Thema: Muss das sein?

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Ergebnis 1 bis 12 von 12
  1. Muss das sein? # 1
    Dany1
    Dany1 ist offline

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    aber die Königin wird es freuen... Stieregrind


    Hayek rettet das Rütli
    20.06.2007 | 19:03:09

    BIEL Uhrenkönig Nicolas G. Hayek ist der anonyme Spender, der die Rütlifeier 2007 möglich macht. Er zahlt für die Sicherheitskosten, wie BLICK weiss.

    Micheline Calmy-Rey darf lachen: Unternehmer Nicolas Hayek langt für die Rütli-Feier tief in die Tasche.
    Mehr zum Thema
    Wir entgehen der nationalen Schmach

    «Gott hat mich mit viel Geld gesegnet. Darum kann ich etwas für die Demokratie tun», sagt der Unternehmer Nicolas G. Hayek gegenüber BLICK.

    Der Uhrenkönig ist der eigentlich anonyme Spender, der die Nationalfeier auf der Rütliwiese dieses Jahr ermöglicht. Zusammen mit dem Langenthaler Unternehmer und FDP-Nationalrat Johann Schneider-Amman übernimmt Hayek die Sicherheitskosten der Innerschweizer Kantone.

    Die beiden Unternehmer ermöglichen es so, dass die Schiffe am 1. August ab der Stadt Luzern zur Fahrt aufs Rütli aufbrechen können.

  2. # 2
    willi
    willi ist offline

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    Zuerst mal vielen Dank an Herr Hayek

    Ich verfolgte die Diskussion über die Rütlifeier nur am Rande. Aber ein Fest nur wegen den Sicherheitskosten und den erwarteten Demonstranten nicht abzuhalten empfinde ich als ein versagen der Parteien. Vor allem die sogenannte Volkspartei, die jeden Saustall und Autobahnkilometer am liebsten vergolden würde soll sich schämen

  3. # 3
    Hans
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    Tja, hätte aufs Rütli "geblochert" werden sollen, dann wäre die SVP selbstverständlich dafür gewesen

    Zitat Zitat von willi
    Zuerst mal vielen Dank an Herr Hayek

    Ich verfolgte die Diskussion über die Rütlifeier nur am Rande. Aber ein Fest nur wegen den Sicherheitskosten und den erwarteten Demonstranten nicht abzuhalten empfinde ich als ein versagen der Parteien. Vor allem die sogenannte Volkspartei, die jeden Saustall und Autobahnkilometer am liebsten vergolden würde soll sich schämen

  4. # 4
    beta
    beta ist offline

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    Peinlich. Aber wie auch immer: Ein riesen Theater, schlimmer als der G8-Gipfel in Heiligendamm.

    Eigentlich ist mir das Rütli Wurstegal, aber langsam wird das Thema wohl ein gefundenes Fressen für das Sommerloch. Bitte eine Arena, eine Rundschau und einen D-Club! :evil:

    Also, wenn ich Hayek wäre, dann würde ich zumindest den Weg rauf mit Swatch-Werbung säumen lassen. Wie bei der Tour de Suisse.

    Uh....nerv.

    Gruss

  5. filzig # 5
    cybercrash
    cybercrash ist offline

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    Bedenkliche Zustände? Bananenrepublik? Modell korrupter Osteuropäischer Entwicklungsstaat?

    Es wird wieder einmal deutlich, was die Schweiz geworden ist: ein Haufen wild zusammengewürfelter MachtpotentiatInnen, ein stinkender Filz aus Politik, Finanz, Wirtschaft.
    Bekämpft sich, zerstreitet sich, schmiert sich, stellt sich selbstgefällig und patriotisch dar?
    Begünstigt sich, poliert Image, alles ist machbar einer zahlt oder dann eben das PFolk,
    aber nur wenn es der Saftimuffti so will.

    Wie war das auch mit dem Swissair-Prozess, hätte da nicht ein gewisser Finanzkasper
    Villiger als oberste Aufsicht eine Ahnung von der Bilanz haben müssen? 200 mio. Gewinn
    wurden vorgetäuscht, einige Mrd. Verlust warens, der Villiger hatte nix gemerkt!
    Der sitzt jetz im Verwaltungsrat bei SWissRE und Nestle und kassiert von unseren
    Aktionären. Vor dem Gericht musste er gar nicht erscheinen, da machten die Herren
    Leuenberger Deiss das Cabaret. Es wurde hier der Filz auch deutlich, hat aber niemanden
    mehr gross überrascht.

    Im CH-Polit- und Finanzfilz hab ich keine Vorbilder mehr! Soll das noch eine Autorität sein?
    Rütli gehört den Schülern für Schulreisen, 1. August ist reines Affentheater.

    Kann diesen Kommentar problemlos löschen, falls erwünscht.

  6. Re: filzig # 6
    Dany1
    Dany1 ist offline

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    Zitat Zitat von cybercrash
    Bedenkliche Zustände? Bananenrepublik? Modell korrupter Osteuropäischer Entwicklungsstaat?

    Es wird wieder einmal deutlich, was die Schweiz geworden ist: ein Haufen wild zusammengewürfelter MachtpotentiatInnen, ein stinkender Filz aus Politik, Finanz, Wirtschaft.
    Bekämpft sich, zerstreitet sich, schmiert sich, stellt sich selbstgefällig und patriotisch dar?
    Begünstigt sich, poliert Image, alles ist machbar einer zahlt oder dann eben das PFolk,
    aber nur wenn es der Saftimuffti so will.

    Wie war das auch mit dem Swissair-Prozess, hätte da nicht ein gewisser Finanzkasper
    Villiger als oberste Aufsicht eine Ahnung von der Bilanz haben müssen? 200 mio. Gewinn
    wurden vorgetäuscht, einige Mrd. Verlust warens, der Villiger hatte nix gemerkt!
    Der sitzt jetz im Verwaltungsrat bei SWissRE und Nestle und kassiert von unseren
    Aktionären. Vor dem Gericht musste er gar nicht erscheinen, da machten die Herren
    Leuenberger Deiss das Cabaret. Es wurde hier der Filz auch deutlich, hat aber niemanden
    mehr gross überrascht.

    Im CH-Polit- und Finanzfilz hab ich keine Vorbilder mehr! Soll das noch eine Autorität sein?
    Rütli gehört den Schülern für Schulreisen, 1. August ist reines Affentheater.

    Kann diesen Kommentar problemlos löschen, falls erwünscht.
    Hallo Cybercrash,
    jetzt kannst ihn löschen :mrgreen: :mrgreen:
    stimmt doch alles, übrigens hat gerade heute unser Nationalrat eine PUK zur Swissairuntersuchung abgelehnt! Begründung: Die ständerätliche Kommission habe sich bereits intensiv und eingehend mit dem Swissair-Debakel befasst! Da habe ich wohl den Film verpasst? Wenn die rumstehenden Räte (Ständerat?) sich so sehr damit befasst haben, dann müssten wir ja auch die Schuldigen kennen? respektive genau wissen, was der Villiger ganau ver- oder eben nicht veranlasst hat.

    PS: Rütlifeier...es ist mir ein Rätsel, wie eine Bundesrätin x-Debaten, Fernseh- und Radiointerviews geben kann, dazwischen noch im welschen Fernsehen singt, wenn man immer wieder hört
    und sieht wie überlastet unsere Räte sind.

    also Cybercrash...Rütli gehört den Schülern für Schuelreisli und dem Bundesrat für teure, von uns bezahlte, August-Selbstbeweihräucherungs-Feier.

  7. Sage ja schon lange................. # 7
    Karat
    Karat ist offline

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    .......... was die Schweiz dringend braucht, ist eine demokratische Diktatur!

    - Das Volk bestimmt
    - Schnelle Entscheidungswege
    - Nur einer bestimmt und hat auch die Verantwortung ohne wenn und aber

    Der Diktator kann jederzeit vom Volk abgewält werden, wenn er die vom Volk bestimmten Ziele nicht erreicht. Die Fortschritte werden jährlich überprüft. Einen goldenen Fallschirm gibt es nicht.

    Ein so grosses Parlament braucht es nicht. Vieles ist eh fremdbestimmt (Ausland) für das andere
    genügt es, wenn einer bestimmt. Wie die Räte, kann er auch nicht mehr als Ja oder Nein sagen.
    Das aber viel schneller. Aber er kann sich auch nicht verstecken und muss zu seiner Entscheidung und zur Verantwortung stehen. Das ist in den Parlamenten nicht so. Da ist man einer unter vielen und kann sich immer wieder raus reden auf Mehrheitsentscheide. Mehrheitsentscheide sind aber nun mal nicht gleichbedeutend mit "richtig". Auch der Politfilz welcher ja überall in die Wirtschaft hinein reicht, würde es nicht mehr geben. Die Vorteile wären ellenlang. Kann gar nicht alle aufzählen. Nachteile gäbe es keine. Das letzte Wort hätte immer das Volk!

    Karat

  8. Re: Sage ja schon lange................. # 8
    Springer
    Springer ist offline

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    Zitat Zitat von Karat
    .......... was die Schweiz dringend braucht, ist eine demokratische Diktatur!

    - Das Volk bestimmt
    - Schnelle Entscheidungswege
    - Nur einer bestimmt und hat auch die Verantwortung ohne wenn und aber
    Karat
    Ob das besser wäre? Die beiden Wörter passen schon mal von Natur aus nicht zusammen :roll:

    Entweder Demokratie oder Diktatur, eine Mischform ist nur theoretisch denkbar. Das sind schnelle Parolen, die in der Umsetzung scheitern. Hast du dich schon mal gefragt ob das Volk einen "Diktator" möchte? Und dann wird alle 10min ein neuer gewählt? Das Wort Diktator müsste man dann ja wohl ersetzen durch evtl. "Abgesanter"? Nur einer der bestimmt? Hat denn der immer alle Kompetenzen die es braucht um überhaupt all diese Entscheide treffen zu können?

    Tja, scheint mir überhaupt nicht nur Vorteile zu haben, und fraglich wäre das allemal. Was nicht heissen will, das ich voll umfänglich zufrieden bin mit der heutigen Struktur der Regierung, aber dann gleich so rabiat?

  9. Es .............. # 9
    Karat
    Karat ist offline

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    Hallo Springer
    Es würde zu weit führen hier meine genauen Vorstellungen darzulegen. Wenn wir aber wirkungsvoll etwas positiv verändern wollen, muss die verkurstete Bestandeswahrung radikal
    abbauen und verändert werden. Wenn wir aber schon davor resignieren, dass es nicht möglich ist eine radikale Änderung zu erreichen, müssen wir auch gar nichts anpacken. Das ist ja der grosse Vorteil der Regierenden und den Mächtigen. Obwohl das vielleicht im ganzen Land nur etwa 2000 Personen sind die wirklich Einfluss haben und bestimmen, resignieren die übrigen Millionen Menschen in diesem Land. Und so ist es auf der ganzen Welt. Darum wird es auch so bleiben wie es immer war. Es werden immer wieder Kriege kommen und die politischen Verhältnisse ändern sich, aber grundsätzlich ändert sich nichts für das Volk. Weil eben nirgends das Volk an der Macht ist. Besten falls "vertreten" oder eben auch nicht! Aber es ist halt einfach so. Wo das Geld ist und hingeht ist die Macht. Das zu ändern bedarf einer Revolution. Trotzdem will aber niemand das Problem anpacken, weil es uns allen noch zu gut geht, obwohl es uns immer schlechter und schlechter geht. Alles aber vorläufig auf einem hohen Niveau. Wer will es sich da schon mit der Führungsschicht verderben. Wenn man siehst was die politische Elite, sagen wir mal in der EU oder am G8-Treffen verzapfen und versprechen ist ja ein absoluter Hohn.
    Wollte man den Menschen auf der Welt wirklich helfen und realisieren dass es allen Menschen auf der Welt mind. einigermassen gut geht wäre das nämlich möglich. Aber wer will das schon wirklich. Wenn man wissen wirl wer es wirklich will muss man einfach schauen wohin und wieviel
    das Geld geht. Dabei meine ich nicht das viele Geld das in Afrika, Asien und Südamerika an korrupte Regierungen und Vertreter der Entscheidungsträger geht, nein ich meine das Geld, das bei denen ankommt die bitter arm sind und es wirklich brauchen.

    So jetzt aber Schluss, sonst komme ich noch auf die Ingnrierliste, wenn ich das nicht schon bin.

    Karat

  10. # 10
    Felice
    .... schon mal etwas von "Demokratur" gehört ...? Das ist ja die Situation, in der wir leben. Wir dürfen über dieses und jenes abstimmen, wenn es genehm ist - aber bei vielem Wesentlichem stehen wir abseits. Beispiel Swissair- und Swiss-Geschenke. Natürlich gab es Highlights wie die Initiative zur Abschaffung der Armee oder der Kauf von Flugzeugen - aber grossmehrheitlich müssen wir uns um Dinge kümmern, die wohl nebensächlicher nicht sein könnten.
    Gesellschaftlich laufen wir voll auf der Schiene "Brot und Spiele". Siehe Fernsehprogramme, Gameshows, "Zipfel" (ist das nicht die Ziege der SVP?) - wir verlustieren uns zu Tode. Um das Wesentliche kümmern sich hinter den Kulissen einige wenige Leute.

    Wir sind in unserem Lande ja seeehr zufrieden. Die Beteiligung an Wahlen und Abstimmungen ist gering, wir sind satt. Wir sind aber auch Egoisten, die kaum mehr über die eigene Nase hinaus sehen wollen. Wir ignorieren, was um uns herum geschieht, Hauptsache, der Saldo im "Kässeli" stimmt! So geht das Engagement für die Gemeinschaft immer mehr zurück, Behörden finden kaum mehr qualifizierte Mitglieder, Vereine keine Personen mehr, die sich in einem Vorstand engagieren wollen. Gemeinwohl -was ist das? Wir wollen uns ja selbst verwirklichen - Maslow lässt grüssen!

    Aber eben, wie oben erwähnt, ich sollte auch aufpassen, nicht in eine "Negativspirale" einzubiegen .... mir geht es gut, die Sonne scheint, mein Portefeuille könnte sich noch etwas besser entwickeln ...

    En schöne Tag wünscht
    Felice

  11. # 11
    richard100
    richard100 ist offline

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    Im kritisieren in eigener Sachen, da sind wir doch Weltmeister. :lol:
    Es genügt ein kurzer Blick über die eigenen Grenzen. Wie wärs mal mit Sizilien und ihrem Mafiaproblem.
    Möchte ja nichts beschönigen, aber wenn ich da die Zeitungen von heute lese mit dem Theate der EU, welche immer noch um eine Verfassung ringt, Polen, welches auch die Todesopfer des 2. Weltkrieges miteinbeziehen will.... da ist mir wieder wohl in den CH Grenzen.
    Hier noch ein NZZ bericht von heute Morgen.

    http://www.nzz.ch/2007/06/22/al/articleFACBC.html

    http://www.swisstxt.ch/SF1/134-00.html

    Und hier noch interessanter Bericht in der Weltwoche betr. Polen.
    Gruss Rich









    Noch ist Polen nicht verloren
    Von Henryk M. Broder

    Die Krise zwischen Polen und Europa ist nicht zufällig: Für die Polen geht es wie immer ums Überleben. Darüber sollte man keine Witze machen.

    Es kriselt derzeit zwischen Polen und Europa. Vor allem die nächsten Nachbarn der Polen, die Deutschen, verstehen nicht, was die Polen umtreibt, warum sie sich das Leben schwermachen und Sand in die Mühlen der Europäischen Union streuen. Die Antwort lautet: weil sie es im Laufe ihrer Geschichte so gelernt haben. Es geht um das Überleben.

    Es ist kein Zufall, dass die Nationalhymne mit den Worten anfängt: «Noch ist Polen nicht verloren, solange wir leben!» Die Überzeugung, unter einer ständigen Bedrohung zu leben, die Heimat verteidigen und sein Leben zu ihrem Schutz einsetzen zu müssen, ist in Polen so weit verbreitet und so selbstverständlich wie der sonntägliche Gang zur Kirche.

    Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks könnten sich die Polen entspannt zurücklehnen und das neue Leben geniessen. Polnische Abgeordnete sitzen im Europäischen Parlament, polnische Soldaten nehmen an Nato-Manövern teil, polnische Unternehmer importieren und exportieren alles, was in Polen hergestellt oder konsumiert wird.

    Aber glücklich sein und sich des Lebens freuen, das haben die Polen nie gelernt. Und in der Tat, sie hatten wenig Gelegenheit dazu. Wenn sie nicht gerade geteilt, unterworfen und ausgeplündert wurden, waren sie damit beschäftigt, wenigstens ihren Glauben und ihre kulturelle Identität zu retten.

    Der jahrhundertelange Kampf wirkt bis heute nach. Zum einen sind die Polen überzeugt, dass sie durch ihre Leidensgeschichte «geadelt», von Gott sozusagen zu seinem Volk «erwählt» wurden, zum anderen sind sie masslos empfindlich und neigen dazu, beleidigt zu reagieren, sobald sie einen Hauch von Diskriminierung verspüren.

    Als Spielberg «Schindlers Liste» in Krakau drehte, wurde in den Medien darüber lamentiert, dass die Juden auf Kosten der Polen bevorzugt würden. Spielberg hätte, so konnte man es überall lesen und hören, einen Film über das Martyrium und den Widerstand der Polen, nicht der Juden, drehen sollen. Und wer noch Anfang der neunziger Jahre das KZ Auschwitz besuchte, das nach dem Krieg in «Muzeum Auschwitz» umbenannt und zu einer Touristenattraktion umdeklariert wurde, der suchte vergeblich einen Hinweis darauf, dass in der grössten Todesfabrik Europas vor allem Juden verarbeitet wurden. In Schriften und Gedenktafeln war nur von Polen die Rede. Das war nicht ganz falsch, weil die meisten Juden, die in Auschwitz ermordet wurden, polnische Staatsbürger waren. Aber ganz richtig war es auch nicht, denn der Zorn der Nazis richtete sich nicht gegen die jüdischen Polen, sondern gegen die polnischen Juden.

    Und so dauerte es sehr lange, bis die Polen damit begannen, sich mit dem Teil ihrer Geschichte auseinanderzusetzen, den sie gerne dauerhaft vergessen hätten: dem polnischen Antisemitismus vor und nach dem Krieg, der sich noch 1946/47 in Pogromen entlud.

    Bei den Gedenkfeiern zur Erinnerung an das Blutbad von Jedwabne 1941, wo die jüdische Gemeinde von ihren polnischen Nachbarn ausgelöscht worden war und das die offizielle polnische Geschichtsschreibung bis vor wenigen Jahren den Nazis anlastete, kam es zu hässlichen Szenen. Patriotische Polen setzten sich gegen die «Verfälschung der Geschichte» zur Wehr und fantasierten von einer deutsch-jüdischen Verschwörung gegen Polen.

    Schon der ironische, aber begründete Hinweis, die polnische Kultur ruhe vor allem auf zwei Säulen, dem Alkoholismus und dem Antisemitismus, wird als Angriff auf die polnische Ehre verstanden. Die Empörung wird noch grösser, wenn die Brüder Kaczynski, die keine Gelegenheit auslassen, sich lächerlich zu machen, mit einer Kartoffelsorte assoziiert werden. Es stimmt nicht, dass die Polen keinen Humor haben, sie mögen nur nicht mitlachen, wenn andere Witze über sie reissen.

    Dafür haben sie einen ausgeprägten Sinn für das Heroische. Fast jeder Pole hat einen Opa oder Grossonkel, der Kavallerist war und die anrückenden deutschen Panzer aufzuhalten versuchte. Hoch zu Ross und mit gezogenem Säbel motorisierten deutschen Verbänden entgegenzustürmen das entspricht nicht ganz den historischen Tatsachen, ist aber der Inbegriff polnischen Heldentums.

    Noch mehr als die Deutschen tun sich die Polen mit der Gegenwart schwer und halten sich lieber in ihrer Vergangenheit auf. In der Welt von Henryk Sienkiewicz und Adam Mickiewicz, von Julian Tuwim und Tadeusz Kosciuszko. Wer etwas auf sich hält, richtet sein Haus wie die miniaturisierte Kopie eines Ritterguts ein. Grossartig, wenn es darum geht, Widerstand zu leisten und im Untergrund zu überleben, schwächeln sie, wenn der Alltag ihnen zu viel abfordert. Und kommt es mal ganz dicke, dann singen sie aus vollem Herzen: «Noch ist Polen nicht verloren, solange wir leben!»
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  12. mit Alinghi auf's Rütli... # 12
    Dany1
    Dany1 ist offline

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    22.02.2005
    Frau Bundespräsidentin Calmy Rey wurde heute in Valenzia gesichtet. Sie hat sich dort mit Alinghi Chef Ernesto Bertarelli getroffen. Es wird vermutet, dass Frau Calmy Rey um eine 1. August Fahrt zum Rütli gebettelt hat und Herr Bertarelli auf Druck von Hayek eingewilligt hat. Noch nicht bekannt ist, ob es auf dem Schiff auch einen Platz für Christine Nervenzegi gibt...

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