Baufinanzierung für EFH - erneute Bonitätsprüfung vor Auszahlung
Guten Tag allerseits,
ich habe eine Frage zu folgendem Szenario und freue mich über die Einschätzung fachkundiger Formusmitglieder. An dieser Stelle vielen Dank vorab.
wir vor kurzem einen Darlehensvertrag für den Neubau eines Einfamilienhauses (Fertighaus) unterschrieben.
Gesamtvolumen des Darlehens inkl. KFW ca. 450.000,- EURO.
Eingebrachtes EK ca. 250.000,- EURO.
Der Bau soll erst in ca. 6 Monaten beginnen, die Auszahlung erfolgt in Tranchen je nach Baufortschritt. Wir hoffen, dass wir in der bereitstellungszinsfreien Zeit (12 Monate) fertig werden. Wenn nicht, ist es aber auch kein Weltuntergang für uns.
Im Vertrag steht u. a. eine Kündigungsklausel zur „wesentlichen Verschlechterung der Vermögensverhältnisse“ (§ 490 BGB) und zudem, dass bereits die Auszahlung verweigert werden kann, wenn nach Vertragsabschluss erkennbar wird, dass die Rückzahlung durch mangelnde Leistungsfähigkeit des Darlehensnehmer gefährdet ist.
Meine Frau ist inzwischen schwanger (wir wissen noch nicht, ob und wie lange Elternzeit/ Elterngeld beansprucht werden soll). In der Elternzeit wird ihr Einkommen potentiell wegfallen, aber durch Steuerklassenwechsel hätten wir dennoch ein stabiles Haushaltsnetto von ca. 5200 €, Rate liegt bei 2100 € → ca. 40 % Anteil.
Elterngeld wäre zusätzlich auch vorhanden in voller Höhe (Ein oder zwei Jahre ist noch ungewiss).
Meine Frage(n):
Fordern Banken bei so einer langen Zeit vor der ersten Auszahlung (voraussichtlich in ca. 6 Monaten+) und bei weiteren Auszahlungen in der Praxis tatsächlich nochmal aktuelle Gehaltsnachweise oder eine frische SCHUFA-Abfrage an?
Sprich: wird die Bonität nochmal geprüft, bevor tatsächlich ausgezahlt wird?
Oder reicht meist nur Baufortschritt, Rechnungen und Grundbucheintrag?
Hat jemand Erfahrung, dass die Bank vor der ersten Tranche nach aktuellen Lohnzetteln gefragt hat und dann wegen vorübergehender Elternzeit/Schwangerschaft Probleme gemacht hat (Verweigerung der Auszahlung oder Kündigungsdrohung)?
Würdet ihr die Schwangerschaft/Elternzeit von euch aus erwähnen, oder einfach abwarten und nur antworten, wenn explizit gefragt wird?
Dass ein Einkommen wegfällt, ist für uns finanziell tragbar. Da haben wir auch noch Puffer für den Verdienstausfall. Wir haben nur Sorge, dass die Bank den Vertrag vor der ersten Auszahlung doch noch platzen lässt. So richtig logisch wäre das ja nicht, da die Bank damit keinerlei Zinsen verdienen würde. Ein Interesse der Bank daran sollte also nicht bestehen.
Hintergrund: Der Immobilienwert liegt deutlich über der Grundschuld, also sollte die Sicherheit eigentlich top sein. Trotzdem macht mir die Klausel etwas Sorgen.
Danke schon mal für eure Erfahrungen!