Renditeeinschätzung einer privaten Rentenversicherung

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  1. Avatar von Pantus
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    Standard Renditeeinschätzung einer privaten Rentenversicherung

    Hallo Finanzforum 😊

    ich hätte gern euren Rat bzw. Einschätzung zu einer ausgezahlten privaten Rentenversicherung.
    Kann ich irgendwie berechnen, wie hoch der tatsächliche Garantiezins ist?

    Es handelt sich um eine „Aufgeschobene Rentenversicherung“ mit 25 Jahren Laufzeit (seit 1993), 5% jährlicher Dynamik und monatlicher Zahlweise
    insgesamt eingezahlt: 96900 €
    einmalig ausgezahlt: 126350 €

    Ist die Rendite eher gut oder schlecht zu bewerten?

    Grüße

  2. Avatar von Reibold
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    Standard AW: Renditeeinschätzung einer privaten Rentenversicherung

    Hallo Pantus,

    dafür gibt es im Netz verschiedene Rechner. Z.B. bei Zinsen-berechnen.de den Sparrechner für regelmäßige Sparraten.
    Ich habe das mal kurz durchgerechnet und komme auf eine erste Zahlung von 330 DM vor 25 Jahren und eine Rendite von 2,517 %.
    Ob das gut oder schlecht ist, hängt von den Alternativen ab. Natürlich hätte ein guter Aktienfonds ein vielfaches davon für Sie erwirtschaftet.
    Der hatte aber auch ein höheres Risiko Verluste zu machen.

    Mit dem Garantiezins hat das ganze aber nichts zu tun. Der lag damals höher und wurde sogar noch um eine Überschussbeteiligung ergänzt. Doch das bezieht sich nur auf den Teil Ihres Geldes das nach Abzug der Kosten für den Vertrag tatsächlich angelegt wurde.

    MfG

    Alexander Reibold
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  3. Avatar von Pantus
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    Standard AW: Renditeeinschätzung einer privaten Rentenversicherung

    Danke Reibold,
    ein Aktienfond wäre da keine Alternative gewesen, da das Geld schon sicher angelegt sein sollte. Mir ging es hauptsächlich um die Einschätzung, ob diese Rentenversicherung zu vergleichbaren eher gut oder schlecht abgeschnitten hat.


    Leider musste ich feststellen, dass es sich trotz der Rendite von knapp 30% absolut, und trotz Steuerfreiheit für einen Vertrag vor 2004, nicht ausgezahlt hat. Besser gesagt...die 25 Jahr Einzahlung waren umsonst. Der Grund dafür: der Staat hat nachträglich die Spielregeln geändert.


    Wer als freiwillig gesetzlich Krankenversicherter seine Private Altersvorsorge vor Renteneintritt ausgezahlt bekommt, zahlt auf die komplette Auszahlungssumme nochmals Krankenkassen u. Pflegeversicherungsbeiträge. (Obwohl es das eigene Geld ist, das in Form Lohn ect. bereits mit Sozialabgaben belegt wurde, man hat es bloß neu investiert.=Doppelte Beitragsbemessung)


    Wer Glück hat, kommt frühestens ab Renteneintritt den KVDR Status (Krankenversicherung der Rentner), dann wird der GKV Beitrag nur noch auf die gesetzliche Rente oder den Lohn aus Teilzeit angerechnet (falls man weiter arbeitet) und nicht mehr auf alle anderen Einkünfte (Zinsen, Renditen, Mieten usw.)
    Diesen Status werden aber immer weniger freiwillig gesetzlich Versicherte bekommen weil sie die drei Bedingungen nicht erfüllen:
    1. Anspruch auf gesetzliche Rente
    2. 90% der zweiten Hälfte des Berufslebens muss man in die GKV eingezahlt haben
    3. ist man bei Renteneintritt weiter berufstätig, dann höchstens nebenberuflich (für Arbeitgeber bedeutet das: maximal ein Angestellter als Minijobber - bei Angestellten in Vollzeit geht die GKV von einer Hauptberuflichen Tätigkeit aus)
    Das dürfte vor allem die Treffen, die durch die Halbierung des Mindestbeitragssatzes der GKV (Versichertenentlastungsgesetz) von rund 1038€ je Monat seit Januar 2019 entlastet werden sollten: kleine Unternehmen und Selbstständige, die sich den Beitrag für die gesetzliche Rente schlicht nicht leisten konnten. Bei vielen wird die Rente ohnehin nicht reichen und sie dürfen sich auf ein Arbeitsleben in Vollzeit bis 70+ freuen.


    Eine Beispielrechnung anhand der Zahlen, die ich Anfangs genannt hatte:
    -> 96900 € in 25 Jahren in private Altersvorsorge eingezahlt
    -> 123350 € am Ende als Einmalzahlung ausgezahlt
    -> 26450 € Rendite

    -> private Rentenauszahlung mit 60 Jahren, Regelrenteneintritt mit 65 Jahren - das heißt, ab der Auszahlung mit 60 berechnet die Krankenkasse einen zusätzlichen Beitrag auf die priv. Altersvorsorge. Die 123350 € werden auf die nächsten 10 Jahre verteilt (auch Rückwirkend, also Nachzahlung)
    Berechnung (gerundet):
    123350 € : 10 Jahre : 12 Monate = 1028 € zusätzliches angerechnetes Einkommen je Monat

    -> das macht ungefähr 200 € zusätzlich, zum bereits bestehenden GKV Monatsbeitrag - wer vorher 190 € Mindestbeitrag gezahlt hat, zahlt dann 390 €

    -> das macht nach 10 Jahren: 200 € x 12 Monate x 10 Jahre = 24000 € für die Krankenversicherung ...man darf also von der Rendite ein Almosen von 2450 € bzw. rund 9% behalten, den Rest bekommt die GKV... das ist wirklich großzügig von den Abgeordneten, die solche Gesetze beschließen, bzw. sie unterschreiben. Von den gleichen Leuten hört man täglich, wie wichtig private Altersvorsorge sei, eine Heuchelei sondergleichen!

    -> wer eine private Renten/Lebensversicherung nach 2004 abgeschlossen hat oder in einen Vertrag vor 2005 nicht regelmäßig eingezahlt hat, muss diesen auch noch versteuern. Zusammen mit der Inflationsrate der letzten 25 Jahre kann sich dann jeder ausrechnen, wie viel Minus man dabei gemacht hat.

    -> auch die Einkünfte des Ehepartners eines freiwillig versicherten werden angerechnet (ich glaube gelesen zu haben mit 50%)

    -> wer mit 65 in Rente gehen kann und KVDR Statur erhält, darf immerhin noch knapp die Hälfte seiner Rendite behalten, weil die Zahlung der zusätzlichen 200 € dann entfällt, alle anderen zahlen weiter. Wie gesagt, das werde immer mehr Menschen nicht schaffen, weil sie weiter in Vollzeit arbeiten müssen oder die Beitragsjahre für die KVDR nicht erreichen.

    -> Betriebsrentner haben übrigens das gleiche Problem, auch deren Rente wird angerechnet

    -> kleiner Fun Fact am Rande: meine Sachbearbeiterin von der gesetzlichen Rentenversicherung hat mir vor Jahren empfohlen, "als noch relativ junger Mensch soll ich aus der gesetzlichen RV austreten und das Geld privat anlegen, ich hätte dann mehr davon" ...zur Erinnerung: die gesetzliche Rente ist ein Umlagesystem das davon lebt, dass möglichst viele (bzw. alle) einzahlen. Andere Länder Europas (zBsp. die Schweiz) praktizieren das erfolgreich, in Dtl. hat man sich stattdessen für ein Konjunkturpaket für die Versicherer und Banken entschieden. Die Abgeordneten sind allerdings auch nicht selbst davon betroffen, "deren Renten sind sicher" - definitiv!


    Da bleibt nur allen Betroffenen einen angenehmen Lebensabend zu wünschen, im reichen Deutschland...

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