auferlegt wird, und auch die Banken unter strengere Aufsicht, mit Eingriffsmöglichkeit der Länder gestellt werden, wäre die Krise überwunden, bei einem Geldwertverlust von meinetwegen 50 % oder mehr.
    Das viel angepriesene Sparen kommt leider zu spät, würde die Konjunktur abwürgen, und eine deflationsbedingte Arbeitslosigkeit mit Vermögensverlust, diesmal auch für die Reichen, herbeiführen.
    Eine gewollt herbeigeführte Inflation begünstigt allerdings wieder einmal die großen Vermögen, weil sich nicht nur der Staat über den Geldwertverlust entschuldet, sondern auch der Privatanleger, dessen Schulden sich verringern, während der Wert des Anlagevermögens inflationär ansteigt. Dem ist natürlich entgegenzuhalten, sodass nicht nur wieder der kleine Mann der Leidtragende sein wird.

    Nachstehende Maßnahmen müssten kurzfristig eingeleitet werde:

    · Geldvermehrung und Inflation von 5-10%, solange, bis stabile überschaubare Verhältnisse erreicht worden sind.

    · Ankurbeln der Binnenwirtschaft durch größere Investitionsprogramme.

    · Kräftiges Anheben der Löhne, Renten und Pensionen bei den Staaten die bislang ordentlich gewirtschaftet haben.

    · Festfrieren der Löhne, Renten und Pensionen bei den überschuldeten Euro-Ländern, die bislang weitgehend auf Pump gelebt haben. Ein damit einhergehender Wettbewerbsvorteil würde die Wirtschaft dieser Länder ankurbeln.

    · Entschuldung aller Staaten durch inflationsbedingten Geldwertverlust.

    · Einmalige Sonderabgaben der großen Vermögen, die in den letzten 10
    Jahren überdurchschnittliche Vermögenszuwächse verzeichnen konnten, während der kleine Mann auf seinen schwachen Schultern die Hauptlast tragen musste, um die Gier der gnadenlosen Investoren zu befriedigen.

    · Moderaten Sondersteuersatz für größere Vermögen, die einen inflationsbedingten Wertzuwachs ihrer Anlagenvermögen wie Immobilien, Wertpapiere, Unternehmensbeteiligungen, Gold usw. erfahren würden.

    · Inflationsausgleich für alle kleineren Spareinlagen.

    In welchen Größenordnungen vorstehende Maßnahmen durchzuführen wären, müsste durch die in Millionenhöhe bezahlten Berater und Experten in Detailuntersuchungen ermittelt werden.

    Ich denke mit vorstehender Anregung sollte ich nicht ganz so falsch liegen, und bin sichtlich enttäuscht, dass unsere Politik und die gut bezahlten, sogenannten Wirtschafts- und Finanzexperten ein bislang vollkommen konträres Verhalten an den Tag legen, hin und her experimentieren, ohne einen wirklichen Weg aus der Krise zu finden.

    Gruß Reno

  2. AW: Ausweg aus der Krise # 2
    Marvin73
    Marvin73 ist offline

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    11.10.2011
    Zitat Zitat von reno
    Ich denke mit vorstehender Anregung sollte ich nicht ganz so falsch liegen, und bin sichtlich enttäuscht, dass unsere Politik und die gut bezahlten, sogenannten Wirtschafts- und Finanzexperten ein bislang vollkommen konträres Verhalten an den Tag legen, hin und her experimentieren, ohne einen wirklichen Weg aus der Krise zu finden.

    Gruß Reno
    Klar tun sie das, dass sieht man tag täglich, es ist immer das selbe. Deine Anregungen gehen auf jeden Fall in die richtige Richtung

  3. AW: Ausweg aus der Krise # 3
    EuroPaule
    EuroPaule ist offline

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    24.09.2009
    Hallo,
    Zitat Zitat von reno
    Alle wissen, selbst unsere Politiker, dass verschiedene Euroländer niemals ihre Schulden begleichen können und mentalitätsbedingt letztendlich auch nicht wollen.
    warum sollten Staaten denn überhaupt schuldenfrei sein? Es würde ja reichen, wenn das Verhältnis der Staatseinnahmen zu den Schulden in einem als gesund angesehenen Maß stehen würde.

    Zitat Zitat von reno
    Bisher eingeleitete Maßnahmen wie vergrößerte Schutzschirme, führen immer tiefer in das Dilemma, und lassen solide gewirtschaftete Länder und deren Steuerzahler mit immer größeren Summen haften. Am Ende steht in immer kürzeren Abständen wechselnd, Rezession, Deflation, Inflation, unkontrollierte Hyperinflation und letztendlich Währungsreform, in welcher sich die verschuldeten Staaten zu Lasten der kleinen Leute entlasten ( so war es schon immer ).
    Die Situation, wie wir sie jetzt haben, gab es noch nie. Es gibt immer ein paar Parallelen zu früheren Krisen. Aber die Unterschiede sind auch in jedem Fall immens.
    Es ist wie bei Fonds: Die "Vergangenheitsperformance" lässt keine Rückschlüsse auf die Zuknft zu.

    Zitat Zitat von reno
    Es gibt also nur einen sauberen, fairen Weg aus der Krise, und der heißt, kontrollierte und gesteuerte Inflation von meinetwegen 5-10%, solange, bis sich alle dem Euro angebundenen Länder wieder selbst finanzieren können. Wenn dann für die Zukunft ein stärkeres Controlling auferlegt wird, und auch die Banken unter strengere Aufsicht, mit Eingriffsmöglichkeit der Länder gestellt werden, wäre die Krise überwunden, bei einem Geldwertverlust von meinetwegen 50 % oder mehr.
    Wie soll denn eine fixe Inflation technisch umgesetzt werden? Das ließe sich letztlich nur über staatlich diktierte Preise umsetzen. Damit wären wir in der Planwirtschaft.
    Dass dies kein Erfolgskonzept ist, kann man wohl als erwiesen annehmen, oder?

    Zitat Zitat von reno
    Eine gewollt herbeigeführte Inflation begünstigt allerdings wieder einmal die großen Vermögen, weil sich nicht nur der Staat über den Geldwertverlust entschuldet, sondern auch der Privatanleger, dessen Schulden sich verringern, während der Wert des Anlagevermögens inflationär ansteigt. Dem ist natürlich entgegenzuhalten, sodass nicht nur wieder der kleine Mann der Leidtragende sein wird.
    Vor Gott und der Inflation sind alle gleich. Schuldner profitieren und Anleger laufen Gefahr zu verlieren, wenn sie nicht aufpassen. Das dürfte das sein, was die reicheren von den kleinen Männern unterscheidet. Die kleinen Männer erwarten meistens, dass irgendjemand anderes sich um ihr Geld kümmert und übernehmen die Verantwortung nicht. Die Ergebnisse sind mit oder ohne Inflation schlecht.
    Ich nehme an, das in Deinem Beitrag fett markierte Wort war ein Schreibfehler,oder?

    Zitat Zitat von reno
    Ankurbeln der Binnenwirtschaft durch größere Investitionsprogramme.
    Wenn die Staatsschulden / -einnahmen das große Problem sind, wie sollen dann Investitionsprogramme finanziert werden?
    Diese können auch nur überbrückend helfen. Strukturelle Probleme (mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften) müssen anders gelöst werden.
    Zitat Zitat von reno
    Kräftiges Anheben der Löhne, Renten und Pensionen bei den Staaten die bislang ordentlich gewirtschaftet haben.
    Wir lösen das Problem also dadurch, dass wir die Starken schwächer machen?
    Zitat Zitat von reno
    Einmalige Sonderabgaben der großen Vermögen, die in den letzten 10
    Jahren überdurchschnittliche Vermögenszuwächse verzeichnen konnten, während der kleine Mann auf seinen schwachen Schultern die Hauptlast tragen musste, um die Gier der gnadenlosen Investoren zu befriedigen.
    Ist das nicht ein bisserl viel Polemik?
    Die Welt ist leider nicht so einfach, wie dieses Bild es beschreibt.

    Zitat Zitat von reno
    Inflationsausgleich für alle kleineren Spareinlagen.
    Von was bezahlt?
    Derzeit bekommen übrigens auch große Investoren für sichere Anlagen keinen Inflationsausgleich.

    Zitat Zitat von reno
    Ich denke mit vorstehender Anregung sollte ich nicht ganz so falsch liegen, und bin sichtlich enttäuscht, dass unsere Politik und die gut bezahlten, sogenannten Wirtschafts- und Finanzexperten ein bislang vollkommen konträres Verhalten an den Tag legen, hin und her experimentieren, ohne einen wirklichen Weg aus der Krise zu finden.
    Dafür sehe ich zwei Gründe:
    1. Es mischen sehr viele unterschiedlich Parteien mit und es gibt kein gemeinsames Interesse sondern nur eine Schnittmenge aus Einzelinteressen.
    2. Deine Vorschläge sind vielleicht doch nicht so automatisch der richtige Weg, wie Du es, was Dein gutes Recht ist, annimmst.

    Gruß Paule

  4. AW: Ausweg aus der Krise # 4
    reno
    reno ist offline

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    29.11.2011
    Hallo EuroPaule, Vielen Dank für Deine ausführliche Stellungnahme.

    Mein Aufsatz sollte lediglich eine grobe Richtschnur sein, wie wir uns aus der jetzigen Misere noch befreien könnten, ohne dem Groß der Bevölkerung allzu große Schmerzen zu verursachen. Dies kann nur mittels einer Gesamtbetrachtung geschehen unter Betrachtung des zu erreichenden Endzieles geschehen, indem man sich endlich von der bürgerverdummenden Salamitaktik verabschiedet.
    Mit gut gemeintem, viel zu spät eingeleiteten Sparen allein, läßt sich der auf lange Jahre angehäufte Schaden leider nicht mehr beheben. Wir werden es aber in nicht allzu langer Zeit erleben dürfen, wie uns der politische Hickhack in ein von mir befürchtetes Szenario ( Wechsel von Rezession, Deflation und Inflation in immer kürzeren Intervallen) treibt, und nicht mehr durch schnelle viel zu spät eingeleitete Gegenmaßnahmen zu bremsen ist.

    Gruß Reno

  5. AW: Ausweg aus der Krise # 5
    Bolitho
    Bolitho ist offline
    Avatar von Bolitho
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    Letztlich befindet man sich mit solchen Szenarien immer auf dem großen Markt der Theorien. Alles hat ein mehr oder weniger hohe Warscheinlichkeit. Das etwas passieren muss ist klar. Was es sein wird, vermutlich weiß das heute niemand ganz genau. Aber irgendwie wird es gehen und irgendwelche Chancen tun sich dabei auch wieder auf. Und manchmal ist die Lösung auch eine, an die vorher niemand gedacht hat, die aber vollkommen logisch und richtig ist und wie die Flut nach der Ebbe alle Boote gleichzeitig anhebt. Wir werden es vermutlich erleben dürfen. Was auch immer.

  6. AW: Ausweg aus der Krise # 6
    reno
    reno ist offline

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    29.11.2011
    Zitat Zitat von Marvin73
    Klar tun sie das, dass sieht man tag täglich, es ist immer das selbe. Deine Anregungen gehen auf jeden Fall in die richtige Richtung
    Hallo Marvin,
    es freut mich, daß Du meinen Betrachtungen im Prinzip zustimmst.

    Meine befürchteten Abläufe scheinen sich bereits anzuzeigen. Die viel zu spät eingeleiteten Sparmaßnahmen können jahrelange europaweite Versäumnisse der Politiker nicht mehr ausgleichen. Der Geldhahn wurde von der EZB bereits aufgedreht und die Märkte mit neu gedrucktem Geld geflutet, um für dringend notwendige Liquidität zu sorgen. Diese Abläufe und Rettungsversuche werden wir noch öfter erleben dürfen, bis ein dann unausweichlicher Selbstläufer uns ein Wechselspiel- Rezession, Deflation, Inflation- in immer kürzeren Intervallen beschert, mit letztendlich ungewissem aber sicher nicht gutem Ausgang.

    Gruß Reno

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