Welche Kriterien berücksichtigt die SCHUFA im neuen Score?
Die SCHUFA bewertet die Bonität auf Basis von zwölf klar definierten Kriterien, von denen jedes eine eigene Punkteskala mit festem Mindest- und Höchstwert besitzt. Die maximale Punktzahl eines Kriteriums zeigt dabei gleichzeitig, wie stark es im Gesamtscore gewichtet wird – denn nicht alle Faktoren haben den gleichen Einfluss. Zwar können Verbraucher die vergebenen Punkte für jedes einzelne Kriterium im SCHUFA-Account einsehen, die dahinter liegende Berechnungsformel bleibt jedoch weiterhin unveröffentlicht. Auf den folgenden Kriterien basiert der neue SCHUFA-Score:
1. Zahlungsstörungen (100 bis 264 Punkte): Zahlungsstörungen wie überfällige Forderungen, Mahnungen oder Negativmerkmale haben den stärksten Einfluss auf den SCHUFA-Score.
2. Alter des ältesten Bankvertrags (0 bis 69 Punkte): Je länger die Beziehung zur Bank, desto stabiler wirkt das auf die Bonitätsbewertung.
3. Alter der ältesten Kreditkarte (0 bis 81 Punkte): Eine langjährig genutzte Kreditkarte signalisiert Kontinuität und wirkt in der Regel positiv.
4. Alter der aktuellen Adresse (0 bis 94 Punkte): Adressstabilität ist ein wichtiger Faktor – häufige Umzüge können das Risiko erhöhen.
5. Alter des jüngsten Rahmenkredits (0 bis 36 Punkte): Neue oder häufig veränderte Dispo- oder Rahmenkredite können als Risikosignal gelten.
6. Anfragen & Abschlüsse bei Banken (12 Monate) (0 bis 117 Punkte): Viele Konto- oder Kreditkartenanfragen und -neuabschlüsse innerhalb eines Jahres wirken eher risikoreich.
7. Anfragen außerhalb des Bankenbereichs (12 Monate) (0 bis 99 Punkte): Auch Bonitätsprüfungen durch Telekomunternehmen, Online-Shops oder Händler werden berücksichtigt. Eine hohe Anzahl kann den Score senken.
8. Neu aufgenommene Ratenkredite (12 Monate) (0 bis 66 Punkte): Viele neue Kredite binnen kurzer Zeit erhöhen die finanzielle Belastung – und damit das Risiko.
9. Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite (0 bis 61 Punkte): Langlaufende Kreditverträge bedeuten langfristige Verpflichtungen und beeinflussen den Score entsprechend.
10. Kreditstatus (0 bis 19 Punkte): Ob Kredite ordnungsgemäß geführt oder bereits abgeschlossen wurden, wirkt sich direkt auf die Bewertung aus.
11. Immobilienkredit (0 bis 55 Punkte): Laufende Immobilienkredite zeigen finanzielles Engagement und werden – korrekt bedient – oft stabilisierend bewertet.
12. Vorliegen einer Identitätsprüfung (0 bis 38 Punkte): Eine bestätigte Identität (z. B. per eID) erhöht die Datenqualität und wirkt sich positiv auf die Scoreberechnung aus.
Was ist ein guter SCHUFA-Score?
Aus der Summe der Punkte aller zwölf Kriterien ergibt sich ein Punktestand zwischen 100 und 999. Dieser Punktestand bestimmt die persönliche Bonitätsklasse. Das neue Bewertungssystem teilt die Bonität seit 2026 in vier klar definierte Klassen ein: „Hervorragend“, „Gut“, „Akzeptabel“ und „erhöhtes Risiko“. Ein guter SCHUFA-Score beginnt ab 709 Punkten,ein Score über 776 Punkten gilt als hervorragend und öffnet die Tür zu den besten Kreditkonditionen am Markt.
Wenn schwere Negativmerkmale vorliegen – vor allem offene Zahlungsstörungen – berechnet die SCHUFA gar keinen Score. Statt eines extrem niedrigen Punktwerts wird einfach die Information ausgegeben: „Kein Score – es liegen offene Zahlungsstörungen vor.“
Offene Forderungen führen also nicht zu einem Score unter 100, sondern zu gar keinem Score.
Überblick: Scoreklassen der SCHUFA
Scorebereich Bewertung
776–999 Punkte Hervorragende Bonität
709–775 Punkte Gute Bonität
642–708 Punkte Akzeptable Bonität
100–641 Punkte Erhöhtes Risiko
Kein Score..........bei offenen Zahlungsstörungen