Wird es die private Krankenversicherung noch in 10 Jahren geben?

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  1. Avatar von Frischling 62
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    Frage Wird es die private Krankenversicherung noch in 10 Jahren geben?

    Hallo zusammen,

    hat jemand eine Idee oder ein paar Info`s wie die Zukunft der privaten Krankenversicherungen aussehen könnte?
    Werden Sie in der Zukunft weiter bestehen oder werden alle eingezahlten Rückstellungen und Beitragsentlastungen im Alter verlorenes Geld sein.
    Wenn die Bürgerversicherung per Gesetz kommt, was bedeutet das für die PKV Kunden?
    Und wenn nicht, wird die Private Krankenversicherung perspektivisch noch schneller und stärker in der Beitragshöhe steigen?
    Aus meiner persönlichen Erfahrung verdoppelt sich der Beitrag alle 15-20 Jahre. Wenn jemand mit 25 Jahren in die PKV geht würde er also mit ca. 60 Jahren den dreifachen Beitrag zahlen(nach oben keine Grenzen). Ist das so korrekt?
    Es wäre schön ,wenn jemand seine "ehrliche" Meinung äußern würde

    Vielen Dank Euch allen

  2. Avatar von AV-Planer
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    Standard AW: Wird es die private Krankenversicherung noch in 10 Jahren geben?

    Hallo,

    ob es die PKV in 10 Jahren noch geben wird, hängt von so vielen Faktoren und vor allem politischen Philosophien ab, dass niemand ernsthaft etwas voraussagen kann. Es gibt durchaus immer wieder Bestrebungen die PKV (zumindest als Vollversicherung) abzuschaffen und die Gutverdienenden ins gesetzliche System zwangsweise zu integrieren. Für manche Politiker sind ja alle PKV-Versicherten Gutverdiener; das ist zwar Blödsinn, es lässt sich jedoch gut damit Stimmung machen.

    Genau eines der Probleme bei einer möglichen Abschaffung der PKV sind die Alterungsrückstellungen. Diese gehören dem jeweiligen Versicherten persönlich und daher lassen sie sich nicht einfach enteignen.

    Die Steigerung der PKV-Beiträge im Durchschnitt liegt zwischen 5-6 % p.a.. Die Steigerung ist hier über der Inflation, da auch der medizinische Fortschritt einen großen Einfluss hat. Heilmethoden, an die vor Jahren noch niemand gedacht hat, sind mitunter sehr teuer. Insofern ist die erhöhung der Beiträge normal. Die GKV-Beiträge haben sich übrigens ebenfalls erheblich gesteigert und werden seit Jahren nur noch durch eine Gesundheitsreform nach der anderen (sprich: Leistungsreduzierung) einigermaßen stabil gehalten. Rechnet man diese hinzu liegt die Steigerung der GKV-Beiträge über der der PKV.

    Im Alter sollen die Beiträge deutlich geringer steigen, denn genau dafür sollen ja die Alterungsrückstellungen dienen. Ob das tatsächlich funktionieren wird? Keine Ahnung! Jedenfalls ist die Chance größer als in der GKV.

    Wenn eine Art Bürgerversicherung kommt, wird das wahrscheinlich nur "Neuverträge" betreffen. Bestehende PKV-Verträge könnten eine Art Umstellungsangebot bekommen und die bisherige Voll-PKV in Zusatzabsicherungen umwandeln.

    Fest steht jedoch: Wer sich heute privat versichert, hat später eine Chance sich zu entscheiden. Der GKV-Versicherte nicht.

  3. Avatar von Frischling 62
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    Frage AW: Wird es die private Krankenversicherung noch in 10 Jahren geben?

    Hallo AV Planer,

    vielen Dank für die Info.
    Wenn die "Neuverträge" von dieser evt. gesetzlichen Regelung betroffen wären, würde das nicht zwangsläufig zur Überalterung und erheblichen Verteuerung der entsprechenden langjährigen bestehenden PKV Tarife führen?
    Ich sehe ebenfalls die Begehrlichkeiten des Staates im Zusammenhang mit den gesetzl. Rückstellungen der PKV`s. Werden diese in das gesetzliche Sammelbecken der Bürgerversicherung fallen? Eigentlich logischerweise ja, denn der Bürger erhält ja dafür auch seinen Anspruch gleich welcher Art auf diese Bürgerversicherung.
    Wie verhält es aber sich in diesem Zusammenhang mit den auf freiwilliger Basis zusätzlichen abgeschlossenen Beitragsentlastungen im Alter?
    Ihrer Ansicht nach würden die bei der jeweiligen PKV bleiben und könnten dann zur Absicherung der Zusatz PKV dienen. Habe ich Sie da richtig verstanden?

    Die von Ihnen erwähnten jährlichen prozentualen Steigerungen i.H. von 5-6% des jeweiligen PKV Beitrages, stimmen genau mit meinen persönlichen Erfahrungen überein!
    Das würde bedeuten, das sich mein derzeitiger PKV Beitrag bis zum Renteneintritt noch mal verdoppelt?
    Ab wann entfällt der gesetzliche Beitragszuschlag?
    Bezieht sich die zusätzlich abgeschlossene Beitragsentlastung im Alter auf den Beitrag incl. BEA Zuschlag? Wahrscheinlich ja, sonst wäre das Angebot auch zu verlockend

    Vielen Dank

  4. Avatar von AV-Planer
    AV-Planer ist offline

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    Standard AW: Wird es die private Krankenversicherung noch in 10 Jahren geben?

    Das Problem der "Überalterung" von Tarifen gibt es. Tarife die "ordentlich" kalkuliert sind betrifft dies jedoch deutlich weniger als die Tarife, die von einigen Gesellschaften immer wieder neu geschaffen werden, um neues Klientel zu gewinnen, schwerpunktmäßig mit dem Preisargument. Das wird nie auf Dauer gut gehen, egal ob die PKV möglicherweise mal abgeschafft wird oder nicht.

    Die Alterungsstellungen können (nach derzeitiger Rechtslage) nicht in das gesetzliche Sammelbecken einer Bürgerversicherung fallen. Das Guthaben gehört dem Versicherten persönlich und ist quasi als Sparbuch zu sehen, in dem im Alter seine Beiträge bezuschusst werden. So etwas gäbe es bei einer Bürgerversicherung ja nicht.

    Die Beitragsentlastungstarife im Alter sind selbstständige Sparverträge. So eine Art Rentenversicherung, die an die PKV gekoppelt ist. Die sind völlig unabhängig zu sehen von den im Tarif gebildeten Alterungsrückstellungen.

    Der gesetzliche Zuschlag entfällt mit Alter 60.

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