Anlage von Geld mit 53, wie aufteilen? Sicher...ETFs...Immobilie?

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  1. Avatar von playingpro
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    Standard Anlage von Geld mit 53, wie aufteilen? Sicher...ETFs...Immobilie?

    Guten Morgen,

    ich spekuliere schon seit längerem (ca. 1 Jahr), wie ich mein Geld anlegen soll, ich habe mich erst letztes Jahr "ernsthafter" damit beschäftigt, ich habe dann im Herbst in ETF´s investiert, ich habe mir verschiedene Branchen gesucht, immer nach einem guten ETF gesucht bei justetf, bis jetzt sind es 17 ETFs, alle zwischen 10 und 50tsd Euro stark, und ich bin nun 12% im Plus. Im Juni läuft noch ein Festgeldkonto mit 250tsd Euro aus, welches ich dann auch anlegen möchte, wie ist eben die Frage.

    Nun mal zu den ca. Zahlen, als Hintergrund: In ETF´s angelegt bisher ca. 500.000 Euro, Haus ist abbezahlt, eine abbezahlte Wohnung habe ich auch, eine eigene Firma, die gut läuft und die ich in 3 Jahren verkaufen werde, um dann noch 3 Jahre weiter da zu arbeiten, quasi als Übergabe. Da kommen nochmal netto gute 2,5 Mio rein vom Verkauf, dazu das Firmengebäude, was abbezahlt ist und einen Wert von ca. 1,5 Mio hat.

    Nun zu meinem "Problem": Mein ganzen liquides Geld ist ja nun in ETF´s angelegt, und nun lese ich ja immer, man sollte STREUEN....was ich durchaus nachvollziehen kann. Immobilien....ICH finde erstens zu wenig Rendite grade, ich bin null ein Handwerker, der mal was machen könnte wenn der Mieter plärrt, das halte ich für keine gute Idee.

    Was könnte ich stattdessen machen? Wo sollte ich mich noch einlesen? Sicherheit...oder doch sagen, geh weiter in ETF´s, das kann ich, da weiß ich halbwegs gut bescheid!

    Vielen Dank für eure Einschätzung

  2. Avatar von Cici
    Cici ist offline

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    Standard AW: Anlage von Geld mit 53, wie aufteilen? Sicher...ETFs...Immobilie?

    Zitat Zitat von playingpro
    Mein ganzen liquides Geld ist ja nun in ETF´s angelegt, und nun lese ich ja immer, man sollte STREUEN [...] Sicherheit...oder doch sagen, geh weiter in ETF´s
    Mal ganz allgemein: ETF sind nur ein Instrument, um in bestimmte Anlageklassen zu investieren. Die Tatsache, dass Du einen ETF im Depot hast, sagt daher nicht besonders viel darüber aus, ob die Anlage sicher oder riskant ist (von einer gewissen Grunddiversifikation bei europäischen ETFs einmal abgesehen). ETFs auf Aktien beispielsweise sind im Schnitt deutlich riskanter als Geldmarkt-ETFs oder ETFs auf sichere Staatsanleihen.

    Damit hast Du auch schon neue Optionen, wie Du Deine Anlagen ergänzen könntest. Sofern Du bisher nur Aktien-ETFs im Depot hast, wären Fonds auf Anleihen eine weitere Option. Da gibt es eine breite Palette von sicheren Staatsanleihen über Schwellenländeranleihen bis zu Unternehmensanleihen unterschiedlicher Risikoklasse. Darüber hinaus wären Rohstoff-ETCs, ETPs auf Kryptowährungen oder ETFs auf REITs (Immobilienunternehmen) Optionen, um weitere Anlageklassen abzudecken. Wie schon erwähnt Geldmarktfonds als Alternative zum Tages-/Festgeldkonto könnte man bei Deinen Anlagesummen auch im Hinterkopf behalten.

    Wie hoch Deine Risikotoleranz und damit der Anteil des Vermögens in solchen Anlagen sein soll, musst Du für Dich selbst entscheiden. Üblicherweise wird empfohlen, mindestens drei Monatseinkommen in Cash vorzuhalten. Als Unternehmer kann eine etwas größere Summe nicht schaden. Ich würde also erstmal die Anlagesummen für die jeweiligen Risikoklassen festlegen und dann schauen, welche Anlagen dort jeweils reinpassen.

    Zitat Zitat von playingpro
    bis jetzt sind es 17 ETFs, alle zwischen 10 und 50tsd Euro stark
    Unter der Annahme, es geht bei Deinen bisherigen Anlagen nur um Aktien-ETFs: Warum so viele? Mir scheint, Du verhedderst Dich da in in Kleinteiligkeit, die am Ende keinen echten Renditevorteil bringt. Bei 17 verschiedenen Branchen-ETFs dürftest Du insgesamt wieder nahe an den Marktdurchschnitt kommen. Du könntest die ganzen Branchen-ETFs also auch durch einen Welt-ETF ersetzen (oder geteilt in Industrie- und Schwellenländer-ETFs), ohne spürbare Renditeeinbußen hinnehmen zu müssen. Einfachheit ist in aller Regel besser, und in dem Fall wahrscheinlich auch günstiger.

  3. Avatar von playingpro
    playingpro ist offline
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    Standard AW: Anlage von Geld mit 53, wie aufteilen? Sicher...ETFs...Immobilie?

    Hallo,

    es sind ETF´s auf Aktien, aus verschiedensten Branchen, 17 Stück, da bin ich 12% im Plus seit September letzten Jahres (da gekauft)

    Und DAS ist es, was ich meine....das kannte ich bisher nicht: Geldmarkt-ETF´s und ETF´s auf Staatsanleihen, da kann ich mich jetzt mal einlesen, vielen Dank!! Ich will ja eben nicht alles in Aktien /ETF´s) investieren, eben auch was mit mehr Sicherheit!

    ETC´s hab ich noch nie gehört...lese ich auch! Krypto halte ich nicht so viel davon...

    Danke!!!

  4. Avatar von Zapp73
    Zapp73 ist offline

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    Standard AW: Anlage von Geld mit 53, wie aufteilen? Sicher...ETFs...Immobilie?

    Man braucht keine 17 ETF's aus verschiedensten Branchen. Ich habe zwei ETF's, die allermeisten Empfehlungen liegen zwischen drei und maximal fünf. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass sich Deine 17 ETF's nicht mehrfach überschneiden und Du daher keine besondere Gewichtung ggü einer Gestaltung mit 3-5 ETF's hast. 17 ETF's hat auch kein Mensch im Blick, es sei denn, man ist professioneller Broker.

    Aber gut, jeder versaut sich den Tag, so gut er kann.

  5. Avatar von bruno68
    bruno68 ist offline

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    Standard AW: Anlage von Geld mit 53, wie aufteilen? Sicher...ETFs...Immobilie?

    Leider entscheiden viele sich nicht richtig, ihre Situation einzuschätzen.

    Grundsätzlich gilt: "Entweder selber machen oder machen lassen!"

    Daraus ergibt sich die Frage, wer bei Verluste haftet! Selber oder die Chance auf Schadensersatz?

    Man sollte vorab dies selber klären, denn bin ich so fachlich gut solche Entscheidungen zu tragen? Zwar gibt es immer noch Menschen die "glauben" ETFs während Kosten frei oder nur geringfügig mit Kosten belastet.

    Die irren sich gewaltig!
    Neobroker pochen bei ETFs auf Bestandsprovision
    Bei ETFs fließen keine Provisionen an die Vertriebsstellen. Das ist bislang die Regel, und deshalb sind diese Fonds so günstig. Offenbar fordern aber manche Akteure nun eine Vergütung, zeigen Recherchen von FONDS professionell ONLINE. Das käme einem Tabubruch gleich. Die Aufsicht ist alarmiert.
    Brokerhäuser fordern von Produktanbietern eine Vergütung für den von ihnen betreuten Bestand an börsengehandelten Fonds (ETFs). Eine ganze Reihe von Vertretern großer wie kleinerer ETF-Gesellschaften haben gegenüber FONDS professionell ONLINE bestätigt, dass solche Ansprüche gestellt worden seien – insbesondere bei Verhandlungen mit Neobrokern. Die Mitarbeiter der ETF-Häuser wollen nicht öffentlich genannt werden.
    Wenn entsprechende Zahlungen von Fondsgesellschaften an die Broker erfolgen, würde dies eine Zäsur markieren. Denn eigentlich fließen bei ETFs keinerlei Bestandsprovisionen. Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin ist bereits auf solche Ansinnen aufmerksam geworden. "Der Bafin ist bekannt, dass einzelne Intermediäre versuchen, auch mit ETF-Anbietern Vereinbarungen über Bestandsprovisionen zu schließen", teilte die Behörde auf Anfrage der Redaktion mit.
    An Säule gerüttelt
    ETFs erleben ein enormes Wachstum. Gründe dafür sind die einfache Handelbarkeit über die Börse, die Transparenz sowie die geringen Kosten. Ein Aspekt der niedrigen Gebühren ist, dass an Vertriebe keine Provisionen fließen – anders als bei herkömmlichen Investmentfonds. Doch offenbar wollen manche Akteure an dieser Säule rütteln.
    Insider berichten gegenüber FONDS professionell ONLINE, dass Broker an der Verwaltungsvergütung und eventuell anfallenden Einnahmen aus der Wertpapierleihe der ETF-Anbieter beteiligt werden möchten. Dies solle im Rahmen eines sogenannten "Revenue Share"-Modells erfolgen. Auch andere Formen von Zahlungen der ETF-Anbieter anhand des über die jeweiligen Broker von Endkunden gehaltenen Bestandsvolumens seien in der Diskussion, heißt es von Insidern.
    Geschäftsmodell in Gefahr
    Die Begehrlichkeiten stehen vor dem Hintergrund, dass die Verbreitung von ETFs unter Privatanlegern massiv zunimmt. So haben einer Studie des Portals "Extra-ETF" zufolge europäische Anleger allein über Sparpläne 2025 insgesamt 22,7 Milliarden Euro in börsengehandelte Fonds investiert. Dabei ist Deutschland der größte Markt. Direktbanken wie Neobroker profitieren von diesem Trend.
    Gerade Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder Finanzen.net Zero suchen jedoch nach neuen Einnahmequellen. Hintergrund ist das Verbot von Provisionen für die Weiterleitung von Handelsaufträgen ("Payment for Order Flow"). Diese flossen bislang von Handelsplatzbetreibern an die Broker. Diese verlangen dafür von den Endkunden keine Ordergebühren. Diese Praxis ist ab Juli nicht mehr zulässig. Um sich neue Einnahmequellen zu erschließen, haben Häuser wie Scalable Capital oder jüngst Trade Republic die Gründung eigener Handelsplätze in Angriff genommen.

    Einnahmequellen erschließen
    Provisionen auf ETF-Bestände stellen einen weiteren Weg dar, um den Brokern Erlöse zu bescheren. Zudem würden sie dann nicht nur beim An- und Verkauf von ETF-Anteilen durch Endkunden verdienen, sondern auch laufende Erträge vereinnahmen. Bislang lehnen einige ETF-Anbieter nach eigener Aussage das Verlangen nach Provisionen ab. "Darauf lassen wir uns nicht ein", sagte ein Vertreter eines ETF-Anbieters. "Solche Forderungen wehren wir ab", betonte ein ranghoher Mitarbeiter einer anderen ETF-Gesellschaft.
    FONDS professionell ONLINE hat mehrere Neobroker zu etwaigen Zahlungen befragt. Scalable Capital und die Finanzen.net-Gruppe, die hinter Finanzen.net Zero steht, verwiesen darauf, Marktgerüchte nicht kommentieren zu wollen. Trade Republic teilte mit, dass das Haus "Details zu vertraglichen Vereinbarungen mit unseren strategischen Partnern grundsätzlich nicht öffentlich kommentiert". Smartbrokerplus beantwortete diesen Aspekt nicht.
    Kalkül hinter kostenlosen Sparplänen

    • Gänzlich neu sind Vereinbarungen zwischen Fondsanbietern und den Vertriebsstellen nicht.

    Landläufig bekannt ist, dass sich Direktbanken wie Neobroker sogenannte Free-Trade-Aktionen von den ETF-Anbietern zumindest teilweise bezahlen lassen.

    • Dabei können Endkunden die ETFs bestimmter Anbieter kostenlos ordern oder Sparpläne umsonst ausführen.

    Die Fondsgesellschaften erachten solche Zahlungen als Marketing-Aufwand. Das Kalkül dahinter: Neben der Aufmerksamkeit für ihre Produkte bescheren die regelmäßigen Einzahlungen in ETF-Sparpläne den Anbietern stete Mittelzuflüsse – und damit stabile Gebühreneinnahmen. Eine völlig neue Dimension wären jedoch volumenabhängige Zahlungen der ETF-Anbieter an die Vertriebsstellen.
    Zuwendung "unmissverständlich offenlegen"
    Solche Praktiken würden regulatorische Fragen aufwerfen. "Bestandsprovisionen, die von Kapitalverwaltungsgesellschaften an Intermediäre gewährt werden, stellen Zuwendungen dar", betont die Bafin auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE.
    "Um die Zuwendung trotz allgemeinen Verbots annehmen zu dürfen, muss der Intermediär die Anforderungen an die Qualitätsverbesserung, das Interessenkonfliktmanagement und die Transparenz gegenüber den Kundinnen und Kunden erfüllen."
    Die Neobroker müssten also darlegen, ähnlich wie herkömmliche Banken, dass sie Provisionseinnahmen in die Aufwertung ihrer Dienstleistungen stecken – und entsprechende Ausgaben vorweisen. Zudem müssten die Neobroker die Zuwendungen "vor Dienstleistungserbringung inverständlicherweiseender und verständlicher Weise unmissverständlich offenlegen", wie die Bafin erläutert. "Dies erfolgt in Deutschland regelmäßig über den sogenannten Ex-ante-Kostenausweis, bei dem die Bestandsprovisionen als Teil der fortlaufenden Dienstleistungskosten separat ausgewiesen werden."
    "Kontinuierliche Qualitätsverbesserung"
    Wie gehen die Neobroker mit solchen Anforderungen um? Trade Republic teilte auf Anfrage der Redaktion mit, dass "jegliche Form der Vergütung konsequent in die Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung unserer Plattform fließt, um unseren Kunden eine bestmögliche Infrastruktur sowie eine kontinuierlich hohe Servicequalität zu bieten."

    Scalable Capital betonte, "dass wir hinsichtlich Zuwendungen und Interessenkonflikten als voll regulierte Bank umfangreiche Maßnahmen ergriffen haben, um unser Geschäft transparent gegenüber unseren Kundinnen und Kunden und im Einklang mit allen einschlägigen Gesetzen und Regulierungen erbringen zu können."

    "Für die Finanzen.net-Gruppe stehen die Einhaltung sämtlicher regulatorischer Anforderungen sowie die kontinuierliche Qualitätsverbesserung ihrer Dienstleistungen an oberster Stelle", teilte der Anbieter mit. Die Gruppe stelle jederzeit sicher, "dass Transparenz und die Interessen ihrer Kundinnen und Kunden stets Priorität haben." Smartbrokerplus erklärte in einer nachgereichten Stellungnahme: "Wir haben alle erforderlichen Vorkehrungen zum Umgang mit potenziellen Interessenkonflikten getroffen, um Risiken der Beeinträchtigung von Kundeninteressen zu vermeiden."
    Lies man sich dies durch muss man sich ernsthaft fragen, was ein Neobrocker sein soll! Genau genommen ein Problem, weil ja kein Kundenverarscher vorhanden ist, der eine Verbesserung seiner Leistung erfüllem müsste!
    Und dann soll man für was bezahlen? Was eigentlich nicht gibt! Die persönliche Weiterbildung?

    Analog gilt dies für das sogenannte Klumpenrisiko bei den ETFs.
    Klumpenrisiken richtig einordnen25.02.2026
    Die Zahlen sprechen für sich: ETFs, die globale Aktienindizes abbilden, gehören seit Jahren zu den bevorzugten Anlageinstrumenten vieler Investoren.¹ Und das aus gutem Grund. Sowohl die langfristige Wertentwicklung als auch die Volatilität etwa des MSCI World Index bewegt sich in einem ausgewogenen Verhältnis. Neben klassischen Fondskennzahlen ist jedoch ein weiterer Aspekt entscheidend: die Struktur weltweiter Indizes. Denn ein erheblicher Teil der Wertentwicklung wird heute von nur wenigen Unternehmen getragen. Dieses sogenannte Klumpenrisiko richtig einzuordnen, ist ein zentraler Baustein erfolgreicher und verantwortungsvoller Anlagestrategien.
    ETFs sind beliebt – doch die Indexstruktur zählt
    Die sogenannten „glorreichen Sieben“ (“Magnificent 7”)² sind die Taktgeber der Indexentwicklung des MSCI World. Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla prägen die globalen Aktienmärkte maßgeblich. Dank hoher und wachsender erwarteter Gewinne stieg ihr Unternehmenswert kontinuierlich. Da Aktienkurse sich im Wesentlichen aus zukünftig erwarteten Gewinnen ableiten, spiegelt sich dieser Effekt direkt in der Marktkapitalisierung wider. Viele Indizes sind nach Marktkapitalisierung gewichtet: Je größer ein Unternehmen, desto stärker beeinflusst es die Indexentwicklung. Steigende Gewinnerwartungen führen somit automatisch zu höheren Indexgewichten. Die „glorreichen Sieben“ vereinen inzwischen einen erheblichen Anteil in großen Leitindizes auf sich.³
    Konzentration ist kein neues Phänomen – das Ausmaß schon
    Hohe Einzelgewichte in Indizes sind historisch nichts Ungewöhnliches. In früheren Jahrzehnten dominierten Unternehmen wie AT&T, IBM, General Electric oder Apple zeitweise den S&P 500. Auffällig ist jedoch das heutige Ausmaß: Mit einem Indexgewicht von mehr als 7 % nähert sich Nvidia historischen Höchstständen an, die zuletzt Ende der 1960er-Jahre mit 9 % von IBM erreicht wurden. Gleichzeitig treten mehrere Schwergewichte parallel auf – ein struktureller Unterschied zu früheren Marktphasen.⁴
    Der MSCI World: Globaler Name, US-lastige Realität
    Besonders im MSCI World zeigt sich eine zunehmende Dominanz US-amerikanischer Unternehmen. Obwohl der Index als globales Börsenbarometer gilt, entfallen inzwischen über 70 % des Indexgewichts auf US-Unternehmen. Zeitgleich nahm der Anteil von Unternehmen anderer Länder rapide ab.⁵
    Damit bündeln sich gleich mehrere Risiken:
    • hohe Titelkonzentration
    • zusätzliche Währungsabhängigkeit

    Der oft unterschätzte Faktor: Wechselkurse
    Während Indexgewichtungen zunehmend diskutiert werden, bleiben Wechselkurseffekte in der Beratung häufig im Hintergrund. Dabei können sie die tatsächliche Rendite erheblich beeinflussen. Ein aktuelles Beispiel: Im Kalenderjahr 2025 erzielten zahlreiche Aktienindizes zweistellige Zuwächse. Gleichzeitig verlor der US-Dollar gegenüber dem Euro rund 14 %. Für Euro-Anleger reduzierte dieser Effekt die reale Wertentwicklung globaler und amerikanischer Aktienfonds deutlich. Wer am Jahresanfang 10.000 Euro in US-Dollar gewechselt hat, erhielt 10.268 US-Dollar. Bei einem Wertzuwachs von 21,4 % (Nasdaq 100) hätte man am Jahresende 12.465 US-Dollar erwirtschaftet. Zurückgewechselt in Euro wurden dem Konto 10.613 Euro gutgeschrieben. Bei unverändertem Euro-Dollar-Kurs wären es 12.140 Euro gewesen. Ein Wechselkursverlust von 1.527 Euro.
    Konsequenzen für Ihre Beratungspraxis
    „In der Vergangenheit zu lesen hilft, für die Zukunft zu lernen.“ Die Historie zeigt klar: Klumpenrisiken und Währungseinflüsse sind keine Ausnahme, sondern wiederkehrende Marktmechanismen Für die Kundenberatung ergeben sich daraus zwei zentrale Leitlinien:
    1. Diversifikation bleibt unverzichtbar
    Eine ausgewogene Vermögensstruktur berücksichtigt nicht nur unterschiedliche Anlageklassen, sondern auch Regionen und Währungsräume. So lassen sich individuelle Chance-Risiko-Profile gezielt steuern.
    2. Währungsrisiken bewusst steuern
    Wechselkurse bieten Chancen – bergen aber ebenso Risiken. Eine gezielte Beimischung von Euro-Investments kann Schwankungen reduzieren. Nehmen Anleger Wechselkursschwankungen in Kauf, sollte dies Teil einer bewussten Strategie sein.
    Indem Sie nicht nur Renditechancen, sondern auch strukturelle und währungsbedingte Risiken transparent machen, stärken Sie Vertrauen und Beratungsqualität. So helfen Sie Ihren Kundinnen und Kunden, Märkte differenziert zu verstehen und langfristig fundierte Anlageentscheidungen zu treffen. Der Begründer der modernen Portfolio-Theorie, Harry Markowitz, wusste bereits vor langer Zeit: „Zukünftige Rendite sind unsicher, deswegen rate ich zur Vermögensstreuung“!
    Ein Beitrag von Dr. Klaus Mühlbauer, Referent für Kapitalmarktseminare.
    Ich hoffe Sie verstehen was ich meine, denn selber machen heißt nicht gewinnen sondern auch verlieren.

    bruno68

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